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Arbeitsgesetz Referendum soll Dammbruch bei Laden-Öffnungszeiten verhindern

Wenn Tankstellenshops sonntags mehr als bloss Kaffee verkaufen, werden «wichtige gesellschaftliche Freiräume» bedroht. Ein Zusammenschluss von 21 gewerkschaftlichen und kirchlichen Organisationen hat darum das Referendum gegen grosszügigere Öffnungszeiten von Tankstellenshops ergriffen.

Legende: Video Referendum gegen 24-Stunden-Arbeitstag eingereicht abspielen. Laufzeit 01:27 Minuten.
Aus Tagesschau am Mittag vom 08.01.2013.

National- und Ständerat hatten die Lockerung der Regeln über die Nacht- und Sonntagsarbeit in der Wintersession beschlossen: Mit der Änderung des Arbeitsgesetzes sollen Tankstellenshops künftig rund um die Uhr alle Produkte aus dem Sortiment verkaufen dürfen. Die Lockerung gilt für jene Shops, die an Hauptverkehrswegen mit starkem Reiseverkehr liegen.

Vor allem Frauen betroffen

Gemäss heute geltendem Gesetz dürfen Tankstellenshops nachts und sonntags zwar Kaffee oder Sandwiches verkaufen, nicht aber andere Produkte. Deshalb müssen sie einen Teil ihres Lokals absperren. Für die Sonntagsallianz untergraben die Änderungen «wichtige gesellschaftliche Freiräume», wie sie mitteilte. Erstmals werde so der 24-Stunden-Arbeitstag im Detailhandel eingeführt.

Legende: Video Martin Werlen über den Wert der Sonntagsruhe abspielen. Laufzeit 01:20 Minuten.
Aus News-Clip vom 08.01.2013.

Betroffen davon seien vor allem Frauen, die fast 70 Prozent des Verkaufspersonals ausmachten. «Der arbeitsfreie Sonntag schenkt uns Menschen Raum und Zeit für Erholung und zum Auftanken. Und das als Mitglied der Gesellschaft», erklärt der Abt von Einsiedeln, Martin Werlen, in der Mitteilung. Der Gesetzesvorschlag höhle zudem das Arbeitsgesetz im zentralen Punkt des Nacht- und Sonntagsarbeitsverbots aus.

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5 Kommentare

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  • Kommentar von Adrian Flükiger, Bern
    Reine Zwängerei der Wirtschaft! Referendum ist richtig und wichtig! Mein NEIN zum 24h Tag ist so sicher wie das Amen in der Kirche!!!!
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  • Kommentar von Walter Starnberger, Therwil
    Herr Martin Werlen möge sich doch bitte für die vielen benachteiligten Berufsgruppen wie Buschauffeure, Polizisten, Zugführer, Aerzte, Krankenschwestern und andere einsetzen, die auch am Sonntag arbeiten müssen. Es ist für mich eine unerträgliche Heuchelei, sich für den arbeitsfreien Sonntag einzusetzen und gleichzeitig die Notwendigkeit der Sonntagsarbeit für einzelne Berufsgruppen zu akzeptieren. Eine gerechte Gesellschaft bedeutet Sonntagsarbeit möglich für alle oder dann für keine...
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    1. Antwort von Rolf Bolliger, Orpund
      Herr Starnberger hat viele Berufsgruppen aufgezählt, die seit Jahrhunderten rund um die Uhr für die Gesellschaft arbeiten und Einsatz leisten müssen. All diese Menschen, die ihre freien Tage oft an Werktagen geniessen können (müssen), sind vielleicht oftmals bessere Christen, als manche Verkäuferin oder Verkäufer in einem Tankstellenshop, geehrter Herr Werlen! Auch das Verkaufspersonal muss nicht JEDEN Tag Nachtdienst leisten oder JEDEN Sonntag im Laden stehen! Auch sie haben Freizeit!
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  • Kommentar von M. Hufschmid, Oberweningen
    Kann nur soviel dazu sagen. Martin Werlen hat absolut recht. Ich musste es auch lernen mal eine Pause zu machen und 1Tag in der Woch als Freitag durchzusetzten. Interesse an 24Std. Betrieb hat ganz klar die Wirtschaft und natürlich die Jugend, auch ich war als 18j 20Std. unterwegs. Aber auch ich hatte kein Problem mit geschlossenen Läden, habe nähmlich ein Sandwitch und Chips mitgenommen. Ätsch. Natrülich ist das Verbot nicht überall Sinnvoll, z.B. auf Autobahnen wo Mesnchen halt mal in d...
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