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Gripen Saab wirbt am Lauberhorn für den Gripen

Der schwedische Saab-Konzern rührt die Werbetrommel für den Gripen. Am Skirennen in Wengen hat er sich mit einem Plakat in Szene gesetzt. Selbst Gripen-Befürworter kritisieren diese Offensive.

Ein Gripen-Kampfjet in der Luft.
Legende: Im Mai stimmt das Schweizer Volk darüber ab, ob der Gripen der neue Kampfjet der Schweiz wird. Keystone

Das Datum für die Abstimmung über die Beschaffung des Gripen-Kampfjets ist noch nicht lange bekannt. Und schon sorgt der Hersteller Saab mit einer Werbeaktion für Schlagzeilen. Die schwedische Rüstungsfirma rührte am Skirennen in Wengen die Werbetrommel für den Gripen.

Saab war mit einem «Infostand» präsent und platzierte ein grossflächiges Plakat. Darauf war ein Gripen-Kampfjet zu sehen, darüber die Schrift: «Gripen E - Der intelligente Kampfjet für die intelligente Verteidigung.» Gemeinsam mit dem publikumswirksamen Skirennen wurde die Werbung in Tausende Schweizer Haushalte übertragen. Mike Helmy, Sprecher von Gripen Schweiz, wollte auf Anfrage nichts von einer Plakat-Kampagne oder einer Einmischung in den Abstimmungskampf wissen. Das Unternehmen stelle lediglich «Fakten und Informationen über den Gripen, über Saab und über das laufende landesweite Programm im Bereich der industriellen Zusammenarbeit mit der Schweiz» zur Verfügung.

«Heikle Kampagne»

Das sehen nicht alle so: Sogar Jakob Büchler, CVP-Nationalrat und Präsident des Vereins für eine sichere Schweiz, der die Kampagne «Ja zum Gripen» führen wird, findet diese Aktion nicht klug. Er bezweifelt, dass diese Werbung einen Einfluss im Sinne der Gripen-Befürworter auf die Abstimmung zum Gripen haben wird. Mehr noch: Er empfiehlt Saab, sich zurückzuhalten. «Es kommt in der Schweiz nicht gut an, wenn sich eine ausländische Firma in eine Abstimmung einmischt.»

Sein Verein arbeite ausschliesslich mit Vertretern der Schweizer Wirtschaft zusammen, betont Büchler. Ob er Geld von Saab für die Gripen-Kampagne bekommt, dazu will Büchler keine Stellung nehmen. «Die ganze Unterstützung ist vertraulich.»

Gripen-Abstimmung

Am 18. Mai wird dem Schweizer Volk das Gripen-Fonds-Gesetz zur Abstimmung vorgelegt. Das Gesetz bildet die Grundlage für die Finanzierung von 22 Gripen-Kampfflugzeugen des schwedischen Herstellers Saab für gut 3,1 Milliarden Franken. Während zehn Jahren sollen jährlich 300 Millionen Franken in den Fonds fliessen.

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45 Kommentare

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  • Kommentar von Adrian Rüegg, Linthal
    Eine starke Luftwaffe, ist das Rückgrad einer starken Armee. Deshalb ja zum Grippen !!
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  • Kommentar von Adrian Rüegg, Linthal
    Eine starke Luftwaffe, ist das Rückgrat einer starken Armee!! Deshalb ja zum Grippen !!!
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  • Kommentar von Hans Knecht, Trony
    In diversen Sonntagszeitungen wurde gestern einer EU-Komsissarin Platz geboten um sich gegen die Einwanderungsinitiative zu äussern. Dies ist eine Einmischung in den Abstimmungskampf. Wenn man sowas gestattet ist es leider nur fair dies auch den Schweden zu gestatten. Vor dem Gesetze müssen alle (ausländischen Interessensgruppen) gleich behandelt werden, ansonsten legitimiert der Staat Anarchie.
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    1. Antwort von Willy Boller, Selevac
      und dazu kommt noch, dass ja irgend jemand den Infostand und das Plakat genehmit hat. Ausserdem hat dieser Jemand sicher auch die hohle Hand gemacht. Also ist es nicht angebracht, dass nun unterschwellig SAAB Vorwürfe gemacht werden. Informationen haben noch nie geschadet.
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    2. Antwort von Samuel Bendicht, Bern
      Sie sagte nur ganz klar, dass es mit der EU keine Verhandlungen über die PFZ geben wird, da die ein integraler Bestandteil der bilateralen Verträge sind. Wo liegt da die Drohung? Für normal denkende Menschen ist es schon ein Unterschied, ob eine Firma wie Saab Werbung in eigener Sache macht, oder aber eine Vertreterin des Vertragspartners den Schweizer Stimmbürgern reinen Wein einschenkt und klar sagt, dass gewisse Vertragspunkte nicht nachverhandelbar sind. Sie vergleichen da Äpfel mit Birnen.
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