Unfreiwilliges Duell um Oltner Stadtpräsidium

Das Oltner Wahlvolk entscheidet am 9. Juni über die Nachfolge von Stadtpräsident Ernst Zingg. Nur zwei Kandidaturen sind noch übrig: Die Grüne Iris Schelbert und CVP-Mann Martin Wey kämpfen um das höchste Amt in der Eisenbahnerstadt. Die SP verzichtet – unfreiwillig.

Eingang zum Oltner Stadthaus. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Um das höchste Amt im Oltner Stadthaus kämpfen noch CVP und Grüne. Der SP-Kandidat ging vergessen. Keystone

Der langjährige Oltner Stadtpräsident Ernst Zingg tritt von der politischen Bühne ab. Nach 16 Jahren gibt der FDP-Politiker sein Amt als Stadtpräsident ab. Die bürgerlichen Parteien haben sich schnell auf einen gemeinsamen Kandidaten geeinigt: Baudirektor Martin Wey von der CVP soll der bürgerlichen Seite das Präsidialamt weiterhin sichern.

Die FDP verzichtet auf das höchste Amt in der Stadtregierung. Ihr neuer Stadtrat Benvenuto Savoldelli hat zu wenig politische Erfahrung: Der Verwaltungsratspräsident des Eishockey-Club Olten wurde erst im März neu in den Stadtrat gewählt.

Peinliche Panne der Oltner SP

Das linke politische Spektrum wollte eigentlich keine gemeinsame Sache machen. Sowohl die Grüne Iris Schelbert als auch SP-Mann Peter Schafer bekundeten Interesse am Stadtpräsidium und wurden von ihren Parteien nominiert. Doch Schafer muss unfreiwillig auf den Wahlkampf verzichten: Sein Parteipräsident vergass schlicht und einfach, die Kandidatur fristgerecht bei der Stadtkanzlei einzureichen.

Diese peinliche Panne könnte für das linksgrüne Lager paradoxerweise hilfreich sein: Die Wählerstimmen dürften sich nun auf Iris Schelbert konzentrieren und deren Wahlchancen erhöhen. Mit nur noch zwei Kandidaturen erhöht sich auch die Wahrscheinlichkeit, dass das Oltner Stadtpräsidium bereits im ersten Wahlgang am 9. Juni besetzt werden kann.

Anwalt gegen Lehrerin

Mit Wey und Schelbert kämpfen nun zwei sehr unterschiedliche Persönlichkeiten um den Posten als Stadpräsident. Die 57jährige Iris Schelbert ist seit 2009 Sicherheitsdirektorin der Stadt, sie arbeitet daneben als Lehrerin. Schelbert war bis 2012 Parteipräsidentin der Solothurner Grünen. Der 51jährige Martin Wey ist Anwalt mit eigener Kanzlei und seit 2001 im Stadtrat, er leitet das Ressort Bau.

Bei den Stadtratswahlen im März machte Schelbert noch gut 500 Stimmen mehr als Wey. Der Kampf um das Stadtpräsidium dürfte ein Kopf-an-Kopf-Rennen werden.

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Traum geplatzt

2:49 min, aus Schweiz aktuell vom 30.4.2013