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SRG-Umfrage zeigt Nein-Trend «No Billag»-Initiative hat schweren Stand

Das Wichtigste in Kürze

  • Sechs Wochen vor der Abstimmung zur «No Billag»-Initiative gibt es einen klaren Nein-Trend: 60 Prozent der Stimmberechtigten lehnen die Vorlage ab, 38 Prozent sind dafür.
  • Befürworter punkten mit dem Sparauftrag an eine zu grosse SRG. Im gegnerischen Lager dominieren Befürchtungen vor Qualitätsverlust und privater Einflussnahme.
  • Die Meinungsbildung in der Bevölkerung ist bereits weit fortgeschritten. Ein radikaler Stimmungswandel ist derzeit unwahrscheinlich.

Am 4. März befindet das Stimmvolk über die Volksinitiative «Ja zur Abschaffung der Radio- und Fernsehgebühren». Seit Monaten beschäftigt die «No-Billag»-Initiative Politik, Medien und Bevölkerung gleichermassen – und selten hat ein Abstimmungskampf so lange vor dem eigentlichen Urnengang Fahrt aufgenommen.

Das zentrale Verdikt der SRG-Umfrage, die vom Institut gfs.bern durchgeführt wurde: 60 Prozent der Befragten sprechen sich zurzeit bestimmt oder eher gegen die Initiative aus. 38 Prozent der Bürgerinnen und Bürger, die an die Urne gehen wollen, sind für die Initiative.

Legende: Video «Typisch bei solchen Initiativen»: Politologe Lukas Golder zum Erfolg des Nein-Lagers abspielen. Laufzeit 00:33 Minuten.
Aus News-Clip vom 25.01.2018.

Sind die Meinungen schon gemacht?

Der frühe Kampagnenstart hat zu einer besonderen Konstellation geführt. Sechs Wochen vor dem Urnengang haben bereits 74 Prozent der Befragten eine feste Stimmabsicht. Unentschieden sind nur gerade zwei Prozent der Teilnahmewilligen. «Das ist ein sehr festes Meinungsbild, das wenig Spielraum für weitere Veränderungen lässt», sagt Martina Mousson von gfs.bern.

Die anfänglichen Sympathien für das Anliegen seien von den Gegnern sehr schnell zunichte gemacht worden, so Mousson weiter: «Im Nein-Lager fürchtet man nun um die Qualität des Schweizer Mediensystems.» Zudem sei auch die Angst vor politischer Einflussnahme durch finanzkräftige Investoren verbreitet.

«Wichtig im Befürworter-Lager ist dagegen das Argument, dass die SRG zu gross geworden sei, sparen und ihre Leistungen reduzieren solle», erklärt die Politikwissenschaftlerin.

SVP-Wähler und Junge mehrheitlich für «No Billag»

Die Zustimmung zur «No Billag»-Initiative steigt von links nach rechts an. Lehnen bei den Grünen satte 88 Prozent die Initiative ab, sind es bei der FDP immerhin noch 60 Prozent. Einzig die SVP-Wähler wollen ein Ja in die Urne legen, sie befürworten mit 66 Prozent die Vorlage. Die Parolenfassung der SVP steht aber noch aus und könnte hier noch zu Verschiebungen führen.

Das klar parteipolitisch geprägte Schema wird in einem Punkt aufgebrochen: Die «Generation Netflix» – in der Umfrage die unter 30-jährigen Stimmberechtigten – stimmt der Initiative mit knapper Mehrheit, nämlich mit 51 Prozent, zu.

Die sprachregionalen Unterschiede sind indes weniger ausgeprägt, als manche Beobachter im Vorfeld annahmen. Sämtliche Landesteile lehnen die Initiative ab – auch wenn der Nein-Trend in der Deutschschweiz (57 Prozent) verglichen mit den anderen Sprachregionen am schwächsten ist.

Die SRG-Umfrage

Die Umfrage wurde im Auftrag der SRG SSR vom Forschungsinstitut gfs.bern zwischen dem 16. und dem 26. April 2018 durchgeführt. Befragt wurden 1201 Personen. Der Fehlerbereich beträgt ± 2,9 Prozentpunkte. mehr

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108 Kommentare

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  • Kommentar von Kurt Hofer (HoKu)
    Herr Schicker, tut mir Leid das Sie den Unterschied zwischen Freiwillig und Zwang nicht verstehen. Aber ich denke das es jedem Bürger freistehen sollte, was er mit 365 Franken kaufen kann, oder muss. Und unter dem MUSS verstehe ich zum Beispiel Krankenkasse, Miete, Steuer oder auch Lebensmittel Schauen Sie die Bilder in Frankreich "Nutela für 1.41" auf 20Min. Dies ist sicher nicht nur auf Geiz ist Geil zurückzuführen. Und solche Bilder werden wir immer mehr zu sehen bekommen.
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    1. Antwort von Peter Holzer (Peter Holzer)
      @Hofer: Wenn sie so unzufrieden mit unserem System und Wohlstand durch das Solidariprinzip ( Eid-Genossen) sind, dann geht es ihnen wie vielen anderen Menschen die sich in ihrem Heimatland nicht mehr wohlfühlen und sich einen besseren Platz auf dieser Erde suchen. Wenn sie die absolute Freiheit suchen in welcher sie tun und lassen können was sie wollen, dann bleibt wohl nur ein Platz im Dschungel oder in der Wüste. Dort ist die Miete frei und krank werden sie bestimmt auch nie.
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    2. Antwort von Daniel Schicker (iron5)
      Doch Herr Hofer, den Unterschied zwischen Freiwillig und Zwang verstehe ich noch knapp. Indem wir mit NoBillag die jährlichen CHF 365.- abschaffen wird sich ihre böse Schere aber nicht schliessen, logisch, oder?? Unterlegen wir den Medienkonsum nun komplett freien marktwirtschaftlichen Regeln greift sofort der Grundsatz "wer viel bezahlt kriegt viel" (sie können es gerne auch andersrum nehmen), gute Information wird zur reinen Frage des Geldes. Cool! Ich denke Sie denken etwas zu kurz.
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  • Kommentar von Kurt Hofer (HoKu)
    Steuer statt Gebühren. DANN müssten ein Herr Wanner und Co. nach ihrem Salär ihren Anteil an die Gesellschaft gerechter bezahlen. 1000 Franken von Herrn Wanner und 3 Franken von seinem Zeitunggsausträger. Für -auch aus meiner Sicht- ein sehr gutes und informatives SRF. Kulturbeiträge aus Steuegelder fliessen ja schliesslich auch in eine Reithalle in Bern, warum nicht auch in Regionale Radio und Fernsehsender.
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    1. Antwort von Hanspeter Müller (HPMüller)
      Die Reithalle und die Zahlungen an ein sehr gut besuchtes Kulturzentrum Reithalle wurden mehrfach von jenen, die mit ihren Steuergeldern die Zahlungen finanzieren in demokratischen Abstimmungen bestätigt. An diesen Zahlungen gibt es also eigentlich nichts zu kritisieren, ohne dass Sie den Volkswillen missachten. Besuchen Sie doch einmal ein Konzert in der Reithalle, oder gehen Sie einen Kaffee trinken, Sie wären überrascht, wen Sie dort alles antreffen.
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  • Kommentar von Kurt Hofer (HoKu)
    Das die Schere zwischen Arm und Reich schon längst zu weit offen ist, ist doch mit sehr vielen Beispielen zum Xten Mal bewiesen worden. Und sogar unsere Volksvertreter sid sich einig, das man dagegen was unternehmen müsste. Und Zwangsgebühren in jeder Form sind sicher die Bessten Mittel um Gutverdienende und Wohlhabende -zu denen ich mich glücklicherweise auch Zähle- weiter zu Unterstützen. Für mich ein klares JA zu no Bilag.
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    1. Antwort von Daniel Schicker (iron5)
      Sorry, ich verstehen Ihre Logik nicht. Zahlen denn z.B. bei Netflix Weniger-Verdienende weniger? Oder muss man ab einem bestimmten Vermögen die Blick- oder 20Minuten-Konsumation bezahlen? Ich sehe einfach nicht, wie Sie mit der Annahme durch NoBillag diese böse böse Schere schliessen wollen?
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