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Mindestlohn-Initiative Gewerkschaften starten GAV-Offensive

Die Schweiz hat im internationalen Vergleich zwar Spitzenlöhne – doch nicht einmal die Hälfte der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer sind durch GAV-Mindestlöhne geschützt. Dem wollen die Gewerkschaften in diesem Jahr abhelfen.

Legende: Video In den Nachbarstaaten gibt es deutlich mehr Gesamtarbeitsverträge abspielen. Laufzeit 01:43 Minuten.
Aus Tagesschau vom 07.01.2014.

Die wirtschaftliche Situation der Schweizer Arbeitnehmenden gibt aus Sicht der Gewerkschaften Anlass zur Sorge. Der Schweizerische Gewerkschaftsbund (SGB) will sich deshalb im Jahr 2014 «mit aller Kraft» dafür einsetzen, die Sozialpartnerschaften zu stärken.

Mit GAV gegen Lohndiskriminierung

Konkret fordern die Gewerkschaften mehr Gesamtarbeitsverträge (GAV), wie sie an der SGB-Jahreskonferenz in Bern mitteilten. Aktuell seien in der Schweiz weniger als 50 Prozent der Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen durch GAV-Mindestlöhne geschützt. Dieser Anteil soll in diesem Jahr auf 60 Prozent erhöht werden, fordert der SGB.

Dank der verbindlichen Regeln für Löhne und Arbeitsbedingungen schaffen GAV aus Sicht der Gewerkschaften gerechtere Arbeitsverhältnisse und sind zudem wirksame Instrumente gegen die Lohndiskriminierung der Frauen.

Geldscheine werden in ein Portemonnaie gelegt
Legende: Mit verbindlichen Regeln wollen die Gewerkschaften gerechtere Lohnverhältnisse schaffen. Instrument soll ein GAV sein. Keystone

Mindestlohn: 22 Franken pro Stunde

Zur Förderung der GAV müssen laut SGB die administrativen Hürden für den Abschluss von GAV gesenkt werden. Zudem müssten auch Bund und Kantone GAV fördern. Für jene Angestellte, die von keinem GAV-Mindestlohn profitierten, fordert der GAV einen gesetzlichen Mindestlohn von 22 Franken pro Stunde.

Der Gewerkschaftsbund will zudem eine Überarbeitung der «Altersvorsorge 2020». Mit diesem Projekt drohen aus Sicht der Gewerkschaften bei tiefen und mittleren Einkommen starke Kaufkrafteinbussen, weil die betroffenen Arbeitnehmenden viel mehr in die zweite Säule einzahlen müssten. Der SGB, der in diesem Kontext bereits die Initiative AHVplus eingereicht hat, fordert hier eine Stärkung der ersten Säule.

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5 Kommentare

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  • Kommentar von K. Räschter, Schweiz
    Man schaue doch nur mal in die Nachbarländer von uns, was dort die Gewerkschaften für Schaden anrichten und Arbeitsplätze vernichten mit ihren scheinheiligen Forderungen. Die wollen doch nur mehr Beitragszahler, damit sie sich ein schönes Leben auf deren Kosten machen können. Ich weiss von ehemaligen Gewerkschaftern, was dort im Hintergrund abgeht. Das würde den Arbeitnehmern gar nicht gefallen, was die sich zu ihren Gunsten vergüten lassen.
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  • Kommentar von Roman Loser, Embrach
    Den Gewerkschaften geht's doch nur um den Vollzugsbeitrag, oder wie die Namen dieser Zwangsabgabe auch noch heissen mag! Die Angestellten sind doch diesen Abzockern schnurze ansonsten würden sie diesen nicht in den Rücken fallen und für NOCH MEHR Konkurrenz auf dem Arbeits - und Wohnungsmarkt plädieren!
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  • Kommentar von Rolf Bolliger, Orpund
    Was starre, arrogante und flächendeckende Forderungen von Gewerkschaften in unseren Nachbarstaaten politisch angerichtet haben und weiter anrichten, schlägt sich in den hohen Arbeitslosenzahlen deutlich nieder! Eine Mehrheit wählte in Frankreich einen "Sozialisten" als Präsident. Jetzt will er das Wirtschaftswachstum mit Sparmassnahmen und Dämpfung bei den "Liegebett-Verankerungen", durch die (politisch starken) Gewerkschaften, fördern. Es sind nun wieder die Linken, die sofort mordio schreien!
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