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Abstimmung am 23. September Breite Unterstützung für Bauern-Initiative

Die linke Initiative für Ernährungssouveränität zum Schutz der Bauern findet Gefallen – auch bei Konservativen.

Legende: Audio Unterstützung von links wie rechts für die Initiative abspielen. Laufzeit 3:11 Minuten.
3:11 min, aus HeuteMorgen vom 06.08.2018.

Die Initiative für Ernährungssouveränität will viele Träume der Schweizer Bauern wahr werden lassen. So will sie zum Beispiel mehr Geld für Lebensmittel aus der Schweiz und für Schweizer Bauern. Auch sollen auf ausländische Lebensmittel Zölle erhoben und die Gentechnik verboten werden.

Es sind Träume, die sowohl linke Kritiker der Globalisierung als auch konservative Bewahrer von Schweizer Traditionen träumen. Die einen, weil sie befürchten, der Planet gehe sonst kaputt. Die anderen, weil sie befürchten, die Schweiz gehe sonst kaputt. Entsprechend stellen sich sowohl linke wie rechte Politiker hinter das Volksbegehren, das am 23. September an die Urne kommt.

Für jeden etwas dabei

Die Ernährungssouveränitäts-Initiative nehme eine Vielzahl von Punkten auf, sagt Regina Fuhrer, Präsidentin der Kleinbauern-Vereinigung und Berner SP-Grossrätin. «Sie spricht deshalb verschiedene Kreise und Menschen an.»

Die Existenzängste der Bauern sind derzeit sehr gross.
Autor: Hans FreiPräsident des Zürcher Bauernverbands und SVP-Kantonsrat

Unterstützung für das Volksbegehren kommt auch von rechter Seite: In bäuerlichen Kreisen geniesse die Initiative viel Sympathie, sagt Hans Frei, Präsident des Zürcher Bauernverbands und SVP-Kantonsrat. «Die Existenzängste sind derzeit sehr gross, weil die wirtschaftlichen Verhältnisse in der Landwirtschaft äusserst herausfordernd sind.»

Kühe fressen im Stall.
Legende: Die Bauern erhoffen sich Unterstützung von der Bevölkerung: mit einem Ja zur Ernährungssouveränitäts-Initiative. Keystone

Ja-Parolen von links und rechts

Mit einer Annahme der Initiative könnte das Stimmvolk da Abhilfe schaffen. Viele Bauern, egal welcher Couleur, sehen das so. Verschiedene Landwirtschaftsverbände – sowohl linksgrüne als auch konservativ geprägte – haben denn auch die Ja-Parole herausgegeben oder zumindest Stimmfreigabe beschlossen.

SP-Frau Regina Fuhrer und SVP-Mann Hans Frei freuen sich über die Sympathien für die Vorlage. «Es ist erfreulich, dass die Landwirtschaft ein Anliegen in der Gesellschaft ist», sagt Fuhrer. Man setze sich damit auseinander, wie die Lebensmittel produziert, die Tiere gehalten und mit der Natur umgegangen werde.

Und Hans Frei findet, bei so viel Sympathie brauche es nicht einmal unbedingt einen Sieg an der Urne. Schon ein gutes Abstimmungsresultat könne die Bauern weiterbringen: «Es kann uns weiterhelfen, unseren Anliegen zum Durchbruch zu verhelfen.»

Zu extrem für die SVP-Spitze

Bei so viel Unterstützung von links und rechts scheint es, als hätte die Initiative ein leichtes Spiel. Doch ganz so einfach ist es nicht.

Neben viel Sympathie gibt es auch Kritik. So befürchten etwa einige Linksgrüne, dass der Staat bei einem Ja zu stark in die Landwirtschaft eingreifen könnte. Und einige Konservative halten die Initiative für zu extrem – die SVP-Parteispitze zum Bespiel sagt Nein dazu.

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25 Kommentare

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  • Kommentar von Ueli Lang (Wochenaufenthalter)
    Mal ehrlich, diese Initiative ist ein Witz! Die Schweiz ist seit sehr langer Zeit, mindestens 200 Jahre, nicht ernährungssouverän, auch nicht im 2. Weltkrieg mit dem Plan Wahlen! Warum sollen wir nun so was werden sollen. Es kostet sehr viel Geld, das in eine ineffiziente, unökologische und vor allem überteuerte Landwirtschaft gesteckt werden soll! Was bekommt man dafür? Noch mehr Monokulturen, weniger Artenvielfalt, schlechte Produkte, mieses Fleisch und teurere Steuerrechnungen!
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  • Kommentar von Alex Volkart (Lex18)
    Wer will das Schweizer Produkte eine bessere Zukunft haben sollte diese Initiative unterstützen.
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  • Kommentar von Sancho Brochella (warum?)
    Man kann auch jetzt schon CH Produkte kaufen am Markt und im Laden. Auf Grund der Nachfrage wird produziert. Aber mit Fleisch klappt eine souveräne Lebensmittelproduktion in der CH nicht, da wird zu viel wertvolle Ackerfläche zur Futterproduktion verbraucht, wo direkt verzehrbare pflanzliche Lebensmittel wachsen könnten. Der Verlust bei tierischen Produkten, insb. Fleisch, ist bis zu 1:10 (10 pflanzliche kcal bringen nur 1 kcal in Fleischform hervor; 9 kcal gehen am lebenden Tier "verloren").
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