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Veterinäramt greift ein Bauernhof in Wolfhalden (AR) zwangsmässig geräumt

Der Bauer hat sich jahrelang gegen ein Tierhalteverbot gewehrt. Nun wurden seine Tiere weggebracht.

Hühner
Legende: Neben 200 Hühnern transportierten die Behörden 52 Schafe und acht Ziegen ab. Reuters
  • Ein Bauernhof in im Kanton Appenzell Ausserrhoden ist zwangsmässig geräumt worden.
  • Gegen den Bauern aus Wolfhalden war schon 2012 ein Tierhalteverbot ausgesprochen worden. Er hatte sich aber jahrelang dagegen gewehrt.
  • Abtransportiert wurden 52 Schafe, 8 Ziegen und 200 Hühner. Dies teilten die Kantonsbehörden mit.

Das Ausserrhoder Veterinäramt hat nach eigenen Angaben in der Gemeinde Wolfhalden einen Hof aufgelöst. Die Tiere seien an geeignete Orte gebracht worden. Kühe und Rinder, die bis vor kurzem auf dem Areal gewesen seien, wurden gemäss Mitteilung wenige Tage vor der Räumung zu anderen Tierhaltern gebracht.

Eigentümer zeigten sich kooperativ

Über den bevorstehenden Abtransport waren der Tierhalter, seine Ehefrau und die derzeitigen Eigentümer der Tiere am Morgen informiert worden. Sie hätten sich kooperativ verhalten. Der Tierhalter habe in Absprache mit dem Veterinäramt den Abtransport selbst organisiert. Noch auf dem Hof sei der Gesundheitszustand der Tiere überprüft worden.

Die meisten Tiere seien gesund, ein Schaf sei krank, die Klauenpflege allgemein schlecht. Ein paar Tiere lahmten leicht, sagte Sascha Quaile, Kantonstierarzt beider Appenzell, vor den Medien.

Den Eigentümern werde im Nachgang zur Räumung die Möglichkeit gegeben, zu bestimmen, was mit den Tieren weiter geschehen soll. Eine Rückkehr auf den Hof sei von vornherein ausgeschlossen.

Wir sind zum Schluss gekommen, dass wir weitere juristische Verzögerungen nicht mehr vertreten können. Das Veterinäramt war seit langem bestrebt, das Tierhalteverbot durchzusetzen.
Autor: Sascha QuaileKantonstierarzt AR

Für den Bauern in Wolfhalden bedeutet dies, dass er auf seinem Hof bleiben darf – allerdings ohne Tiere. Oder aber die Tiere kehren zurück und er muss gehen. Die Bauern und die Eigentümer müssen sich wegen Nichteinhaltens eines geltenden Tierhalteverbots vor der Staatsanwaltschaft verantworten.

Gegen Verbot gewehrt

Gegen den Tierhalter wurde laut Mitteilung bereits 2012 ein Tierhalteverbot ausgesprochen; eine Beschwerde dagegen wies das Bundesgericht 2015 ab. Sämtliche Versuche des Veterinäramts, das Tierhalteverbot durchzusetzen, seien vereitelt worden. Der Tierhalter und sein Rechtsvertreter hätten alle juristischen Möglichkeiten ausgeschöpft.

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8 Kommentare

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  • Kommentar von E. Waeden (E. W.)
    Ja, wenn eben in Rechtstaaten die Menschenrechte auf einen sehr hohen Sockel gestellt werden, kommen dadurch eben auch Menschen, welche Unrecht tun oft mit einem blauen Auge davon. Lange genug hat es in unserem Rechtstaat ja gedauert, bis Tiere nicht mehr nur eine Sache waren. Ist wohl bei vielen Menschen immer noch nicht angekommen.
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  • Kommentar von Theresia Weber (Resi)
    Für den Bauern in Wolfhalden bedeutet dies, dass er auf seinem Hof bleiben darf – allerdings ohne Tiere. Oder aber die Tiere kehren zurück und er muss gehen...Kommt mir vor wie bei einer Trennung zwischen Menschen... Wem gehört eigentlich der Hof? Dem Bauer oder den Tieren? Mich würde noch interessieren, wie diese Angelegenheit finanziell geregelt wird.
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  • Kommentar von rosi gantenbein (lara croft)
    Eigenartig. Seit dem ersten Fall im Thurgau, welcher grosses mediales Aufsehen und Entrüstung ausgelöst hat, werden gleich reihenweise Bauernhöfe geräumt. Offenbar braucht es immer zuerst Druck...
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