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Starker Rückgang Asylzahlen um einen Drittel gesunken

Die Zahl der Asylgesuche in der Schweiz ist 2016 stark zurückgegangen. Der Hauptgrund: Die Schliessung der Balkanroute.

Legende: Video «Weniger Asylgesuche in der Schweiz» abspielen. Laufzeit 1:12 Minuten.
Aus Tagesschau vom 23.01.2017.

Das Wichtigste in Kürze

  • 2016 wurden 27'207 Asylgesuche in der Schweiz eingereicht. Das sind 12'316 weniger als im Vorjahr.
  • Das Staatssekretariat für Migration (SEM) führt den Rückgang auf die Schliessung der Balkanroute zurück.
  • Am meisten Asylsuchende kommen aus Eritrea.

In der Schweiz sind im vergangenen Jahr 27'207 Asylgesuche eingereicht worden. Das sind fast ein Drittel oder 12'316 Gesuche weniger als im Vorjahr. Für 2017 rechnet das Staatssekretariat für Migration (SEM) mit einer noch leicht tieferen Zahl.

Der Rückgang ist in erster Linie auf die Schliessung der Balkanroute im März 2016 zurückzuführen, wie das SEM in einer Mitteilung schreibt. Denn in den letzten vier Monaten des Jahres 2015 war noch ein starker Zustrom von Migrantinnen und Migranten über diese Route verzeichnet worden. Seit der Schliessung seien nur noch relativ wenige Asylsuchende auf diesem Weg in die Schweiz gelangt.

Auch 2017 weniger Gesuche erwartet

Wichtigstes Herkunftsland der Asylsuchenden 2016 blieb Eritrea. Allerdings ging die Zahl der Gesuche gegenüber dem Vorjahr um 4788 auf 5178 zurück. Zweitwichtigstes Herkunftsland ist Afghanistan mit 3229 Gesuchen. Danach folgen Syrien (2144 Gesuche) und Somalia (1581 Gesuche).

Für das Jahr 2017 rechnet das SEM mit 24'500 Asylgesuchen. Je nach Entwicklung seien aber auch bis zu 32'000 Gesuche möglich. Dies hänge unter anderem von der Entwicklung auf der Mittelmeerroute ab und ob das Flüchtlingsabkommen zwischen der Europäischen Union und der Türkei bestehen bleibe.

Das SEM erledigte im vergangenen Jahr 31'299 Asylgesuche in erster Instanz – 3181 mehr als 2015. Auf 9393 Gesuche gingen die Behörden wegen eines Nichteintretensentscheids gar nicht erst ein. 5985 Personen erhielten Asyl, und 7369 Personen wurden vorläufig aufgenommen. Die Quote von vorläufigen Asylgewährungen und Aufnahmen sank von 53,1 auf 48,7 Prozent.

Asylgesuche nach Nationen

Quelle: SEM

2016
2015
1. Eritrea
51789966
2. Afghanistan
32297831
3. Syrien
21444745
4. Somalia
15811253
5. Sri Lanka
13731878
6. Irak13122388
7. Nigeria1106970
8. Gambia1054968
9. Äthiopien1036599
10. Guinea900274
Übrige
82948651
Total
27'20739'523

52 Kommentare

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  • Kommentar von Niklaus Bächler (Brücken- statt Mauerbau!)
    Ich denke,wir sollten die SVP-Märchen hier nun ein für alle Male entlarven.Wie oft hat uns diese SVP versucht einzureden, dass jedes Jahr > 40'000 Menschen Asyl beantragen würden. Von alledem ist nichts,aber auch rein gar nichts eingetreten. In keinem einzigen Jahr sind die Zahlen dort oben gewesen.Wie die Statistik nun zeigt,ist dies alles mehr als zu verkraften zumal > 50% der Anträge vollends abgelehnt werden.Viel taub aufgewirbelt,keine Faktentreue,nur Polemik!
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  • Kommentar von Christa Wüstner (Saleve2)
    Diese Statistik entsteht doch, indem man Sommer und Winter zusammen rechnet. Logisch, dass im Winter wenige kommen. Der Frühling und die ersten warmen Tage werden es zeigen.
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  • Kommentar von Thomas Mann (Freidenkerin)
    Es ist schon interessant: der Titel kann heissen "Asylzahlen gestiegen" oder "Asylzahlen gesunken" und die Zelgers, Bolligers, Wabers und Hallers schreiben die gleichen Kommentare von naiven Gutmenschen, immensen Sozialkosten, fehlenden Rückschaffungen, verfehlter Integration und manipuöierender Linkspresse. Was braucht es denn noch für Schlagzeilen, bis das Dauergemotze ein Ende nimmt?
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    1. Antwort von E. Waeden (E. W.)
      @T. M.: Solange wir immer wieder hören, dass die Überalterung eine riesige Last für das Land ist, man überall bei den Alten sparen will, für Migranten, welche aus falsch verstandener Nächstenliebe einfach nicht zurück geschafft werden wollen, man dafür auch das Geld der Alten mit vollen Händen ausgibt, solange wird wohl das "Gemotze" anhalten. Und auffallend ist, dass es viele "Gutmenschen" gibt, welche sich gerne für Migranten engagieren, aber für dieselben alte Menschen eine Last sind.
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    2. Antwort von Mark Stalden (Mark)
      Herr Waeden. Die überalterung ist ein Problem. Das ist aber nicht die Schuld der Älteren Semester. Sie haben ihren Teil geleistet und ich als Jünger CH bin ihnen Dankbar und habe Respekt vor dem Alter. Aber die Probleme der überalterung gegen Immigration auszuspielen ist Falsch. Beides sind Probleme die schnellst Möglich gelöst werden sollten. Verzeihen sie mir aber die Mehrheit der SVP ist scheinbar nicht Lösungsorientiert was aber von Nöten wäre. Für sie und auch für mich.
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