Anzahl der Diensttage von Sportsoldaten hat sich verdoppelt

So viele Spitzensportler wie noch nie absolvierten in diesem Jahr einen Sport-Wiederholungskurs. Mehr als 300 leisteten gesamthaft rund 16'000 Diensttage. Das sind mehr als doppelt so viele Tage wie im letzten Jahr. Bedenken werden laut.

Frauen in Uniform vor der Schweizer Flagge Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Kritiker befürchten, das gute Trainingsangebot könnte von Amateur-Sportlern ausgenutzt werden. Keystone

Der sogenannte Sport-WK ist ein voller Erfolg: Dieses Jahr wählten mehr als 300 Schweizer Spitzensportler diese Variante beim Militärdienst – und konnten so weiterhin intensiv trainieren.

Interview mit Kurt Henauer vom Bundesamt für Sport

2:16 min, aus SRF 4 News aktuell vom 17.12.2014

Grund für die Zunahme dürften die verbesserten Bedingungen sein, die der Bundesrat im Oktober 2013 verabschiedete: So können Athleten neu an bis zu 130 Tagen pro Jahr ihren Sport-WK absolvieren. Dafür kriegen sie Sold und eine Entschädigung für den Erwerbsausfall.

Fast professionelle Trainingssituation

So könnten auch Sportler ohne grosse Sponsoren profitieren, sagt Kurt Henauer vom Bundesamt für Sport: «Es ermöglicht es ihnen, eigentlich fast professionell zu trainieren. Weil wenn man die Summe zusammenrechnet, die sie erhalten, dann ist es fast ein Arbeitspensum.»

CVP-Nationalrat Jakob Büchler betrachtet die Zunahme der Anzahl von Sportsoldaten kritisch. Als Mitglied der Sicherheitspolitischen Kommission ist er auch für die Armee verantwortlich: «Wichtig ist, dass es klar ist, wer ist ein Spitzensportler und wer nicht. Es darf nicht Missbrauch betrieben werden. Das wäre gegen unsere Armee, und das darf nicht sein.»

Keine ruhige Kugel schieben

Henauer vom Bundesamt für Sport erwidert, es gebe strenge Selektionskriterien. Athleten, die zu wenig Leistung erbringen, könnten von weiteren Sport-WK ausgeschlossen werden.

Und: Eine ruhige Kugel könnten die Sportler nicht schieben, selbst wenn ein Trainingslager auf Teneriffa oder in Skandinavien stattfinde: «Man will nicht einfach nur irgendwie fördern. Man will optimale Bedingungen schaffen im Training, damit diese Athleten auch optimal vorbereitet an die grossen Wettkämpfe wie Weltmeisterschaften und Olympische Spiele gehen können.» Und von dort hoffentlich Medaillen und Diplome nach Hause bringen.