Zum Inhalt springen
Inhalt

Abzocker-Initiative Die Meinungen zur Abzocker-Initiative sind gemacht

Die Abzocker-Initiative kommt bei den Stimmbürgern unverändert gut an. Dies zeigt die zweite SRG-Umfrage zu den Abstimmungen vom 3. März. Wäre letzte Woche über die Vorlage abgestimmt worden, hätte das Volk klar und deutlich Ja gesagt. Die aufwändigen Gegenkampagnen scheinen kaum zu wirken.

Legende:
Stimmabsicht zur Abzocker-Initiative Von den Befragten, die am 3. März sicher an die Urne gehen wollen, sprechen sich 45 Prozent bestimmt und 19 Prozent für die Abzocker-Initiative aus, 10 Prozent eher und 17 Prozent bestimmt dagegen. 9 Prozent machten keine Angaben. (Fehlerbereich +/- 2.7 Prozent) gfs.bern im Auftrag der SRG SSR

Hätte das Schweizer Volk in der letzten Woche über die «Initiative gegen die Abzockerei» abgestimmt, hätten 64 Prozent bestimmt oder eher dafür gestimmt. Damit geniesst das Anliegen des parteilosen Schaffhauser Ständerats Thomas Minder praktisch unverminderte Unterstützung.

Auch auf der Seite der Gegner hat sich seit der ersten Befragung Mitte Januar fast nichts verändert: 27 Prozent der Befragten würden aktuell bestimmt oder eher ein Nein einlegen. Das sind lediglich zwei Prozentpunkte mehr als noch im Januar. Noch unschlüssig sind 9 Prozent derjenigen, die am 3. März sicher an die Urne gehen wollen.

Wirkung der Causa Vasella ist unbekannt

Wie sich die – inzwischen zurückgenommene – Millionen-Abfindung für den abtretenden Novatis-Verwaltungsratspräsident Daniel Vasella auswirkt, lässt sich nicht sagen: Diese wurde erst am letzten Tag der einwöchigen Befragung bekannt.

Legende: Video Weiterhin klarer Vorsprung abspielen. Laufzeit 03:10 Minuten.
Aus 10vor10 vom 20.02.2013.

Dass sich die Zustimmungswerte zu einer Initiative so stabil entwickeln, ist «eher ausserordentlich», wie gfs.bern im Bericht zur Umfrage schreibt. Normalerweise gewinnen die Gegner einer Initiative im Lauf der Kampagne an Unterstützung, zugleich schmilzt das Ja-Lager. Dass dies bei der Abzocker-Initiative nicht so ist, dürfte an der langen und emotional geführten Diskussion um das Thema liegen.

Die Bevölkerung sehe bei der Abzocker-Problematik schon lange Handlungsbedarf, so gfs.bern. Eine Mehrheit findet offenbar, dass die Initiative besser wirke als der indirekte Gegenvorschlag. Bei der Befragung sagten lediglich 30 Prozent, dass sie hinter der Gesetzesvorlage der eidgenössischen Räte stehen, 42 lehnten sie ab.

Die Basis misstraut bürgerlichen Eliten

Unter den Anhängern der grossen Parteien zeigt sich auf den ersten Blick ein klassisches Links/Rechts-Muster. SP und Grüne stehen klar dahinter, FDP.Die Liberalen und SVP haben sich dagegen ausgesprochen. Gerade bei letzterer gibt es aber viele Abweichler. Insgesamt wollen von den SVP-Wählern laut der Befragung 64 Prozent bestimmt oder eher ja stimmen – obwohl die nationale Delegiertenversammlung die Nein-Parole beschlossen hat.

Ein ähnliches Bild zeigt sich bei den Anhängern der FDP.Die Liberalen. Auch hier will eine – wenn auch knappe – Mehrheit von 51 Prozent für die Vorlage stimmen, obwohl die Parteileitung die Nein-Parole beschlossen hat. Die Zustimmung ist seit der ersten Befragung im Januar gar noch um 4 Prozentpunkte gewachsen. Entsprechend spricht gfs.bern von einem Konflikt zwischen Elite und Basis: Die Parteioberen sind dagegen, die Wähler dagegen hegen grosse Sympathien für die Initiative.

Vieles deutet auf ein Ja

Die Wählenden wurden auch gefragt, was sie von den wichtigsten Argumenten von Befürwortern und Gegnern halten. Am meisten überzeugt das Anliegen, dass die Aktionäre über Gehälter der Manager bestimmen können: Vier Fünfteln der Befragten sind damit einverstanden – das ist sogar noch leicht mehr als bei der ersten Befragung im Januar.

Zustimmungswerte von jeweils über 70 Prozent erhielten die Aussagen, dass mit der Initiative den hohen Löhnen und der Raffgier von Managern ein Riegel geschoben werden kann. Die Argumente der Gegner dagegen kommen auch in der zweiten Befragung weniger gut an.

Obwohl die Umfrage lediglich eine Momentaufnahme der Stimmung ist, deutet vieles auf ein Ja zur Abzocker-Vorlage am 3. März. Zwar lassen die Daten von gfs.bern keine Vorhersagen über das Ständemehr zu. Die Zustimmung ist aber derzeit so gross, dass die Gefahr einer mehrheitlichen Ablehnung der Kantone kaum besteht.

Die Eckwerte der SRG-Umfrage

Durchgeführt wurde die Umfrage im Auftrag der SRG SSR vom Forschungsinstitut gfs.bern zwischen dem 8. Und 15. Februar. Befragt wurden 1416 Personen. Weitere Einzelheiten zur Methodik der Umfrage finden Sie hier.

Keine wichtigen News verpassen

Erhalten Sie die wichtigsten Nachrichten per Browser-Push-Mitteilungen.

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren.

10 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Johann Müller, Kerzers
    Kaspar Villiger, Joseph Deiss, Flavio Cotti und Christoph Blocher haben auf eine lebenslange Rente von über 200000.- Fr.pro Jahr verzichtet. Fällt euch - liebe SF Forumer/innen - etwas auf: KEIN SP-Bundesrat hat auf seine Rente verzichtet. Typisch für diese Kaste: WASSER predigen und WEIN trinken. Wo sitzt wohl die unsichtbare Sozi-Gruppe der Abzocker?
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
    1. Antwort von A. Planta, Chur
      Ihr Bsp. ist an den Haaren herbeigezogen. Ebensogut könnte man erwähnen, dass der Vasella und der Ospel hunderte Mio. kassiert haben und sie deshalb der Abzockerinitiative zum Erfolg verholfen haben.
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
    2. Antwort von Heinz Balmer, Winznau
      Herr Müller,Ihr Kommentar ist reiner Schwachsinn! Beim Abzocken kommts mir nicht auf die Partei an,sondern auf mein inneres!Ich szimme nach meinem Willen ab und nicht wie die Partei es will! Wenn die Partei Ihnen sagt Sie sollen in den Rhein springen tun Sie das!Herr Villiger hat bei der UBS genug Agesahnt!!!!!
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
    3. Antwort von Marcel Amgwerd, Solothurn
      Grundsätzlich geht es die Öffentlichkeit nichts an, was in privaten Unternehmen bezahlt wird oder nicht. Die grössten Abzocker sitzen in der Politik! Jedes Jahr werden immer neue Steuern und Abgaben erhoben! Hier gehört endlich einmal der Riegel geschoben! Hier sind alle betroffen die Steuern bezahlen! Milliarden werden durch Subventionen, Aufwendungen für Scheinasylanten, einer nutzlosen Energiewende usw. verschleudert! Das ist Abzockerei!
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Tom Duran, Basel
    Ich bin nicht dafür, dass obenrum immer mehr abgeschöpft wird, gleichzeitig aber der Arbeiter immer weniger erhält oder sogar wegrationalisiert wird! Aber daran ändert auch diese Initiative rein gar nichts. Nirgends ist festgehalten, dass das an Abfindungen und Boni eingesparte Geld dem Arbeiterkonto zufliesst. Somit ist dies Initiative für mich ein Witz. Man bremst anderen einen rein, ohne selber davon auch nur den geringsten Nutzen zu haben. Das hat hierzulande System, ist aber falsch!
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
    1. Antwort von Johnny Feierabend, Bern
      Da haben Sie recht, der Arbeiter profitiert kurzfristig kaum von der Initiative. Aber sie ist ein erstes Zeichen und Schritt in die richtige Richtung, die Missstände in den oberen Etagen zu beseitigen. Also ein klares JA! Das ist auch die Voraussetzung dafür, das Bewusstsein zu schärfen, dass die Kleinsverdiener bald bessergestellt werden müssen.
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von S. Sugano, Therwil
    Ich weiss was ich Abstimmen werde. Es kann nicht sein, dass es Millionen-Abfindung gibt, und schon garnicht wenn man z.B. eine Firma in den Sand gesetzt hatte, und Menschen den Job verlieren. Sanktionen und Strafen muessen gesetzlich geregelt sein, sonst hoert dieser Wahnsinn nie auf. Auch mit dem Aktuellen Fall der in den Medien ist, Milliarden Gewinn, und trotzdem wird Personal Abgebauch/gekuendigt. Aber den Bonus gibts fuer die Manager trotzdem. Auch schon im 2011/2012.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen