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Masseneinwanderungs-Initiative Spitäler schauen besorgt in die Zukunft

Bis zu 40 Prozent des Gesundheitspersonals kommt aus dem Ausland: Ohne die Ausländer könnte das Schweizer Gesundheitswesen heute nicht funktionieren. Nach dem Ja zur eingeschränkten Zuwanderung blicken sowohl Spitalverantwortliche wie auch Pflegende selbst sorgenvoll in die Zukunft.

Legende: Video Fehlendes Schweizer Pflegepersonal abspielen. Laufzeit 03:58 Minuten.
Aus 10vor10 vom 11.02.2014.

Die Schweiz schränkt den Zuzug von EU-Bürgern ein – das hat die Stimmbevölkerung entschieden. Dorit Djelit, Sprecherin vom Spitaldachverband H-Plus, befürchtet, dass es in Zukunft noch schwieriger werde, genügend und vor allem genügend qualifiziertes Gesundheitspersonal zu finden. «Für die Spitäler und Kliniken bedeutet das, dass sich der Personalmangel, den wir bereits heute kennen, weiter verschärfen wird.»

Ein Chirurg öffnet die Tür eines Operationssaals, wo seine Kollegen bereits an der Arbeit sind.
Legende: Die Schweiz schlägt EU-Bürgern die Tür vor der Nase zu – wird das Gesundheitswesen das überstehen? Keystone

Pflegeberufe aufwerten

Auch Yvonne Ribi, die Geschäftsführerin des Schweizerischen Pflege-Fachverbandes, blickt sorgenvoll in die Zukunft: «Wir wissen, dass aktuell ohne ausländisches Gesundheitspersonal die Gesundheitsversorgung und die pflegerische Versorgung in der Schweiz nicht aufrechterhalten werden könnte.»

Sie bestärkt daher die Forderung, dass der Pflegeberuf attraktiver gemacht wird. Denn nur so könne in der Schweiz genügend gut ausgebildetes Fachpersonal gewonnen werden, um den Pflegebedarf der Schweizer Bevölkerung zu decken. Dabei gehe es nicht nur um die Aus- und Weiterbildung. Das Gesundheitspersonal müsse auch im Beruf gehalten werden, betont Ribi.

Genügend Kontingente beantragen

Hier könne tatsächlich mehr gemacht werden, räumt auch Dorit Djelit vom Spitaldachverband ein. Für die Spitäler und Kliniken sei es aber zunächst wichtig, dass ihnen genügend Kontingente für Ausländer zur Verfügung stünden. «Wir werden so viele Kontingente beantragen, um alle offenen Stellen oder neu geschaffenen Stellen besetzen zu können.»

Auf diese Weise wird der Text der Masseneinwanderungs-Initiative also beim Wort genommen: Die Wirtschaft soll die nötigen Fachkräfte erhalten, trotz eingeschränkter Zuwanderung.

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37 Kommentare

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  • Kommentar von i. grob, thun
    Haben sich die Verantwortlichen schon mal Gedanken gemacht, warum mit dem Personalmangel so weit kam?? Wohl nicht. Nachher jammern nützt wenig. Schade haben sie die bewährte Ausbildung zur AKP und PKP abgeschafft und auch als Pflegefachfrau DN1 ist kaum möglich eine Arbeitsstelle zu finden. Ist ja klar,dass die vielen ausländischen Pflegedienstleiter ihre Landsleute anstellen. Wieso bildet die CH nicht genügend Fachkräfte aus zu fairen Bedingungen und attraktiver?Sicher wären einige interessiert
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  • Kommentar von Pajas, Trüllikon
    Sie sorgen sich zurecht. Ich habe mich mal für den Pflegefachmann interessiert, aber eine dreijährige vollzeitausbildung bei 800 fr monatslohn kann sich kein erwachsener als zweitausbildung leisten! Entweder oder...
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    1. Antwort von A.Käser, Zürich
      Pajas/Eine Logik sondergleichen.Dafür zahlen wir lieber mehr Sozialhilfe und Ergänzungsleistungen.Planwirtschaft eben.Einfach andersrum.Das Endresultat dürfte in etwa das Gleiche sein.Soviel zu hochqualifizierten Schreibtischtäter denen verboten wurde,den"gesunden Menschenverstand"walten zu lassen.Organisation und Bildung zum Trotz.Menschliches Elend kann nicht genug kosten!
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  • Kommentar von André von Wattenwyl, Thun
    ....von wegen Mangel an Schweizerpersonal! Kenne Schweizer Herzchirurg, der als Oberarzt an Uniklinik in Deutschland berufen wurde und nun nach sechs Jahren Deutschland aus familiären Gründen in die Schweiz zurückkehren möchte. Keine der Bewerbungen bei den Herzkliniken in der Schweiz war erfolgreich, weil jeweils ausnahmslos Ärzte aus dem Ausland den Zuschlag erhielten!!!!
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