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Service-public-Initiative Maximal 500'000 Franken für Service-public-Chefs?

Das Stimmvolk hat die Service-public-Initiative zwar abgelehnt. Die Diskussion um die Löhne der Chefs der bundesnahen Betriebe geht jedoch weiter. Die SP fordert jetzt einen Lohndeckel von 500'000 Franken.

Swisscom-CEO Urs Schaeppi vor dem Swisscom-Logo.
Legende: Swisscom-CEO Urs Schaeppi hat letztes Jahr 1,8 Millionen Franken verdient. Keystone

Die Service-public-Initiative verlangte unter anderem, dass die Chefs der bundesnahen Betriebe nicht mehr als Mitarbeitende der Bundesverwaltung verdienen. Mit mehr Nein-Stimmen als erwartet wurde die Initiative abgelehnt. Die Lohndiskussion ist damit jedoch erst so richtig lanciert. So fordert SP-Nationalrat und Gewerkschafter Corrado Pardini mit einer Motion ein maximales Gehalt von 500'000 Franken für Manager von SBB, Post und Swisscom.

SP-Vertreter Corrado Pardini im Nationalrat.
Legende: SP-Nationalrat Corrado Pardini will den Chefs von SBB, Post und Swisscom den Lohn beschränken. Keystone

SP-Fraktionschef Roger Nordmann ist überzeugt: Dieses Anliegen findet Unterstützung, und zwar nicht nur bei der Linken. «Es gibt auch im politischen Mittelfeld viele Leute, die der Meinung sind, dass der Chef der SBB nicht unbedingt eine Million im Jahr verdienen muss oder der Chef der Swisscom zwei Millionen.»

«Anders als Privatunternehmen»

Tatsächlich findet auch CVP-Präsident Gerhard Pfister die Diskussion um die Managerlöhne der bundesnahen Unternehmen dringend nötig. Bei diesen Betrieben seien die Steuerzahlenden die Aktionäre, sagt Pfister. «Deshalb muss man dort eine andere Diskussion führen als bei den Vergütungen für Manager von Privatunternehmen.»

Sogar bei der FDP hat man für einen Lohndeckel Gehör. Nationalrat Thierry Burkart will die Motion Pardinis jedoch nicht unterstützen, da diese die Löhne von SBB-, Swisscom- und Post-Managern gleich behandle. Man müsse differenzieren: Je mehr ein Monopol vorhanden sei, desto weniger gerechtfertigt seien hohe Löhne. «Bei der SBB beispielsweise ist es wahrscheinlich nicht gerechtfertigt, wenn der CEO über eine Million erhält.»

Ulrich Gygi, Verwaltungsratspräsident der SBB.
Legende: SBB-Verwaltungsratspräsident Ulrich Gygi ist gegen eine Lohnbeschränkung. Keystone

«Gegen Aktivismus»

Und was sagt man bei den betroffenen Betrieben zur Lohndiskussion? SBB-Verwaltungsratspräsident Ulrich Gygi hält nichts von einer Gehaltsbeschränkung. «Ich bin gegen politischen Aktivismus.» Es brauche jetzt eine vertiefte Analyse. Am Schluss solle das Departement von Doris Leuthard, respektive der Bundesrat entscheiden.

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17 Kommentare

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  • Kommentar von rené studer (rené studer)
    der KARREN wird nicht von denen gezogen welche die grossen löhne abholen, das sind ein paar wenige SCHLAUE KADER und das gross der selbständig arbeitenden angestellten. diese MANAGER anstellungen sind auch nicht für jeden mit den richtigen voraussetzungen, es sind FILZ jobs für die LOYALEN CLUBMITGLIEDER. eine art BELOHNUNG, SCHWEIGEGELD für vergangenes. ELITE bedeutet NETZWERK und daraus resultiert, wer bringt den grössten NUTZEN. nehmen wir unsere MINISTER welchen Leuten nützen sie,dem VOLK?!
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  • Kommentar von U.E. Romer (romeru)
    Wer nun glaubt mit der Beschränkung der Kaderlöhne gebe es einen besseren Service public, der hat von der Realwirtschaft nicht viel verstanden. Unsere Grossbetriebe brauchen keine Beamte, sondern Chefs, die den Herausforderungen gewachsen sind. Für ein Butterbrot sind diese nicht zu haben. Ich bin nicht für Abzockerlöhne. Die Millionensaläre der ballspielenden Jungs wie Federer und Co. wird von den gleichen Leuten ohne Knurren akzeptiert.
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  • Kommentar von D. Schmidel (D. Schmidel)
    Für 500'000 Franken kriegen sie einen Beamten, der soviel Verantwortung hat wie ein Bundesrat, somit keine. Oder glauben wir etwa, dass ein sehr schlechter Bundesrat keine Pension bekommt wenn er gehen muss? Uebrigens die 500'000 Franken haben auf die Swisscom Lohnkosten praktisch keinen Einfluss.
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