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Amherd: «Wir müssen den Beschaffungsprozess heute starten»
Aus News-Clip vom 26.06.2020.
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Abstimmungskampf eröffnet Neue Kampfjets sind für Viola Amherd unverzichtbar

  • Am 27. September stimmt das Schweizer Volk über den Kauf neuer Kampfflugzeuge ab.
  • Verteidigungsministerin Viola Amherd hat den Abstimmungskampf eröffnet.
  • Sie argumentiert mit der sich ständig verschlechternden Sicherheitslage.

Steigende Spannungen zwischen den Grossmächten, bewaffnete Konflikte, die terroristische Bedrohung, die Schwächung internationaler Organisationen, Cyberangriffe und zuletzt die Pandemie: Covid-19 habe deutlich gemacht, dass sich ruhige und stabile Situationen rasch ins Gegenteil wenden könnten, sagte Amherd gemäss Redetext vor den Bundeshausmedien.

Weil man solche Bedrohungen nicht vorhersehen könne, brauche die Schweiz ein Sicherheitsdispositiv, das es erlaube, je nach Bedrohung die erforderlichen Massnahmen zu ergreifen. «Dazu gehört auch der Schutz der Bevölkerung vor Angriffen aus der Luft», erklärte die Verteidigungsministerin.

Veraltete Flotte

Damit das auch in Zukunft möglich sei, müssten die heutigen Kampfflugzeuge ersetzt werden. Die F-5 Tiger sind seit vier Jahrzehnten im Dienst und fliegen nur bei schönem Wetter, die F/A-18 können längstens bis 2030 eingesetzt werden. «Unsere Flugzeuge sind technisch veraltet und an ihrem Nutzungsende angelangt», sagte Amherd.

Welcher Kampfjet die veraltete Flotte ersetzen soll, ist noch nicht klar. Im Rennen sind das Tarnkappenflugzeug F-35 von Lockheed Martin, der F/A-18 Super Hornet von Boeing, der Rafale des französischen Herstellers Dassault und das Airbus-Flugzeug Eurofighter.

Den Flugzeugtyp bestimmt der Bundesrat voraussichtlich Anfang 2021. Abgestimmt wird lediglich über den Grundsatz, neue Kampfflugzeuge zu kaufen, sowie ein Kostendach von 6 Milliarden Franken. Zudem legt der Planungsbeschluss fest, dass 60 Prozent des Kaufpreises durch Aufträge an Schweizer Unternehmen kompensiert werden müssen.

Das Parlament hat diesen – anders als bei Rüstungsgeschäften üblich – dem fakultativen Referendum unterstellt. Unterschriften gesammelt haben die Gruppe für eine Schweiz ohne Armee (Gsoa), die Grünen und die SP.

Keine Alternativen

Heisst das Stimmvolk das Rüstungsgeschäft gut, sollen die ersten neuen Jets 2025 abheben. Abgeschlossen ist die Beschaffung voraussichtlich 2030. Diese sei komplex, deshalb müsse die Erneuerung der Luftwaffe jetzt angegangen werden, erklärte die Verteidigungsministerin.

Der Bundesrat hatte verschiedene Alternativen geprüft und verworfen. Dazu gehört der Kauf leichter Kampfflugzeuge, was deutlich weniger kosten würde. Solche Flugzeuge taugen laut Amherd aber nicht einmal für den Luftpolizeidienst, weil sie zu wenig hoch fliegen und nicht über die nötigen Radare und die richtige Bewaffnung verfügen. Das Gleiche gelte für Drohnen und Helikopter.

«Sinnvoll und notwendig»

Auch eine Allianz mit den Nachbarländern kann laut Amherd die Sicherheit der Schweiz nicht gewährleisten. Sie führt dafür neutralitätspolitische Gründe ins Feld. Zudem sei es eine Frage der Solidarität, dass die Schweiz ihren Luftraum selber schütze, sage sie.

Ich bin überzeugt, dass die Investition in die Sicherheit unseres Landes sinnvoll und notwendig ist.
Autor: Viola AmherdVerteidigungsministerin

Die neuen Kampfflugzeuge sollen im Wesentlichen die gleichen Aufgaben erfüllen wie heute die F/A-18-Flotte: Luftpolizeidienst, auch zum Schutz internationaler Konferenzen, Kontrolle des Luftraums bei Konflikten rund um die Schweiz sowie Verteidigung des Luftraums im Fall eines Angriffs. «Ich bin überzeugt, dass die Investition in die Sicherheit unseres Landes sinnvoll und notwendig ist», sagte Amherd.

SRF 4 News, 26.06.2020, 12 Uhr;

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212 Kommentare

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  • Kommentar von Lukas Gubser  (Mastplast)
    77.5 mio für einen F-35 sind eigentlich schon wahnsinnig wenig, wenn man bedenkt was da alles drinn ist.
    Das Joint Striker Programm läuft gut an Italien, Dänemark, Niederlande, Norwegen sind schon Partner viele weitere Länder auch. Nur der F-35 ist modern alle anderen ausser der Grippen sind schon knapp 30 Jahre alt im Konzept. Schon 550 stk. sind gebaut und es kommen noch viele dazu, für mich ist er mit seiner Preis-Leistung ein guter Mehrzweckflieger für die Schweiz.
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  • Kommentar von René Widmer  (Widmer)
    Herr Mauer sagte vor einigen Jahren, dass die Schweiz keine Flieger braucht. Zu teuer. Dann standen mal 22 zur Diskussion, dann mal etwa 30 und heute redet man von 40. Frau Amherd hält die Flieger für unverzichtbar. Ein US General und Luftwaffenspezialist empfiehlt der Schweiz keine Jets, sondern Verstärkung Boden-Luftabwehr (obwohl die Amis uns ja Flieger verkaufen wollen!). Wem und was soll man glauben?? Ich stimme mal nein bis ein klares Konzept vorliegt und klar ist was wir genau kaufen.
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    1. Antwort von Lukas Gubser  (Mastplast)
      Mit 6 mia Franken bekommt man momentan 77 F-35 A. Preis stark sinkend.
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    2. Antwort von Noah Schmid  (Schmid)
      Zumindest zum Schutz von heiklen Einrichtungen wie Atomkraftwerke, wäre entsprechend gezielt platzierte Boden-Luftabwehr zweifelsohne effektiver als Kampfjets.
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  • Kommentar von Alex Schneider  (Alex Schneider)
    Kampfjets für Hot Missions: Was taugen sie konkret?
    "Im Jahr 2019 (bis zum 14. November) konnten dank LP24 bereits 11 solche «Hot Missions» durchgeführt und somit ein wesentlicher Beitrag zur Sicherheit und Souveränität in unserem Luftraum beigesteuert werden.“
    Was waren die konkreten Reaktionen der kontrollierten Flugzeuge nach den Hot Missions der CH-Luftwaffe? Welche Waffen hat denn die CH-Luftwaffe an Bord? In welchen Fällen werden diese konkret eingesetzt? Wer erteilt wann welche Befehle?
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