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Schweiz Asylbewerber foutieren sich offenbar um Dublin-Regeln

Zahlreiche Asylsuchende stellen zwar in der Schweiz ein Gesuch, reisen dann jedoch weiter nach Norden oder verlassen das Land irregulär. Diese Entwicklung beobachtet der Staatssekretär für Migration, Mario Gattiker.

Zwei Polizisten begleiten drei dunkelhäutige Jugendliche
Legende: Viele Migranten tauchen offenbar häufig ab, bevor sie den Asylprozess regelkonform durchlaufen haben. Keystone

Zwischen Juni und August sind bis zu 60 Prozent der Personen, die in der Schweiz ein Asylgesuch stellten oder stellen wollten, verschwunden. Mario Gattiker, Staatssekretär für Migration (SEM), spricht von «einer neuen Entwicklung» seit diesem Sommer.

«Die Leute geben an, ein Asylgesuch stellen zu wollen, reisen dann aber vor der Befragung weiter», sagte Gattiker in Interviews mit mehreren Zeitungen. Von Juni bis August seien bis zu 40 Prozent aller Personen, die dem Grenzwachtkorps erklärt hatten, in der Schweiz Asyl zu beantragen, noch vor der vollständigen Erfassung des Gesuchs verschwunden.

Mario Gattiker im Porträt.
Legende: SEM-Chef Gattiker: «Es gibt mehrere Gründe für eine irreguläre Abreise.» Keystone / Archiv

Dazu kämen weitere 20 Prozent, die nach dem Asylantrag irregulär abreisen würden. Sie wollten schlicht nicht in der Schweiz bleiben, sondern ihren Weg in Richtung Norden fortsetzen. «Insgesamt verschwinden bis zu 60 Prozent», sagte Gattiker. Dieses Problem lasse sich nicht vollständig beheben, zumal sich Personen im Asylverfahren nicht im Freiheitsentzug befänden.

2443 Gesuche im August

Die Schweiz wirke der Entwicklung allerdings entgegen. So würden Asylsuchende etwa in grösseren Gruppen mit Bussen statt mit dem öffentlichen Verkehr von Chiasso aus in die Bundeszentren verteilt. Beim Aussteigen aus den Bussen und beim Eintritt in die Zentren werden die Menschen von Sicherheitspersonal überwacht. Auch kämen die Asylsuchenden nach Möglichkeit nicht in Zentren in Basel und Kreuzlingen TG, die direkt an der deutschen Grenze liegen.

Es gebe mehrere Gründe für die vermehrten irregulären Abreisen. Einer davon sei der Tatsache geschuldet, dass die Schweiz das Dublin-Abkommen konsequent anwende und bereits anderswo registrierte Personen rasch rücküberstelle. Anderseits würden jene Personen, die nach Deutschland weiterreisen wollen, dort eher mit einem positiven Asylentscheid rechnen.

Im August wurden in der Schweiz 2443 Asylgesuche registriert. Für 2016 rechne er mit 30'000 Gesuchen, sagte Gattiker. Für das kommende Jahr gehe man von etwas weniger Gesuchen aus. Wegen der Zerstörung in Syrien, den Schleppern in Libyen und dem Krisenherd Ukraine zeichne sich «für die kommenden Jahre aber keine Entspannung ab».

Legende:
Asylstatistik Stand August 2016 Asylgesuche Neue Asylgesuche

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47 Kommentare

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  • Kommentar von L. Leuenberger (L.L.)
    Die Zeit der Schönrederei ist vorbei. Politisch inszenierte Migrationswelle hat die Schlepperbanden zur Mafia befördert, Flüchtlingsorganisationen haben mit ihren ziellosen Tätigkeiten Migrationsmöglichkeiten geöffnet. Nachweislich entpuppt sich jeder zweite Asylbewerber als Migrant. Unkontrolliertes Aufhalten und Agieren in fremden Ländern darf nicht mehr toleriert werden, sonst entpuppt sich die Politik als der grösste Missachter der Gesetze. Steuergelder nur für Kriegsmigranten einsetzen.
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  • Kommentar von heinz stalder (Paschu)
    ... bis zu 60 Prozent der Personen,Verschwunden. Das is doch gut,ich finde die Schweiz könnte/dürfte lascher sein mit der erst Regestrierung,zumal Mama Merkel noch immer MAMA Merkel ist,und Sie sagt nach wie vor; Wir schaffen das. Es ist besser nur die Menschen zu behalten, die auch hier sein wollen.
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  • Kommentar von Kerzenmacher Boris (zombie1969)
    Diese "Flüchtlinge" wollen ein besseres Leben, wie jeder andere auch. Solange dies in ihren Ländern nicht möglich ist, werden sie nach Europa zu kommen. Vieles ist in Europa nicht perfekt, aber im Vergleich zu ihren Ländern gleicht es dem Paradies. Und weil das so ist, muss Europa alles dafür tun, diesen Weg zu versperren. Wenn die Leute ein besseres Leben wollen, was jedem einzelnen zu gönnen ist, müssen sie das in ihrer Heimat tun. Europa kann da bestenfalls unterstützen.
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