Auch die SRG spürt den Frankenschock

Fehlenden Einnahmen aus der Mehrwertsteuer und Rückstellungen für die Pensionskasse: Die SRG ist letztes Jahr wie erwartet in die roten Zahlen gerutscht. Der Verlust beläuft sich auf 90 Millionen Franken.

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Bildlegende: Seit einem Bundesgerichtsentscheid darf die SRG auf den Empfangsgebühren keine Mehrwertsteuer mehr verlangen. Keystone

Fehlende Einnahmen aus der Mehrwertsteuer und Rückstellungen für die Pensionskasse haben ein Loch in die SRG-Kasse gerissen. Ohne diese beiden Sondereffekte hätte die SRG ein ausgeglichenes operatives Ergebnis vorlegen können, sagt SRG-Sprecher Daniel Steiner. Wegen des starken Frankens waren zwar die Werbeeinnahmen gesunken. Diese Einbussen konnte die SRG aber dank einer sofortigen Ausgabenbremse kompensieren.

Einen Rückang musste die SRG bei den Einnahmen aus den Empfangsgebühren hinnehmen. Vor knapp einem Jahr hatte das Bundesgericht entschieden, dass die Gebührenzahler keine Mehrwertsteuer zahlen müssen. Seither muss die SRG die Mehrwertsteuer aus eigenen Mitteln berappen. 2015 verursachte dies Mindereinnahmen von 27 Millionen Franken.

Sparprogramm läuft

Auch in den kommenden Jahren muss die SRG voraussichtlich mit weniger Gebührengeldern auskommen. Ab 2016 sinken die Einnahmen aus den Empfangsgebühren wegen des Urteils um jährlich 35 Millionen Franken. Hinzu kommt, dass ab Mitte 2016 die Lokal- und Regionalsender mehr aus dem Gebührentopf erhalten, während die SRG weniger erhält.

Wegen der geringeren Einnahmen hat die SRG bereits ein Sparprogramm lanciert. Rund 250 Stellen sollen bis Ende 2017 wegfallen. Rund drei Viertel des Abbaus sei bereits vollzogen, sagte Steiner. Derzeit rechnet die SRG damit, dass sie ungefähr 100 Kündigungen aussprechen muss. Die SRG hofft, dass sie diese Zahl durch natürliche Fluktuation noch senken kann.

Wie üblich fallen bei einem Sparprogramm zunächst Initialkosten an. Die damit verbundenen Rückstellungen – rund 31 Millionen Franken – belasteten die Jahresrechnung 2015 ebenfalls negativ.

Pensionskasse drückt Ergebnis

Eine weitere Rückstellung von 70 Millionen Franken hat die SRG für die Pensionskasse gebildet, dies wegen der schlechten Aussichten am Kapitalmarkt. Es sei wahrscheinlich, dass die Pensionskasse der SRG den technischen Zins senken muss.

In diesem Fall müsste die SRG einspringen. Denn sie hatte 2013 im Zuge des Primatwechsels für fünf Jahre garantiert, dass sie bei einer Senkung des technischen Zinses die Finanzierung des fehlenden Deckungskapitals für die Rentner übernnimmt.

Einen positiven Effekt auf die Jahresrechnung 2015 hatte hingegen die neu gegründete Werbe-Allianz mit Swisscom und Ringier. Durch den Transfer der Tochtergesellschaft Publisuisse in das neue Gemeinschaftsunternehmen erzielte das Stammhaus SRG einen Beteiligungsertrag von 22,9 Millionen Franken. Für 2016 erwartet die SRG schwarze Zahlen. Der Geschäftsbericht wird am 2. Mai online publiziert.