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Aufhebung der Wehrpflicht Wehrpflichtgegner lancieren Ja-Kampagne

Mit der Aufhebung der Wehrpflicht wollen die Befürworter der entsprechenden GSoA-Initiative erreichen, dass niemand mehr gezwungen wird, seine Zeit im Militär zu «verschwenden».

Die Wehrpflichtgegner rund um die Gruppe für eine Schweiz ohne Armee (GSoA) deckten das Militär zum Start ihrer Kampagne für die Abstimmung vom 22. September mit harschen Worten ein: Der Militärdienst sei Zeitverschwendung, führe zur Verrohung der Gesellschaft und zementiere Geschlechterbilder. Es sei an der Zeit, den «sinnlosen, militärischen Zwang» der Wehrpflicht zu beenden.

Da die Initiative aus dem Kreis der Armeegegner stammt, bemühten sich diese zu betonen, dass die Initiative selbst nicht zur Armeeabschaffung führt. «Mit dieser Initiative wollen wir nicht die Armee abschaffen», sagte Seraina Patzen von der GSoA vor den Medien in Bern.

Kleinere Armee reicht

Eingeräumt wird aber, dass die Armee ohne Wehrpflicht kleiner würde. Damit vollziehe die Schweiz lediglich, was andere Staaten nach dem Kalten Krieg bereits getan hätten, sagte die Berner SP-Nationalrätin und Sicherheitspolitikerin Evi Allemann. Diese hätten «ihre Massenheere abgebaut» und auf Freiwilligenarmeen gesetzt. Angesichts der Bedrohungslage reiche auch eine kleinere Armee aus.

Die Wehrpflicht braucht es dafür laut Allemann nicht mehr, zumal schon heute mehr Männer zum Dienst verpflichtet wären als benötigt werden. «Die Armee kann heute schon froh sein, dass ganz viele einen anderen Weg gehen und Zivildienst leisten oder im Bevölkerungsschutz tätig sind», sagte Allemann.

Für die Grünen, als zweite grosse Partei unter den Unterstützern, sollte das Geld für die Armee – inklusive dem Anteil, den die Wirtschaft durch die jährlich rund sechs Millionen Diensttage beisteuert – «effizienter» verwendet werden, sagte der Zürcher Nationalrat Balthasar Glättli. Er nannte die Energiewende als Beispiel.

Gemeinsame Vorschläge fehlen

Würde die Initiative angenommen, soll nicht ein Berufsheer, sondern eine Milizarmee mit Freiwilligen an die Stelle der heutigen Milizarmee treten. Wie viele Soldaten dieses Heer zählen und welche Aufgaben es übernehmen sollte, dafür machen die Initiativbefürworter keine gemeinsamen Vorschläge.

Die Volksinitiative war am 5. Januar 2012 mit 106'995 gültigen Unterschriften eingereicht worden. Bundesrat sowie National- und Ständerat lehnten sie wuchtig ab. Aus Sicht des Bundesrats wäre ohne Wehrpflicht die Sicherheit der Schweiz gefährdet.

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44 Kommentare

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  • Kommentar von Franz NANNI, Nelspruit SA
    Haetten wir nicht die beste Demokratie der Welt, muesste man die Gsoa wegen Wehrzersetzung und Feindlichkeit gegen den Staat verfolgen. Die haben doch schon so oft verloren, warum nur immer wieder Zwaengelen, fuer das Selbe unter einem anderen Ansatzpunkt, das sind doch keine SCHWEIZER! Das sind Demokratiemissbraucher.. Franz NANNI KPL ad und ehemaliger CH Soldat, den die Armee genau so angeschnaeggelt hat wie alle Anderen, und trotzdem, es braucht sie wie sie ist, Modernsierung eingeschlossen.
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  • Kommentar von Hans Haller, Kölliken
    Ich kann sehr wohl nachvollziehen, dass man sich nicht mehr für unser Land einsetzten will. Jedenfalls heute würde ich auch keinen Militär-Dienst mehr leisten, nicht für dieses Land, welches wir heute haben, nicht für diese Politik, welches unser Land heute verfolgt und nicht für eine Gesellschaft, die den Zusammenhalt stetig mehr und mehr verliert. Die "Motivation" und Ueberzeugung muss von unten her nach oben aus unserem Land heraus selber kommen. - Das ist heute klar nicht mehr der Fall !
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    1. Antwort von Franz NANNI, Nelspruit SA
      Ich weis was Sie meinen, aber warum haben Sie nicht dagegen gekaempft, zusammen mit Gleichgesinnten. Die Faust im Sack hat nichts, aber auch gar nichts mit Demokratie zu tun. Demokratie ist kein Geschenk, Demokratie ist harte Arbeit und ein Auftrag und Pflicht. Etwas, das man nicht nur Anderen ueberlassen kann!
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  • Kommentar von Hans König, Häusernmoos
    Die Absicht der linkens-grünen (usw.) Armeeabschaffer ist eine politische Wende herbeizuführen und unser Land möglichst schnell in die EU zu integrieren. Aufgrund der Erfahrungen mit solchen Leute habe ich festgestellt, dass eine grosse Mehrheit noch nie eine gesellschaftliche Leistung vollbracht haben. Im Gegenteil viele wollen vom Staat profitieren und denjenigen, welche ehrlich einen besseren Wohlstand erarbeitet haben, diesen wegzunehmen.
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    1. Antwort von Hans Haller, Kölliken
      Die Absichten der GSoA bzw. auch der Links-Grünen sind grundsätzlich politisch auch legitim, auch dann, wenn ich diese Intensionen und Absichten ganz und gar nicht teile. Es ist halt so, "wir dürfen uns sogar auch als Nation selber abschaffen." Eigentlich tun wir das ja schon seit geraumer Zeit, nicht nur beim Militär.
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