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Parc Adula Nationalpark-Projekt Parc Adula gescheitert

Einen zweiten Nationalpark wird es in der Schweiz vorerst nicht geben. 8 von 17 Tessiner und Bündner Gemeinden sprachen sich gegen das Projekt Parc Adula aus – höchstens 4 hätten es sein dürfen.

Legende: Abstimmungsergebnisse Parc Adula: Die 17 Gemeinden aus den Kantonen Graubünden und Tessin stimmen bis zum 27. November über den Parkvertrag ab. srf

Der zweite Schweizer Nationalpark ist an der Urne abgeblitzt. Acht von 17 Gemeinden sprachen sich gegen das Projekt Parc Adula aus, höchstens vier hätten es sein dürfen. Ausserdem kann die erforderliche Grösse der Kernzone nicht erreicht werden. Damit scheiterte das Projekt, welches als erste demokratisch legitimierte Nationalparkgründung in die Geschichte hätte eingehen können.

Das für den Nationalpark vorgesehene Gebiet hätte sich von Disentis im Bündner Oberland bis nach Buseno im südlichen Misox erstreckt. Im Westen hätte es zudem drei Tessiner Gemeinden umfasst.

Emotionaler Abstimmungskampf

Vor allem das Nein aus der Kernzonengemeinde Blenio TI wog schwer. Die Kernzone des geplanten Parc Adula sollte 145 Quadratkilometer umfassen, wobei 54,5 Quadratkilometer auf Blenio entfielen. Der Artikel 16 der Pärkeverordnung des Bundes schreibt vor, dass die Fläche einer Nationalpark-Kernzone in den Alpen mindestens 100 Quadratkilometer betragen muss.

Legende: Video Grosse Enttäuschung bei den Parc-Adula-Befürwortern abspielen. Laufzeit 00:38 Minuten.
Aus News-Clip vom 27.11.2016.

Der Abstimmungskampf wurde teilweise emotional geführt. Die Gegner warnten vor einem Bürokratiemonster und vor Einschränkungen. So war die Rede von Parkwächtern, die den Einheimischen neue Regeln aufbinden würden oder von Einschränkungen für die Wasserkraft oder die künstliche Beschneiung von Skipisten. Das Argument der Befürworter, dass der Park eine Chance für Wirtschaft und Tourismus ist, überzeugte offenbar nicht.

Nach 16 Jahren Arbeit und Ausgaben von 8 bis 10 Millionen Franken steht der Parc Adula also in dieser Form vor dem Aus.

Gespräche über Regionalpark?

Mit den Gemeinden mit relativ grossem Ja-Stimmen-Anteil rund um den San Bernadino könnten nun Gespräche aufgenommen werden, um gegebenenfalls einen Regionalpark zu gründen, sagte der Präsident des Vereins Parc Adula Fabrizio Keller.

Der Verein Parc Adula will auch die angefertigten Studien und Wissensbestände archivieren, um sie den interessierten Gemeinden zur Verfügung zu stellen. Über eine mögliche Auflösung des Vereins soll erst an einer Mitgliederversammlung entschieden werden.

Die Ergebnisse im Überblick


Gemeinde:
JaNein

Acquarossa578
372

Blenio453713

Buseno237

Calanca4411

Disentis561606


Hinterrhein2110

Lumnezia36
134

Medel139143

Mesocco375
208

Nufenen2029

Rossa53
18

Serravalle579630

Soazza
62
8

Splügen
62
39

Sumvitg
370
455

Trun346
250

Vals63276

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