Klares Ja zur Wehrpflicht zeichnet sich ab

In der ersten SRG-Umfrage im August wäre die Volksinitiative der GSoA bachab geschickt worden. An der Deutlichkeit des Neins hat sich auch in der zweiten Umfrage nichts geändert. Im Gegenteil.

Am 22. September entscheidet die Schweiz über die Aufhebung der Wehrpflicht. Geht es nach der Gruppe für eine Schweiz ohne Armee (GSoA), dann ist eine Wehrpflicht hierzulande überflüssig. Die Schweizer Stimmberechtigten sehen das anders. Die zweite Umfrage des Forschungsinstituts gfs.bern im Auftrag der SRG liefert ein deutliches Bild: 63 Prozent der Befragten wollen ein Nein in die Urne legen, 31 Prozent befürworten die Volksinitiative «Ja zur Aufhebung der Wehrpflicht».

Die neue SRG-Umfrage

1:21 min, aus Heute um Fünf vom 11.09.2013

Gegenüber der ersten Umfrage konnte das Nein-Lager noch Stimmen hinzugewinnen (+6 Prozentpunkte), währen die Ja-Seite welche einbüssen musste (-4 Prozentpunkte).

Parteien-Graben bleibt

Die Volksinitiative «Ja zur Aufhebung der Wehrpflicht» spaltet die Parteien nach dem klassischen Links-Rechts-Muster. Während die Mehrheit von SVP, BDP, FDP und CVP gegen die Vorlage, also für den Status quo ist, unterstützen SP und die Grüne Partei das Anliegen der GSoA.

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Eckwerte der 2. SRG-Umfrage

Durchgeführt wurde die zweite Welle der Umfrage im Auftrag der SRG SSR vom Forschungsinstitut gfs.bern zwischen dem 30. August und 7. September 2013. Befragt wurden 1406 Personen mit Wohnsitz in der Schweiz. Mehr

Im Unterschied zur ersten Umfrage vom August sprechen sich die bürgerlichen Parteien deutlicher gegen die Initiative aus – allen voran SVP und FDP. Sie konnten den Nein-Anteil je um 13 Prozentpunkte ausbauen. Personen, die keiner Partei angeschlossen sind, würden jetzt mit 63 Prozent Nein stimmen, im August waren es noch 50.

Bei den linken Parteien finden sich laut gfs.bern allerdings auch keine Mehrheiten für die Initiative. Es zeichnet sich zwar eine Ja-Tendenz ab, aber auch auf der linken Seite gibt es Initiativgegner: Bei der SP ist es knapp ein Drittel der Anhänger, die ein Nein in die Urne legen wollen.

Beim Alter alles beim Alten

In der ersten Welle der SRG-Umfrage waren 52 Prozent der 18- bis 39-jährigen Teilnehmer für die Aufhebung der Wehrpflicht. Wäre am 2. September darüber abgestimmt worden, hätten nur noch 45 Prozent Ja gesagt. Im Gegenzug nahm in derselben Altersklasse die ablehnende Haltung stark zu: von 40 auf 50 Prozent Nein.

Noch deutlicher wird das Nein in der Kategorie der über 65-Jährigen: Waren im August 68 Prozent dagegen, sind es nun 81 Prozent. Zudem hat der Anteil der noch Unentschlossenen in dieser Altersklasse stark abgenommen – von 10 auf 4 Prozent.

Sind es eher Männer oder Frauen, die sich eine Schweiz ohne Wehrpflicht wünschen? Es sind immer noch mehr Frauen für eine Aufhebung der Wehrpflicht. Allerdings ist der Ja-Anteil gesunken, während der Nein-Anteil stark zugenommen hat. Statt 35 sind jetzt 29 Prozent der Frauen für die Initiative – und 63 Prozent dagegen, gleich viel wie bei den Männern.

Nein-Lager dürfte Vorsprung noch ausbauen

Das Forschungsinstitut resümiert: «Die Nein-Seite hat einen eindeutigen Vorteil, und sie dürfte ihn auch bis zum Abstimmungstag verteidigen.» Die Ablehnung dürfte gar noch weiter zunehmen. Wahrscheinlich sei auch, dass die Befürworter noch mehr an Boden verlieren werden.

SRF 4 News, 17 Uhr