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Augetrocknete Felder Mais und Kartoffeln leiden, Schadensmeldungen steigen

Ein Versicherer von Landwirtschaftsbetrieben rechnet mit bis zu 1100 Schadensmeldungen – allein wegen der Trockenheit.

Die Trockenheit hat die Schweiz fest im Griff. Besonders für die Landwirtschaft hat dies derzeit grosse Auswirkungen: «Beim Mais gibt es ein Phänomen, das ich so noch nie gesehen habe: Ganze Maisfelder stehen ohne Maiskolben da», sagt Hansueli Lusti, Vizedirektor von Schweizer Hagel, dem mit Abstand wichtigsten Schweizer Anbieter von Versicherungen in der Landwirtschaft.

Legende: Video Hansueli Lusti, Vizedirektor Schweizer Hagel: «Das habe ich noch nie gesehen» abspielen. Laufzeit 00:15 Minuten.
Aus News-Clip vom 03.08.2018.

«Wir haben nur grüne Stängel und Blätter, aber keine Maiskolben. Und eigentlich wäre der Maiskolben das Interessante an dieser Kultur.» Nicht nur Mais leidet unter der Trockenheit, auch Kartoffeln und Zuckerrüben sind betroffen.

Schweizer Hagel rechnet mit über 1000 Schadensmeldungen

Kein Wunder also, sind bei Schweizer Hagel in diesem Jahr schon 100 Schadensmeldungen von Betroffenen eingegangen. Und Lusti rechnet mit bis zu 1000 weiteren Meldungen. Schweizer Hagel versichert die Ernte gegen Hagel-, Sturm- oder Überschwemmungsschäden. Und seit fünf Jahren auch gegen Trockenheit. Von den rund 30'000 bei Schweizer Hagel Versicherten haben sich 1300 zusätzlich gegen Trockenheit versichert.

Legende: Video Hansueli Lusti: «Wir rechnen mit weiteren 1000 Schadensmeldungen» abspielen. Laufzeit 00:11 Minuten.
Aus News-Clip vom 03.08.2018.

Nun ist sich Vizedirektor Lusti sicher, dass man mit den Kunden in Zukunft neue Wege beschreiten muss: «Wir werden mit den Versicherten Lösungen zusammen finden müssen: zum Beispiel im Bereich neue Pflanzenzüchtungen oder Bewässerung. Hier werden wir ansetzen müssen.»

Denn Schweizer Hagel hat seine Risiken bei Rückversicherern, darunter Swiss Re, versichert. Und auch dort rechnet man klar mit mehr Trockenheitsperioden – und damit mit höheren Preisen für die Versicherungsleistungen: «Wir werden mehr Naturkatastrophen, mehr Dürren haben. Das ist wissenschaftlich ziemlich sicher», so Christian Mumenthaler, Konzernchef von Swiss Re. «Für uns heisst das, dass wir die Preise erhöhen – Jahr für Jahr.»

Legende: Video Christian Mumenthaler, Konzernchef Swiss Re: «Wir erhöhen die Preise Jahr für Jahr» abspielen. Laufzeit 00:10 Minuten.
Aus News-Clip vom 03.08.2018.

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53 Kommentare

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  • Kommentar von Ernst Bachofner (ebacho)
    @louis Mais braucht fast keine pflanzenschutzmittel . Unser wasser ist von hervorragender qualität. Ich weiss noch wie es vor ca. 40 jahren war. Die leute werden immer älter. Also kann unser leben nicht ungesund sein. Warun spricht niemand von vielfliegerei christmshopping new york, übertriebenem strassenverkehr (täglichen staus und verstopften strassen), lastwagentransporten durch ganz europa. Wo sind da die probleme der landwirtschaft.
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  • Kommentar von W Streuli (Wernu)
    Teil 2: verantwortlich was den Klimawandel angeht, aber jetzt hier die heimischen Bauern den schwarzen Peter zuzuschieben, machen sich doch einige zu leicht.Ich verstehe nur nicht,wieso die Bauern in Krisensituationen wie jetzt nicht das Wasser aus Flüssen und Seen entnehmen dürfen.Aber anscheinend haben wir vergessen,das Ausfälle nur mit Importen,was auch wieder mit Mehrverkehr verbunden ist,kompensieren müssen.Besser den Hahn zudrehen für das waschen der Co2 Dreckschleudern ( PKW )
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    1. Antwort von Roger Stahn (jazz)
      Einige Bauern nehmen schon seit Jahrzehnten Jahren Wasser aus Bächen, Flüssen und Seen, und das für manch ineffiziente Bewässerung (z.B. Zerstäuber). Die nicht Einhaltung der Mindestrestwassermenge, die begradigten Flüsse sind das Problem (Eutrophierung, Natur kann ohne naturnahe Flüsse nicht ausgleichend wirken). Seit über 500 Jahren haben Schweizer Bauern Schaden von mehr als 16 Dürrejahren erlebt und sind auch nicht Schuld am Wetter - wie es war und es ist...
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  • Kommentar von W Streuli (Wernu)
    Es ist halt leider mal ein Faktum,das der homo sapiens in der ersten Welt dumm geboren ist.Begründung:er kauft Gemüse aus Spanien,obschon er weiss,das diese Produktionsstätte alles andere als ökologisch sind.Kauft Möbelholz vom Discounter,obschon es offentlich ist,das hier oft Kahlschlag in Naturschutzgebieten erfolgte.Kurvt zusätzlich mit der Karre nach Deutschland um noch jeden Pfennig herauszuholen und wundert sich nebenbei über den Klimawandel.Gewiss ist dieses Konsumverhalten nicht alleine
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