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Premiere in Zürich Die Grünliberalen haben ihren ersten Zürcher Stadtrat

Neben Andreas Hauri ziehen Karin Rykart und Michael Baumer in die Zürcher Stadtregierung ein. Die SVP geht leer aus.

Portrait von Andreas Hauri, Karin Rykart und Michael Baumer
Legende: SRF
  • Alle bisherigen Stadträte schaffen die Wiederwahl in die Stadtzürcher Regierung.
  • Die Grünen holen sich mit der Grünen Karin Rykart einen zweiten Sitz im Stadtrat.
  • Die Grünliberalen sind zum ersten Mal überhaupt in Zürichs Exekutive vertreten - Andreas Hauri schnappt sich den frei gewordenen CVP-Sitz von Gerold Lauber.
  • Michael Baumer von der FDP verteidigt den Sitz von Andres Türler.
Legende: Video Stadtratswahlen in Zürich abspielen. Laufzeit 02:02 Minuten.
Aus Tagesschau vom 04.03.2018.

Die Stadtzürcher Bevölkerung hat entschieden: Neben den bisherigen Stadträten ziehen Karin Rykart (Grüne), Andreas Hauri (GLP) und Michael Baumer (FDP) in den Zürcher Stadtrat ein.

Schlussresultat der Zürcher Stadtratswahlen

PositionKandidierende

Stimmen
1Corine Mauch, SP (bisher)
gewählt
63'139
2Daniel Leupi, Grüne (bisher)
gewählt
59'082
3André Odermatt, SP (bisher)
gewählt
57'969
4Raphael Golta, SP (bisher)
gewählt
56'572
5Karin Rykart, Grüne
gewählt
49'285
6Richard Wolff, AL (bisher)
gewählt
48'311
7Filippo Leutenegger, FDP (bisher)
gewählt
44'358
8Andreas Hauri, GLP
gewählt
39'058
9Michael Baumer, FDP
gewählt
33'033

Absolutes Mehr

32'208
10Markus Hungerbühler, CVP
nicht gewählt
26'900
11Susanne Brunner, SVP
nicht gewählt
23'683
12Roger Bartholdi, SVP
nicht gewählt
22'673
13Nina Hüsser, Juso
nicht gewählt
13'987
14Claudia Rabelbauer, EVP
nicht gewählt
11'182
15Anthony E. Monn, Der Unabhängige
nicht gewählt
2'594
16Thomas Ucar, EDU
nicht gewählt
1'698
17Hans Ulrich Flückiger, parteilos
nicht gewählt
1'162
18Christian Schaub, parteilos
nicht gewählt
1'041

Das beste Resultat des bürgerlichen «Top5»-Bündnisses erzielte FDP-Stadtrat Filippo Leutenegger. Die SVP schaffte den Sprung in den Zürcher Stadtrat nicht. Die Stimmbeteiligung lag bei gut 42 Prozent.

Die Zürcher Stadträte in der Übersicht

Corine Mauch, SP (bisher)

Portrait von Corinne Mauch
Legende: ZVG

Zürichs Stadtpräsidentin machte das beste Resultat aller Kandidatinnen und Kandidaten. Sie holte 63'139 Stimmen. «Das ist ein Vertrauensbeweis der Zürcher Bevölkerung», so Mauch. Sie wolle nun dafür sorgen, dass Zürich weiter wachse, aber nicht vom Wachstum überrollt werde.

Daniel Leupi, Grüne (bisher)

Portrait von Daniel Leupi
Legende: ZVG

Finanziell geht es der Stadt Zürich gut. Das widerspiegelt sich auch im Resultat des Zürcher Finanzvorstehers Daniel Leupi. Der Grüne Politiker holte 59'082 Stimmen und damit das zweitbeste Resultat aller Kandidierenden.

André Odermatt, SP (bisher)

Portrait von André Odermatt
Legende: ZVG

Seit acht Jahren zieht André Odermatt die Fäden im Hochbaudepartement und tut dies nun auch weiterhin. 57'969 Stimmen bedeuten Platz 3 bei den Zürcher Stadtratswahlen. «Der kommunale Richtplan ist mein nächstes grosses Projekt. Dieser wird aufzeigen, wie wir unsere Stadt gestalten wollen», so Odermatt gegenüber dem Regionaljournal.

Raphael Golta, SP (bisher)

Portrait von Raphael Golta
Legende: ZVG

Vor vier Jahren wurde Raphael Golta noch als letzer Kandidat in den Stadtrat gewählt, nun steigert er sich mit 56'572 Stimmen auf den fünften Platz. «Das ist ein Zeichen dafür, dass ich in den letzten Jahren gute Arbeit geleistet habe», freut sich der SP-Politiker. Ihm gefalle seine Arbeit und er habe nun noch sehr viele Projekte umzusetzen.

Karin Rykart, Grüne (neu)

Portrait von Karin Rykart
Legende: ZVG

Seit 2006 politisiert Karin Rykart im Zürcher Stadtparlament, nun hat sie den Sprung in den Zürcher Stadtrat geschafft. Und dies mit einem Glanzresultat: Die knapp 47-Jährige machte 49'285 Stimmen. «Ich habe nicht erwartet, dass ich so ein gutes Resultat mache», sagte Rykart. «Aber ich habe gemerkt, dass sehr viel Unterstützung da ist für mich.»

Richard Wolff, AL (bisher)

Portrait von Richard Wolff
Legende: ZVG

Die Stadtpolizei nennt die Nationalität eines mutmasslichen Kriminellen nur noch auf Anfrage, die Ausschreitungen an Fussballspielen verschieben sich in die Innenstadt: Sicherheitsvorsteher Richard Wolff musste vor allem von bürgerlicher Seite viel Kritik einstecken. Seine Wiederwahl gefährdete dies nicht. Er holte 48'311 Stimmen und kam damit auf den sechsten Schlussrang.

Filippo Leutenegger, FDP (bisher)

Portrait von Filippo Leutenegger
Legende: ZVG

Filippo Leutenegger erzielte das beste Resultat eines bürgerlichen Politikers. Seine 44'358 Stimmen bedeuten Platz 7 in der Zürcher Stadtratsrangliste. «Mir war wichtig, dass ich meine Argumente platzieren konnte», so Leutenegger. «Ich wurde von rot-grün heftig attackiert in letzter Zeit, das hat sicher seinen Teil zum Resultat beigetragen.»

Andreas Hauri, GLP (neu)

Portrait von Andreas Hauri
Legende: ZVG

Im fünften Anlauf hat es geklappt für die Grünliberalen. Sie haben nun mit Andreas Hauri ihren Stadtrat in Zürich. 36'058 Stimmen machte der 51-Jährige und landete damit auf dem achten Platz. «Nun kommt eine Digitalisierungswelle auf die Stadt Zürich zu», schmunzelt Hauri.

Michael Baumer, FDP (neu)

Portrait von Michael Baumer
Legende: ZVG

Nicht einmal 800 Stimmen machten den Unterschied, am Schluss reichte es aber für Michael Baumer. Der FDP-Politiker kann den Sitz des zurückgetretenen Andres Türler verteidigen. «Man braucht ein gutes Nervenkostüm für die Politik», sagte Baumer. «Ich bin aber erleichtert, dass es gereicht hat.»

Sie verpassten den Sprung in den Stadtrat

Markus Hungerbühler, CVP

Portrait von Markus Hungerbühler
Legende: ZVG

Gestartet mit dem Auftrag, den Stadtratssitz von CVP-Schulvorsteher zu verteidigen, scheiterte Markus Hungerbühler am Schluss relativ deutlich. Gut 3000 Stimmen fehlten ihm, um Michael Baumer von der FDP vom neunten Platz zu verdrängen. «Es war mir immer klar, dass es nicht einfach ist. Man muss auch verlieren können.»

Susanne Brunner, SVP

Portrait von Susanne Brunner
Legende: ZVG

Für das «Top5»-Bündnis waren die Stadtratswahlen eine Enttäuschung. Zwar schafften es die beiden FDP-Vertreter in die Stadtzürcher Regierung, die SVP hingegen konnte ihren Erwartungen nicht gerecht werden. Susanne Brunner holte 23'683 Stimmen und scheiterte klar. «Man muss beide Seiten kennen, gewinnen und verlieren. Heute hat es für mich nicht geklappt», sagte Brunner.

Roger Bartholdi, SVP

Portrait von Roger Bartholdi
Legende: ZVG

22'673 Stimmen: Sicher zu weniger für die Ansprüche von Roger Bartholdi. «Ich bedauere das Resultat. Wir haben einen hervorragenden Wahlkampf geführt. Und darum ist dieses Resultat für mich nicht nachvollziehbar.»

Nina Hüsser, Juso

Portrait von Nina Hüsser
Legende: ZVG

Vor Nina Hüsser ist noch nie eine Juso-Kandidatin zu den Stadtratswahlen in Zürich angetreten. Ihr Auftritt war jedoch nicht vom ganz grossen Erfolg gekrönt. Immerhin: Nina Hüsser erreichte 13'987 Stimmen und damit fast 3000 Stimmen mehr als EVP-Stadtratskandidatin Claudia Rabelbauer.

Claudia Rabelbauer, EVP

Portrait von Claudia Rabelbauer
Legende: ZVG

Am Schluss standen 11'182 Stimmen auf dem Konto von EVP-Politikerin Claudia Rabelbauer. Deutlich zu wenig, um im Kampf um einen Platz in der Stadtzürcher Regierung mitreden zu können. «Ich wäre gerne Stadträtin geworden, vor allem das Schul- und Sportdepartement hätte mich gereizt. Jetzt freue ich mich einfach darüber, dass die EVP wieder im Gemeinderat vertreten ist.»

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25 Kommentare

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  • Kommentar von Markus Weilenmann (markusweile)
    Das Resultat zeigt unmissverständlich, dass die von vor allem bürgerlichen Medien geführte Polemik gegen die linke Stadtregierung voll daneben ging. DEr Wendehals Filippo Leutenegger kann nicht die Speerspitze der bürgerlichen Position sein, die SVP-Vertreter schon gar nicht! Wenn die bürgerlichen Parteien sich mehr Gehör in der Stadt verschaffen woll(t)en, müssten sie sich vielmehr überlegen, wie denn eine linke, bürgerliche Politik auszusehen hätte.
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  • Kommentar von Rolf Bolliger (rolf.bolliger@quickline.ch)
    Dass der linksextreme AL-Stadtrat Richard Wolff noch mehr Stimmen erhielt, als Filippo Leutenegger (FDP), zeigt alles auf, wie das Stimmverhalten (die Hauptklientel) in der Stadt Zürich tickt! Nun, als Aussenstehender kann ich mich zurück lehnen! Die Zürcher(innen) haben nun eine noch linkere Regierung! Mein Fazit: Die Stimmbürger(innen) verdienen die Regierung, die sie gewählt haben! Ein linke Mehrheit verteilt nun das erschaffene Geld, von denen, die offenbar nicht an den Wahlen teilnahmen!
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    1. Antwort von Andreas Baumgartner (Bildung hilft)
      Offensichtlich hat die Linke den Wirtschaftsmotor Zürich nicht gefährdet (11% des ganzen BIP). Wir sollten aufhören mit dem Märchen der linken Umverteilung. Mittlerweile hat die Linke Politik auch gemerkt, dass eine funktionierende Wirtschaft eine notwendige Bedingung für funktionierende Sozialsysteme ist. Dass aber so stark links gewählt wird, kann ich nicht verstehen.
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    2. Antwort von roger tiefenthaler (rotsch)
      Haben sie das Gefühl, dass links wählende nicht arbeiten und keine Steuern bezahlen...?! Ich denke es ist eher umgekehrt. Die, die sich etwas aus Geld machen, häufen es an, schauen dass sie keine Steuern zahlen müssen ( so z.B. Filippo Leutenegger in einem Beitrag des schweizer Fernsehens vor ein paar Jahren: 0 SFr. steuerbares Einkommen!!!...) und bringen so nichts in die Stadtkasse, damit sozial damit umgegangen werden kann... !!!
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    3. Antwort von Dani Lindenmann (Dani Lindenmann)
      Bin ausnahmsweise ganz ihrer Meinung : die Zürcher haben die Regierung die sie verdienen, da sind "rechtsextreme" Schreihälse absolut überflüssig:-) Gratulation an demokratische Mehrheit in Zürich.
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    4. Antwort von B. Lobermann (Weihnachtsfreude)
      Nein Herr Baumgartner haben die lieben in Zürich nicht gemerkt. Leider auch nicht das Volk. 1. Gibt es einen Link betreffend BIP und ob es den Menschen gut oder schlecht geht kann man nicht einen BIP heranziehen. Aber nun gut wir sehen es in 4 Jahren. Denn jetzt haben die Linken ja im Stadtrat und im Gemeinderat die klare Mehrheit und sind somit für alles verantwortlich...Das kommt nicht gut...Leider
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  • Kommentar von marlene Zelger (Marlene Zelger)
    .....und weiterhin keine einzige SVP Vertreterschaft in der Regierung. Das ist beschämend. Schade um die schöne Stadt, mit der ich mich seit meiner Kindheit eng verbunden fühle, die nun weiterhin links-grün regiert wird.
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    1. Antwort von Dani Lindenmann (Dani Lindenmann)
      Das nennt sich Demokratie, aber sie haben natürlich vollkommen Recht: "extrem" beschämend für die SVP und toll für die schöne Stadt (und das von mir als Basler ohne enge Verbindung zu Zürich ;-)
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    2. Antwort von B. Lobermann (Weihnachtsfreude)
      Nein Herr Lindemann. Es ist beschämend für die Stadt dass diese politische Mehriet welche die Stadt so in ein wirtschfatliches Desaster geführt haben noch gestärkt wurden. Das Volk wird sicher mal aufwachen...Ich fürchte nur es wird dann zu spät sein
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