«Grüne Wirtschaft» wuchtig bachab geschickt

Die «Grüne Wirtschaft» kommt auf keinen grünen Zweig. Die Initiative scheitert klar bei Volk und Ständen.

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Eidg. Vorlage: Volksinitiative vom 6. September 2012 «Für eine nachhaltige und ressourceneffiziente Wirtschaft (Grüne Wirtschaft)»

JA-Stimmen absolut: (819'747 Stimmen)
NEIN-Stimmen absolut: (1'430'251 Stimmen)
JA-Stimmen relativ: 36.4%
NEIN-Stimmen relativ: 63.6%

Standesstimmen

JA-Stimmen: 1
NEIN-Stimmen: 22
Auflistung der Abstimmungsresultate dieser Vorlage nach Kantonen
Kanton Ja-Stimmen Prozentual Nein-Stimmen Prozentual Ja-Stimmen Absolut Nein-Stimmen Absolut
Aargau 30.3% 69.7% 49426 113486
Appenzell Ausserrhoden 32.8% 67.2% 5379 11009
Appenzell Innerrhoden 23.5% 76.5% 918 2989
Basel-Landschaft 35.5% 64.5% 27129 49243
Basel-Stadt 47% 53% 25363 28553
Bern 37.4% 62.6% 109023 182837
Freiburg 37.4% 62.6% 29628 49575
Genf 51.9% 48.1% 58453 54155
Glarus 31.2% 68.8% 2687 5925
Graubünden 30.4% 69.6% 15118 34532
Jura 44.8% 55.2% 8783 10830
Luzern 31% 69% 34492 76888
Neuenburg 44% 56% 20748 26358
Nidwalden 22.8% 77.2% 2986 10086
Obwalden 22.9% 77.1% 2623 8809
Schaffhausen 36.4% 63.6% 10557 18469
Schwyz 21.5% 78.5% 10325 37634
Solothurn 30.7% 69.3% 21895 49533
St. Gallen 30.3% 69.7% 43262 99738
Tessin 40% 60% 38893 58224
Thurgau 30.3% 69.7% 19146 44120
Uri 25.8% 74.2% 2378 6856
Waadt 46.3% 53.7% 89782 104029
Wallis 29.2% 70.8% 28193 68325
Zug 28.4% 71.6% 10414 26260
Zürich 37.7% 62.3% 152146 251788

Endresultat

JA-Stimmen absolut: (819'747 Stimmen)
NEIN-Stimmen absolut: (1'430'251 Stimmen)
JA-Stimmen relativ: 36.4%
NEIN-Stimmen relativ: 63.6%
  • Bezirk:
    JA-Stimmen: (819'747 Stimmen)
    NEIN-Stimmen: (1'430'251 Stimmen)
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Die Angst vor Schäden für die Wirtschaft war zu gross. In der Schweiz soll es keine «grüne Wirtschaft» geben. 63,6 Prozent der Stimmenden legten zu dem Begehren der Grünen ein Nein ein. Einzig der Kanton Genf sagt mit 51,9 Prozent Ja zur «Grünen Wirtschaft».

Deshalb ist die Initiative «Grüne Wirtschaft» gescheitert

2:14 min, vom 25.9.2016

Das Anliegen habe zunächst viel Sympathie genossen, doch die Einzeleinwände der Gegnerschaft hätten als Argumente mehr gezogen, sagte Politologe Claude Longchamp. In der Westschweiz fand das Anliegen mehr Zuspruch als in der Deutschschweiz.

Deutliche Nein-Anteile

Rund 1'430'200 Personen legten am Abstimmungsonntag ein Nein, 819'800 ein Ja ein. Die höchsten Nein-Anteile verzeichnen die Kantone Schwyz mit über 78 Prozent sowie Obwalden und Nidwalden mit jeweils mehr als 77 Prozent. Wuchtig Nein sagte als einziger Westschweizer Kanton das Wallis mit einem Nein-Anteil von rund 71 Prozent.

«Grüne Wirtschaft» – wer stimmte Nein und wer Ja?

2:33 min, vom 25.9.2016

Basel-Stadt war mit 53 Prozent der Deutschschweizer Kanton mit der tiefsten Nein-Rate. In allen anderen Deutschschweizer Kantonen betrugen die Nein-Anteile mehr als 62 Prozent. Das Tessin lehnte die Initiative mit rund 60 Prozent Nein-Stimmen ab.

Frauen eher für Initiative

«In ländlichen Gebieten gibt es deutlich mehr Gegner dieser Initiative», sagt Longchamp. «Und in der Romandie war die Zustimmung grösser als in der Deutschschweiz.»

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Resultate

Schweizerkarte mit Bezirksgrenzen

BFS

Die Abstimmungsergebnisse nach Bezirken und Kantonen finden Sie auf der Website des Bundesamtes für Statistik. >>

«Die Erstanalyse zeigt, dass es beim Resultat einen Geschlechterunterschied gibt. Frauen waren stärker für eine ‹grüne› Wirtschaft. Die ‹klassische› Wirtschaft hingegen fand bei den Männern viel mehr Unterstützung.»

«Ökologischer Fussabdruck» einschränken

Die Initiative «Grüne Wirtschaft» hätte konkret verlangt, dass Bund, Kantone und Gemeinden eine nachhaltige und die natürlichen Ressourcen schonende Wirtschaft anstreben müssen.

Die Initiative gab ein Ziel vor: Der «ökologische Fussabdruck» der Schweiz sollte – hochgerechnet auf die Weltbevölkerung – im Jahr 2050 nicht mehr als eine Erde betragen. Derzeit verbrauchen alle Menschen rund drei Erden, wenn sie alle ebenso viele Ressourcen beanspruchen würden wie die Schweizer Bevölkerung.

SRF-Inlandredaktorin Monika Zumbrunn zum Nein zur «Grünen Wirtschaft»

«Das Bewusstsein, dass wir zu viele Ressourcen verbrauchen, ist bei der Bevölkerung durchaus vorhanden. Das Problem wird aber offensichtlich nicht als sehr drängend empfunden. Dazu kam der geballte Widerstand der grossen Wirtschaftsverbände und der bürgerlichen Parteien. Die Warnrufe der Gegner – auch wenn etwa die Abstimmungsplakate mit der grünen Zwangsjacke übers Ziel hinausschossen – waren offenbar erfolgreich. Die Grünen vermochten diese Angst, auf vieles verzichten zu müssen, nicht aus dem Weg zu räumen. Und ohne Verzicht wäre das Ziel der Initiative wohl auch nicht zu erreichen gewesen.»

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