Studie: Höhere Familienzulagen gegen Einkommensschere

Sollte die SVP-Familieninitiative angenommen werden, würden Familien mit tiefen Einkommen wenig profitieren. Zu diesem Schluss kommt eine Studie im Auftrag des Arbeitnehmerdachverbands Travail.Suisse. Gerechter wären höhere Zulagen.

Die SVP-Familieninitiative verlangt, dass auch Eltern, die ihre Kinder selber betreuen, einen Steuerabzug geltend machen können. Dieser soll mindestens so gross sein wie der Abzug, der jenen Eltern zusteht, die ihre Kinder in eine Kindertagesstätte geben.

Die Einkommensschere zu kinderlosen Paaren lässt sich laut Travail.Suisse aber nur mit höheren Familienzulagen verringern. Demnach käme eine erhöhte Familienzulage insbesondere Familien mit kleineren und mittleren Einkommen zu Gute. Dies koste weniger als die Steuerausfälle der Familieninitiative, teilte Travail.Suisse mit. Die SVP hingegen wolle Familien mit hohen Einkommen begünstigen.

Die Berner Fachhochschule BFH hat nun die Auswirkungen einer Erhöhung der Kinder- und Ausbildungszulage auf die Ungleichheit von Einkommen in der Schweiz untersucht. Für die Berechnungen wurden die Steuerdaten des Kantons Zürich verwendet. Trotzdem sei das Ergebnis aber durchaus aussagekräftig für die Gesamtschweiz, heisst es in der Studie.

Steuerausfälle von 1,4 Milliarden

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Bildlegende: Familie beim gemeinsamen Spielen. Colourbox/SYMBOLBILD

Bei einer Anhebung der Kinderzulage und der Ausbildungszulage auf 250 respektive 350 Franken könnte das Einkommen von Familien durchschnittlich um ein Prozent angehoben werden. Bei Familien mit unteren Einkommen stiege es um zwei Prozent. Dadurch liesse sich das «Wohlstandsdefizit» zwischen Familien und kinderlosen Paaren verringern, schreiben die Studienautoren.

Sie rechnen bei Annahme der SVP-Familieninitiative mit jährlichen Steuerausfällen von 1,4 Milliarden Franken, was der Schätzung des Finanzdepartements entspricht. Eine Erhöhung der Familienzulagen würde zu Einbussen von jährlich 1,3 Milliarden Franken führen.