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Schweiz Als im Gefängnis die Duschen fehlten

Der Platz in den Schweizer Strafanstalten wird immer knapper. Das war nicht immer so: Vor 120 Jahren waren unsere Gefängnisse noch nicht überbelegt. Das Leben hinter Gittern verbarg damals ganz andere Probleme.

Die Schweizer Gefängniswelt vor knapp 120 Jahren: Dokumente des Polizeidepartementes zeigen eindrücklich das harte Leben hinter den hohen Mauern im Jahr 1895. Das Bundesamt für Statistik hat die Berichte publiziert.

Die Ergebnisse sind aus heutiger Sicht undenkbar. Die Rede ist von «schwachen Thüren», «primitiver Ausstattung» und «Nachtgeschirr ohne Deckel». Zudem sei die «Beaufsichtigung der Sträflinge ungenügend» und die Schlafzellen «zu klein».

Klicken Sie sich durch die Fotogalerie der Schweizer Gefängnisse von 1895.

Viel Platz für die Gefangenen vor 120 Jahren

Platzmangel hingegen scheint vor 120 Jahren noch kein Thema zu sein. Die Strafanstalten waren noch nicht überbelegt wie heute. Kein Wunder: 1895 gab es dieselbe Anzahl von Gefängnisplätzen in der Schweiz wie heute. Und dies, obwohl die Schweizer Bevölkerung in der Zwischenzeit fast um das Dreifache zugelegt hat. Das zeigen Zahlen des Bundesamtes für Statistik.

1895 standen bei einem Stand der Wohnbevölkerung von 2,9 Millionen Personen 211 Haftplätze pro 100'000 Personen zur Verfügung standen. 2013 waren es für für 8,1 Millionen Personen der Wohnbevölkerung sogar nur noch 87 Haftplätze pro 100'000 Personen.

Legende:
Haftplätze pro 100'000 Einwohner in der Schweiz BFS

(srf/widb; schl)

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4 Kommentare

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  • Kommentar von Rolf Bolliger, Orpund
    Warum sind die Strafanstalten (besonders in Genf) dermassen überfüllt? Diese Frage beantwortet die politische Oeffentlichkeit und deren "Wasserträger" nie! Dafür wird tagtäglich bestürzt über die zwei Revolten berichtet, dabei die Politik und die zuständigen Behörden beschuldigt, verunglimpft und nach modernen, geräumigen Neubauten gerufen! Einige "Gutmenschen" denken sogar darüber nach, ob die Gefangenen mit Geld für ihre engen Wohnsituationen entschädigt werden sollten!!! Lachnummer Schweiz!
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  • Kommentar von E. Waeden, Kt. Zürich
    Eine Hochglanz-Broschüre einer Schweizer Strafanstalt nach dem Umbau/Ausbau angeschaut, haben wir gewitzelt, dass man da auf Kosten des Staates jetzt Luxus-Ferien machen könnte. All inklusive! So zweimal im Jahr 2 Wochen spart man Steuern, Krankenkassen-Prämien & Kosten für den Lebensunterhalt für 1 Monat, weil es der Staat bezahlt. :-)
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  • Kommentar von Marlene Zelger, 6370 Stans
    Das waren krasse Gegensätze zu den heutigen, luxuriös ausgestatteten "Gästezimmern". Das Mittelmass wäre angebracht. Einfache, saubere Zellen mit den nötigsten, dem heutigen Standard entsprechenden Minimalbedürfnissen ausgestattet. Aber bitte nicht immer noch mehr und noch mehr Gefängnisse für noch mehr und immer noch mehr Sträflinge bauen, sondern ausschaffen, wer nicht hierher gehört, Punkt!.
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    1. Antwort von Albert Planta, Chur
      Luxuriös ausgestattete Gästezimmer? Haben sie den Bericht von Champ-Dollon nicht gesehen?
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