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Pädophilen-Initiative Pädophile: 10 Jahre Berufsverbot statt lebenslänglich?

Die Volksinitiative «Pädophile sollen nicht mehr mit Kindern arbeiten dürfen» verlangt ein lebenslanges Tätigkeitsverbot für verurteilte Pädophile. Der Gegenvorschlag fordert mindestens 10 Jahre.

Die Würfel sind gefallen: National- und Ständerat haben einen inoffiziellen Gegenvorschlag zur Pädophilen-Initiative angenommen.

Ein Pädophiler wird ins Gericht geführt.
Legende: Verurteilten Pädophilen droht ein lebenslängliches Tätigkeitsverbot. Keystone

Auch im Gegenvorschlag gilt: Wer sich an Kindern oder Abhängigen vergangen hat, soll nicht mehr mit diesen arbeiten oder in deren Nähe dürfen. Doch der Gegenvorschlag will nicht zwingend ein lebenslängliches Tätigkeitsverbot. Die Räte fordern mindestens zehn Jahre.

Mehr Möglichkeit für Gerichte

Somit genehmigt der Vorschlag des Parlaments den Gerichten etwas mehr Spielraum, je nach Schwere des Delikts. In den schlimmsten Fällen soll aber auch ein lebenslängliches Tätigkeitsverbot umgesetzt werden, genau wie es auch die Initiative fordert.

Der Ständerat räumte noch ein letztes Detail der Vorlage aus. Dabei ging es um eine rein technische Angelegenheit im Zusammenhang mit dem erweiterten Strafregisterauszug, der für besonders heikle Berufe geschaffen wird. Überstehen muss die Vorlage nun noch die Schlussabstimmungen am Freitag in einer Woche.

Legende: Video Sommaruga zur Pädophilen-Initiative abspielen. Laufzeit 00:39 Minuten.
Aus News-Clip vom 02.12.2013.

Schnelle Inkraftsetzung möglich

Der Gegenvorschlag des Parlaments könnte rascher umgesetzt werden als die Volksinitiative. Justizministerin Simonetta Sommaruga will die Vorlage im Abstimmungskampf gegen die «zu radikale» Initiative nutzen.

Zur Pädophilen-Initiative der Organisation Marche Blanche hatten sich die Kammern nicht auf eine gemeinsame Abstimmungsempfehlung einigen können. Der Ständerat lehnte stets ab, der Nationalrat sprach sich implizit für die Initiative aus.

Die Abstimmung über die Pädophilen-Initiative könnte frühestens im Mai 2014 stattfinden.

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5 Kommentare

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  • Kommentar von A. Moser, Interlaken
    Ein lebenslängliches Tätigkeitsverbot wäre sicher angebracht, ist aber insofern heikel, dass heute - leider - oft vorschnell jemand als Pädophil verurteilt wird. Während Jahrzehnten bzw. Jahrhunderten war das Thema tabu und die Täter hatten nichts zu befürchten. Zu Recht hat sich das geändert, doch leider schlägt das Pendel nun in die andere Richtung und eine Anschuldigung als Pädophiler wird manchmal auch als Druckmittel oder Racheakt eingesetzt (Scheidung, Schüler gegen Lehrer, usw...).
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  • Kommentar von A. Moser, Interlaken
    Was bringt es, wenn die Initiative vors Volk kommt? Schlussendlich wird der Bundesrat sowieso das umsetzen was ihm passt - und nicht das was das Volk will!
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    1. Antwort von E.Waeden, H
      Stimmt! Und diese Initiative löst dieses Übel nicht! Ein abartig veranlagter Mensch wird deswegen nicht weniger abartig. Dann müsste man ihnen auch das Internet verbieten! :-) Und sie hat dieselbe Wirkung, wie wenn es eine Initiative gäbe, wo man z.B Bankräubern verbieten will, sich einer Bank zu nähern, oder den Umgang mit dieser während 10 Jahren zu verbieten.
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  • Kommentar von E.Waeden, H
    Was mich interessieren täte ist: Was ist mit Eltern, die sich an ihren Kindern vergehen? Dürfen diese jetzt auch 10 Jahre lang keine Kinder mehr haben? Oder Pädophile, die sich zwar nicht an den eigenen, aber an fremden Kindern & Abhängigen vergangen haben. Wird ihnen dann der Umgang mit den eigenen Kindern auch verboten?
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    1. Antwort von elize naude, zürich
      ich hoffe schon das eltern die ihr eigene kinder misbrauchen, kein sorgerecht mehr haben darf... das kind kann später als erwachesene das selbst für sich entscheiden, ob er kontakt haben will oder nicht... ich glaube nicht das pädophile therapierbar sind...
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