Reithalle St. Gallen: Pferde oder Kultur?

In der Stadt St. Gallen wird am 28. September über die Zukunft der Reithalle abgestimmt. Eine Initiative aus kulturellen Kreisen verlangt eine Umnutzung der Halle für die Kultur. Der Reitclub wehrt sich.

Etrit Hasler (SP) und Bruno Brovelli, Präsident Reitclub St. Gallen, im Gespräch vor der Reithalle. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Etrit Hasler (SP) und Bruno Brovelli, Präsident Reitclub St. Gallen, im Gespräch vor der Reithalle. SRF

In der Stadt St. Gallen gebe es zu wenig Platz für Kultur, so das Argument der Initianten «Reithalle für die Kultur». Und: Die Reithalle würde sich aufgrund ihrer Grösse bestens für Konzerte mit mehr als 700 Zuschauern eignen, eine Umnutzung würde Sinn mache. Dazu komme, dass die Halle mit lediglich 150 bis 180 Benutzern pro Woche nicht ausgelastet sei, so SP-Stadtparlamentarier Etrit Hasler, der ebenfalls im Initiativ-Kommittee sitzt, in der Sendung «Regionaljournal Ostschweiz» von Radio SRF.

«Ende der Voltigiergruppe»

Der Reitclub St. Gallen, der die Halle regelmässig nutzt, hat zwar Verständnis für das Anliegen der Initianten. Aber, so Bruno Brovelli, Präsident des Reitclubs: «Uns fehlt eine alternative Trainingsmöglichkeit. Ein Ja zur Initiative bedeutet das Aus der Voltigiergruppe.» Brovelli glaubt auch nicht, dass die Stadt bei einem Ja zur Initiative innert kurzer Zeit einen valablen Ersatz für den Reitclub bereitstellen könnte.

Angespannte Finanzlage

Der fehlende Ersatz ist auch bei der Stadt Thema und ein Argument, warum sowohl Stadtrat als auch Parlament die Initiative ablehnen. Ein weiteres Argument ist die angespannte Finanzlage der Stadt. Diese lasse Investitionen in Höhe von fünf bis sieben Millionen Franken für eine Umnutzung der Halle nicht zu, heisst es in einer Mitteilung.