Zuger wollen neu im Majorzsystem wählen

Im dritten Anlauf wird der Systemwechsel angenommen: Künftig wählen die Zuger Personen statt Parteien in die Regierung.

Perersonen geben ihre Stimme ab. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Die Exekutiven im Kanton Zug werden neu nach Majorz gewählt. Keystone

Eine lange Tradition geht zu Ende – der Kanton Zug sagt im dritten Anlauf Ja zu Majorzwahlen: Die Stimmberechtigten des Kantons Zug haben mit einer Mehrheit von rund 63 % oder mit einem Verhältnis von 19'420 zu 11'498 Stimmen der Majorzinitiative zugestimmt. Das neue Wahlsystem für Exekutivwahlen tritt ab sofort in Kraft. Damit werden künftig auch im Kanton Zug Personen und nicht Parteien in die Regierung gewählt.

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Das Proporzwahlsystem

Im Proporz erhalten die Parteien ihre Sitze je nach Listenstimmen. Jede Kandidatenstimme zählt zugleich auch als Listenstimme. Die persönlichen Stimmen für die Kandidierenden entscheiden nur, auf wen die Sitze innerhalb der Partei verteilt werden.

Der Kanton Zug war neben dem Kanton Tessin der einzige Kanton, der seine Regierung noch im Proporzwahlsystem gewählt hatte. Die Mehrheit des Kantonsrates und der Regierungsrat empfahlen die Initiative zur Annahme.

Nur Zug und das Tessin wählten bis anhin ihre Regierungen nicht im Majorz. Der Kanton Zug wechselte 1894 von der Majorz- zur Proporzwahl. Man hatte damals genug davon, dass eine einzige Partei die Regierungen stellte und grosse Teile der Bevölkerung ausgeschlossen wurden. Damals standen sich Liberale und Katholisch-Konservative (die heutige CVP) unversöhnlich gegenüber.

Der Systemwechsel war zuerst von der CVP angestrebt worden, später gesellte sich auch die FDP an ihre Seite. Auslöser waren die Wahl von Hanspeter Uster von der Sozialistisch-Grünen Alternative (SGA) 1990 und von Jean-Paul Flachsmann von der SVP 1998 in den Regierungsrat.

Nach der Wahl von Uster hatte die CVP mit einer Volksinitiative den Systemwechsel angestrebt. Das Begehren wurde aber wegen eines Formfehlers für ungültig erklärt.

Majorz-Initiative Auf / Zuklappen

Kanton Zug: Verfassungsinitiative «Ja zu Personenwahlen»

JA-Stimmen absolut: (19'420 Stimmen)
NEIN-Stimmen absolut: (11'498 Stimmen)
JA-Stimmen relativ: 62.8%
NEIN-Stimmen relativ: 37.2%