Zum Inhalt springen

Ein Jahr Verhüllungsverbot Arabische Touristen kommen weiterhin ins Tessin

Unterschriftensammlung gegen das Verhüllungsverbot.
Legende: Wer im Tessin sein Gesicht verhüllt, kann mit Bussen bis zu 1000 Franken bestraft werden. Keystone

Hat das Verhüllungsverbot zu Einbrüchen im Tourismus geführt? Nein. Die Zahl der Touristen aus arabischen Ländern ist gegenüber dem Vorjahr um zwei Prozent gestiegen, wie Tessin Tourismus berichtet. Wie sich die Zahlen ohne das Verbot entwickelt hätten, ist natürlich unklar. Insgesamt machen Gäste aus den arabischen Golfstaaten rund zwei Prozent der Gäste aus. Nur ein sehr kleiner Teil davon trage Burka, so Tessin Tourismus.

Wie viele Bussen wurden ausgesprochen? Die Polizei musste selten aktiv werden. Sie habe sieben Verstösse von «Verhüllung im öffentlichen Raum» gemeldet, sagte der Generalsekretär der Kantonsregierung, Luca Filippini. Verhüllte Frauen würden zunächst unter anderem per Flugblatt auf das Gesetz hingewiesen und gebeten, sich danach zu richten. Das sei aber weniger als ein Dutzend Mal in Lugano und Mendrisio nötig gewesen.

Gilt das Verbot nur für Burka-Trägerinnen? Nein. Wie der Kanton betont, betrifft das Verhüllungsverbot sowohl verhüllte Frauen wie auch vermummte Demonstranten. Die Massnahme trat am 1. Juli 2016 in Kraft. Dafür hatten sich die Bewohner in einer Volksabstimmung 2013 ausgesprochen.

Kommt das Burka-Verbot in der Schweiz?

Das Tessin bleibt vorläufig der einzige Kanton mit Verhüllungsverbot. Der Kanton Glarus lehnte es im Mai 2017 an der Landsgemeinde deutlich ab. Kein anderer Kanton hat das Begehren bisher auf den Tisch gebracht. Auf der nationalen Ebene scheiterte im März 2017 der Vorstoss für ein Burka-Verbot im Parlament. Womöglich könnte das Schweizer Stimmvolk das letzte Wort haben: Aktuell sammeln Exponenten um SVP-Nationalrat Walter Wobmann die Unterschriften für eine entsprechende Initiative. Ob die nötigen Unterschriften zustande kommen, wird sich im September zeigen.

14 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Niklaus Bächler (quod erat demonstrandum)
    Dieses Gesetz zeigt auch überdeutlich, wie in der Arena die Frage gestellt wurde: Ja, viele Schweizer Bürger sind wohl tatsächlich(verdeckte) Rassisten! Denn sonst bräuchte es dieses Gesetz nicht!
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Niklaus Bächler (quod erat demonstrandum)
    Das Gesetzchen zeigt die Bedeutungslosigkeit dieses von rechter Seite hochstilisierte Problemchen! Stolz klopft man sich auf die Brust und meint, man hätte hier Zeichen gesetzt. Als ob die Sache wegen 7!!!! Verzeigungen und 2% der Gäste nicht anders hätte gelöst werden kônnen.An diesem Bsp. erkennt man wie Rechtspopulisten nur Kleinkram "bewirtschaften" können! Wohl das unnötigste Gesetz ever...
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Norbert Schnidrig (3646)
    Wer in der Schweiz lebt oder diese bereist, hat absolute Religionsfreiheit. Das heisst aber noch lange nicht, dass man sich dem Land nicht anpassen muss. Wir haben alte Traditionen, die uns unsere Freiheiten in der Gemeinschaft erlauben. Und darauf können wir stolz sein. Wenn wir tolerieren, dass fremde Religionen für ihre Sache in unserem Land werben, haben wir bereits verloren. Respektiert unser Leben oder verlasst unser Land, denn eigene Prediger haben wir hier genug.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
    1. Antwort von Niklaus Bächler (quod erat demonstrandum)
      Weltfremd! Schweizer Touristen nehmen sich in muslimischen Ländern jede Freiheit heraus und kümmern sich einen Deut um die dortigen Traditionen. Da läuft der CH-"Mann" mit ärmellosem T-Shirt und kurzen Hosen in Moscheen oder heilige Stätten, die CH-Damen von Welt liegen barbusig am Strand!-und hier in der CH schreien sie dann,Ausländer sollen sich anpassen.
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
    2. Antwort von Niklaus Bächler (quod erat demonstrandum)
      und was wäre dann ihrer Meinung nach mit den Abertausenden Missionaren, die in alle Welt ausschwärmen und den christlichen Glauben verbreiten? Seien sie etwas objektiver!
      Ablehnen den Kommentar ablehnen