Alkohol und Jugendschutz: Wiederkehrende Kontrollen wirken

Jugendliche kommen weniger leicht an Alkohol als früher. Das zeigen die Resultate von über 8000 Alkoholtestkäufen im vergangenen Jahr. Doch es gibt nach wie vor Problemfelder.

Ein Zettel an einem Alkoholregal: Kein verkauf an Jugendliche unter 16 Jahren. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Das Schutzalter für Wein und Bier liegt bei 16 Jahren, jenes für Spirituosen bei 18 Jahren. Keystone

Viele Jugendliche haben kein Problem damit, sich Alkohol zu beschaffen. Letztes Jahr wurden bei 7 von 10 Testkäufen Bier, Wein oder Spirituosen an Minderjährige verkauft. Am leichtesten ging es in Bars und an Festivals. Laut der Eidgenössischen Alkoholverwaltung war dort jeder zweite Testkauf im vergangenen Jahr erfolgreich.

Häufig sei es dort dunkel und laut. Zudem stünden die Barkeeper unter Zeitdruck. Umso seltener werde das Alter der Jugendlichen kontrolliert, sagt Nicolas Rion, Sprecher der Alkoholverwaltung. «Hinzu kommt, dass das Personal an der Bar davon ausgeht, dass die Jugendlichen beim Empfang schon einmal kontrolliert wurden, so dass eine weitere Kontrolle beim Ausschank nicht mehr nötig ist.»

Regeln kennen – und anwenden

Die Alkoholverwaltung wolle künftig insbesondere Bar- und Festivalbetreiber noch besser für den Jugendschutz sensibilisieren, so Rion. Bei der Frage, ob Jugendliche Alkohol erhalten oder nicht, spielt aber auch die Art des Ladenlokals eine wichtige Rolle. So schnitten die Tankstellenshops im vergangenen Jahr am besten ab.

Dort habe nur knapp jeder fünfte Minderjährige tatsächlich Alkohol kaufen können, erklärt Rion. «Das hat unter anderem damit zu tun, dass sie intern sehr viel in die Ausbildung, aber auch in interne Testkäufe investieren, so dass das Verkaufspersonal die Bestimmungen sehr gut kennt und auch anwendet.»

Unterschiede je nach Tageszeit

In der Regel ist es für Jugendliche einfacher, abends Alkohol zu kaufen. Dann gelingt einer von drei Versuchen, tagsüber aber nur jeder vierte, so die Alkoholverwaltung.

Insgesamt war es letztes Jahr für Jugendliche aber schwieriger, an Alkohol zu kommen. Gelang dies 2014 noch 33,7 Prozent der minderjährigen Testkäufer, so waren es letztes Jahr noch 29 Prozent.

Dass die Testkäufe wirken, zeigt sich laut der Auswertung der Alkoholverwaltung auch darin, dass regelmässig getestete Verkaufsstellen eine deutlich tiefere Verkaufsrate aufweisen als jene, die erstmals oder nur sporadisch getestet werden.