Acht Lawinentote an einem Wochenende

Der weisse Tod hat an diesem Wochenende wieder erbarmungslos zugeschlagen. Mehrere Lawinen reissen insgesamt acht Wintersportler in den Tod.

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Acht Lawinentote in zwei Tagen

2:22 min, aus Tagesschau vom 1.2.2015

Die Lawinengefahr wird vom Lawinenforschungsinstitut in Davos im ganzen Alpenraum als erheblich eingestuft. Mehrere Schneebretter am Samstag wurden Varianten- und Tourenskifahrern zum Verhängnis.

Eine Frau, die am Samstagnachmittag am Berg Vilan in Graubünden mit sieben weiteren Personen von einer Lawine verschüttet und schwer verletzt worden war, ist im Spital gestorben. Damit kamen bei diesem Unglück insgesamt fünf Menschen ums Leben.

Rote Rega-Helikopter stehen auf dem Lawinenkegel. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Fünf Helikopter wurden für die Rettungsaktion aufgeboten. Kantonspolizei Graubünden

Fünf Todesopfer im Prättigau

Die Frau befand sich mit einer neunköpfigen Tourengruppe aus dem Raum Zürich/Aargau auf einer Skitour. Bei der Abfahrt Richtung Seewis löste sich auf einer Höhe von rund 2200 Metern über Meer eine Lawine und riss acht Personen mit.

Drei Männer konnten nur noch tot geborgen werden. Vier Personen wurden schwer verletzt ins Spital geflogen. Eine Frau erlag am Samstag ihren Verletzungen im Spital. Eine weitere Frau starb in der Nacht auf Sonntag im Spital.

Zwei Todesopfer im Berner Oberland

Auch in den Berner Alpen kamen am Samstag bei Lawinenniedergängen zwei Personen ums Leben. In Mürren im Berner Oberland kam ein Snowboarder in der Region Schilthorn ausserhalb der Pisten unterhalb der Station Birg in ein Schneebrett. Der 28-jährige Basler konnte nicht mehr lebend gerettet werden, wie die Kantonspolizei Bern mitteilte.

In Adelboden kam es ebenfalls zu einem tödlichen Lawinenunglück. Zwar konnte der Mann, der ausserhalb der Piste in ein Schneebrett geraten war, gerettet und ins Spital geflogen werden. Dort verstarb er aber am Abend, wie es weiter hiess.

Ferner geriet am Samstag in der Gemeinde Wildhaus (SG) ein 26-jähriger Variantenskifahrer in ein Schneebrett. Er stürzte hunderte Meter in die Tiefe und konnte nur noch tot geborgen werden. Zwei weitere Personen, die den Mann auf der Skitour begleiteten, kamen mit dem Schrecken davon.

Die unterschätzte Lawinengefahrenstufe «erheblich»

1:41 min, aus Tagesschau vom 1.2.2015

Weitere Verschüttete gerettet

Fast gleichzeitig wurde auch in Flumserberg (SG) eine Variantenfahrerin von einer Lawine verschüttet. Eine 29-jährige Snowboarderin und ein 30-jähriger Skifahrer hatten beim Maschgenkamm das gesicherte Skigebiet verlassen und in der Folge ein Schneebrett ausgelöst. Die Snowboarderin wurde verschüttet, konnte aber durch ihren Begleiter unverletzt befreit werden.

Glimpflich ging ein Lawinenunfall oberhalb von Verbier (VS) aus. Am Samstagmittag waren zwei Skifahrer von einer Lawine verschüttet worden. Die Rettungskräfte konnten sie schnell aus den Schneemassen befreien. Die Skifahrer wurden leicht verletzt. Ein Helikopter flog sie zur Kontrolle ins Spital.

Bereits 19 Lawinentote

In der Wintersaison 2014/2015 kamen bisher 19 Menschen bei Lawinenniedergängen um Leben. Wie aus der Statistik des Lawinenforschungsinstituts (WSL) in Davos hervorgeht, starben in den letzten 20 Jahren im Schnitt 22 Personen pro Jahr wegen Lawinen.