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Schweiz BDP: «Die neue Kraft» wird fünf Jahre alt

Die jüngste Gruppierung in der Schweizer Parteienlandschaft feiert ihr fünfjähriges Bestehen: die BDP. Die Bürgerlich-Demokratische Partei wurde in turbulenten Zeiten gegründet. Begonnen hat alles mit einer spektakulären Bundesratswahl.

Legende: Audio 5 Jahre BDP: «Der Widmer-Schlumpf-Effekt ist verpufft» abspielen. Laufzeit 03:18 Minuten.
03:18 min, aus SRF 4 News aktuell vom 02.11.2013.

  • Statt Blocher kommt Widmer-Schlumpf

    Die Geschichte der BDP beginnt noch vor ihrer Gründung. Nach den Wahlen kommt es am 12. Dezember 2007 im Bundeshaus zu einem regelrechten Polit-Krimi. Anstelle von Christoph Blocher wählt die Vereinigte Bundesversammlung die Bündner SVP-Regierungsrätin Eveline Widmer-Schlumpf. Dieser von der CVP und der SP eingeleitete Coup führte zu einer Spaltung der SVP und schliesslich zur Gründung der BDP.

  • Widmer-Schlumpf nimmt die Wahl an

    Bereits bei der Bundesratswahl am 12. Dezember 2007 hat sich die überraschend gewählte Bündner Regierungsrätin Eveline Widmer-Schlumpf Bedenkzeit erbeten. Einen Tag darauf nimmt die Tochter von Alt Bundesrat Leon Schlumpf die Wahl an. Dies trotz internen Drohungen der SVP-Parteispitze. Damit sorgt die künftige Bundesrätin für einen Eklat in der SVP und langanhaltende Diskussionen um ihren Verbleib in der Partei.

  • SVP drängt Widmer-Schlumpf in die Ecke

    Der Zentralvorstand der SVP verabschiedet gegen Bundesrätin Eveline Widmer-Schlumpf und die Bündner Kantonalsektion ein vierstufiges Ultimatum. Die Ankündigung des Ultimatums sorgt für Applaus an der Delegiertenversammlung der SVP vom 5. April 2008.

  • Ultimatum verstrichen – neue Parteigründung angekündigt

    Nach Verstreichen des Ultimatums kündigt die SVP Graubünden die Gründung einer neuen Partei an. Zuvor wurden Vorwürfe laut, Bundesrätin Widmer-Schlumpf habe ihre Wahl mit Vertretern von SP und CVP abgesprochen. Dies wurde in einem Dok-Film in den Raum gestellt. Die SVP folgerte daraus, dass Widmer-Schlumpf gelogen und die Abwahl Blochers mitinitiert habe. Sie dementierte dies. Der Umgang mit der neuen Bundesrätin versetzt die Schweiz in Aufruhr.

  • Der SVP den Rücken gekehrt

    Die aus der Mutterpartei rausgeworfene Bündner Kantonalpartei der SVP gründet eine neue Partei. 37 Jahre nach der Formierung der SVP Schweiz ist nun die Abspaltung Realität geworden. Die neue Gruppierung gibt sich einen neuen Namen «Bürgerliche Partei Schweiz» (BPS). Damit wird eine Kleinpartei Regierungspartei. Doch mit der Namensgebung haben die Parteioberen Schwierigkeiten. Die «Bürgerpartei Schweiz» (BPS) wirft der neuen Partei den Missbrauch ihres Namens vor.

  • Die nationale Partei ist gegründet

    Nachdem sie sich einen neuen Namen gegeben hat, betritt die BDP am 1. November 2008 die nationale Ebene. Zahlreiche aus der SVP Ausgestossene und Abtrünnige wählen an der Gründungsversammlung in Glarus den 52-jährigen Berner Nationalrat Hans Grunder zum Parteipräsidenten. Auch der damalige VBS-Vorsteher Samuel Schmid tritt der neuen Partei bei und zeigte sich schon an der ersten Delegiertenversammlung zufrieden.

  • Ein Glarner sorgt für Fraktionsstärke in Bern

    Im Glarnerland wurde am 8. Februar 2009 BDP-Vertreter Martin Landolt als Nachfolger des zurückgetretenen SP-Mannes Werner Marti in den Nationalrat gewählt. Damit stellt die Bürgerlich Demokratische Partei künftig fünf Mitglieder des Nationalrats und erreicht damit Fraktionsstärke. Dies bedeutet für die BDP Geld vom Bund, mehr Redezeit und den einen oder anderen zusätzlichen Kommissionssitz.

  • Wahlerfolge für die BDP in den Kantonen

    Die BDP kann vor allem in den Kantonen punkten. Bei den Wahlen in Bern erzielt die Kleinpartei einen Prestigeerfolg. Sie kann zum zweiten Mal seit ihrer Gründung ein kantonales Regierungsmitglied stellen. Beatrice Simon darf für die BDP in den Berner Regierungsrat einziehen. Auch in den kantonalen Parlamenten kann die Mitte-Rechts-Partei Erfolge einheimsen.

  • Junge Partei wächst weiter

    Die BDP darf kurz vor den Wahlen 2011 weiterhin mit Zuspruch rechnen. Nach der Gründung der Waadtländer Kantonalpartei im April 2011 folgt nun auch die Basler Sektion. Es ist die 16. Kantonalpartei, die gegründet wird. In der Romandie ist die BDP auch in den Kantonen Wallis, Freiburg und Neuenburg vertreten. Mit allen ihren Kantonalsektionen will sie an den Wahlen 2011 antreten. Dabei strebt die BDP eine Verdoppelung der Sitze an.

  • BDP ist auf nationaler Ebene Wahlsiegerin

    Erstmals nach der Abspaltung von der SVP steht die BDP auf nationalem Prüfstand. Und sie meistert ihre Prüfung bravourös. Auf Anhieb etabliert sich die Partei als ernst zu nehmende Kraft in der Mitte. Die BDP kann mit neun Sitzen in den neuen Nationalrat 2011 bis 2015 einziehen. Mit einem Wähleranteil von 5,4 Prozent ist die Partei aber zu klein, um einen Bundesrat zu stellen.

  • Widmer-Schlumpf ist wiedergewählt

    Bei den nach den Wahlen folgenden Bundesratswahlen der Vereinigten Bundesversammlung wurde die BDP-Ikone, Bundesrätin Eveline Widmer-Schlumpf, im ersten Wahlgang wiedergewählt. Dies ist überraschend, denn die Wählerstärke legitimiert die Mitte-Partei eigentlich nicht dazu, einen Bundesrat zu stellen. Überraschend ist es auch für Widmer-Schlumpf selbst: Sie gab am Abend nach der Wahl zu, sie hätte bereits ihre Abschiedsrede geschrieben. Den Erfolg hat die BDP auch seinem Parteipräsidenten Hans Grunder zu verdanken, der die Strippen im Hintergrund zog.

  • Einst Feinde – Jetzt Freunde?

    Fünf Jahre nach der Abspaltung der BDP von der SVP lassen sich die abtretende Bundespräsidentin Eveline Widmer-Schlumpf von der BDP und der antretende Bundespräsident Ueli Maurer von der SVP gemeinsam feiern. Es scheint, dass sich die beiden zuvor verhassten Parteien wieder versöhnt haben. Mehr noch: Einige Exponenten könnten sich eine Zusammenarbeit vorstellen.

  • BDP kann ihren Trend fortsetzen

    Ein Jahr nach den Wahlen 2011 errechnet eine Analyse des Forschungsinstituts gfs.Bern die Formkurve der BDP. Dabei wird klar: Die BDP kann ihren Aufwärtstrend fortsetzen. Zudem wurde seit den nationalen Wahlen in acht Kantonen gewählt und auch dort kommt die BDP gestärkt aus den Wahlen.

  • Auf Grunder folgt Landolt

    Im Mai 2012 geht das BDP-Präsidium vom Parteistrategen Hans Grunder an den Glarner Martin Landolt. Seine Ziele sind klar: Er möchte die Partei stärken, das Fundament festigen, wie er der «Tagesschau» sagt. Im weiteren will die BDP vor allem in der Romandie Fuss fassen.

  • Unsichere Zukunft für die Wahl 2015

    Bei den Feiern zum fünfjährigen Jubiläum im Bundesrat sieht sich die BDP als etablierte Mitte-Partei. Doch Politexperten sehen die Chancen für die BDP unterschiedlich für die kommenden Wahlen 2015. Politologe Adrian Vatter von der Universität Bern hat langfristig gesehen seine Zweifel. Bei einem Rücktritt von Eveline Widmer-Schlumpf werde es schwierig, den frei gewordenen Posten wieder mit einem BDP-Politiker zu besetzen.

  • Die neue Mitte gibt weiterhin den Ton an

    Die SRG-Halbzeitbilanz von gfs.bern bestätigt den steten Aufwärtstrend der BDP. Die noch Mitte-Partei legt im Vergleich zu den anderen Parteien deutlich zu. Die Wahrscheinlichkeit, dass diese Partei bei den Nationalratswahlen 2015 obenaus schwingt, sei sehr gross. Und bei der Zusammensetzung für den Bundesrat zeigt sich, dass der Sitz von Eveline Widmer-Schlumpf auch bei einem Rücktritt praktisch gesichert ist. Die Befragten wollen den Status Quo.

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48 Kommentare

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  • Kommentar von R.käser, Zürich
    Frage an die BDP Führung. Angenommen, ein Mitglied würde in einer ganz delikaten Situation die Parteispitze belügen und verraten, was würde dann geschehen? Würde sich die Partei dann spalten und das Mitglied ausgewiesen? Das Thema sollte bei Ihnen an der Parteigründung doch sicherlich Fragen aufgeworfen haben - oder? Hatt man als ehrlicher Bürger in Ihrer Partei eine Chance?
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  • Kommentar von Marlene Zelger, 6370 Stans
    Der Futterneid floriert auch bei der BDP. Eifersucht herrschte allseits, als Christoph Blocher noch auf dem Höhepunkt seiner Anhängerschaft stand. Doch als er abgewählt wurde, huldigte man der neuen Königin Eveline. Und keine Partei, die zuvor auf die SVP mit "ihrem Blocher" neidisch war, war es auf die BDP. Es kommt eben drauf an, aus welcher Partei die "königliche Majestät" erkoren wird.
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    1. Antwort von Fadri Pitsch, 8004 Zürich
      @Marlene Zelger,Stans Meine Güte, Frau Zelger bringt mit Ihren engstirnigen,einseitigen und Personen anhimmelnden Beiträge uns noch Kopfschmerzen bei. Bitte einfach Herrn Planta und andere Kommentatoren ihre Meinung schreiben zu lassen. Dass die SVP keine demokratischen Grundsätze mehr kennt ist mir schon lange aufgefallen. Mal sehen wieviele Nicker bei den nächsten Wahlen dem Patriarchen und seinen Kollegen die Stimme noch geben.Gemach Frau Zelger. 73 % sind nicht SVP Wähler.2015?
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    2. Antwort von Albert Planta, Chur
      Wenn der Blocher tatsächlich ein so phänomenaler Bundesrat gewesen wäre, hätte ihn das Parlament kaum abgewählt. Übrigens wurde die SVP-Initiative für eine Bundesratswahl durch das Volk wuchtig bachab geschickt. Das sagt wohl mehr als tausend Worte über die Blocherabwahl.
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    3. Antwort von W. Helfer, Zürich
      Ch. Blocher wurde nicht vom Volk abgeschossen, sondern vom Parlament, weil er eben gerade viel Zuspruch aus dem Volk hatte. Und dass die Volkswahl des BR abgelehnt wurde hat wohl eher mit Politikmüdigkeit des Volkes zu tun. Es bringt ja wirklich bald nichts mehr an die Urne zu gehen, ausser bei den nächsten Wahlen.
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    4. Antwort von Albert Planta, Chur
      W. Helfer, Zürich Man kann alles zurechtbiegen bis es einem in den Kram passt. Tatsache ist: Wäre die Blocherabwahl dem Schweizervolk sauer aufgestossen hätte man der SVP-Initiative für eine Bundesratswahl durch das Volk zugestimmt. Nicht vergessen: Das Volk vergisst vor allem negative politische Ereignisse nicht so schnell.
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    5. Antwort von Marlene Zelger, 6370 Stans
      Oh danke Herr Putsch für Ihre Belehrung. Das ist mir das allerneuste, dass die SVP keine demokratischen Grundsätze mehr kennen soll. ich glaubte immer, die SOZIS würden jegliche Demokratie abwürgen. Jäh, aber Sie, sind es nicht die Sozis, die Abstimmungsresultate zu Gunsten von SVP Initiativen boykottieren und sie nicht umsetzen wollen?? Da muss ich mich schon fragen, wo das Demokratieverständnis und der Respekt vor dem Volkswillen bei den Sozis ist.
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    6. Antwort von Marlene Zelger, 6370 Stans
      Also, Herr Pitsch, so phänomenal wie Sommaruga und Wiidmer-Schlumpf war Herr Blocher noch lange. Er hatte das EJPD im Griff, konnte die Zahl der Asylgesuche runterschrauben. Seine Nachfolgerin krempelte das Departement um, verliess es, weil sie im Chaos zu ersticken drohte und ihre Nachfolgerin scheint den nach Blocher wieder sehr stark wachsenden Asylgesuchen auch nicht gewachsen zu sein.
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    7. Antwort von Marlene Zelger, 6370 Stans
      Sorry, meine Antwort bezüglich "phänomenaler Bundesrat Blocher" galt natürlich Herrn Plante, nicht Herrn Pitsch.
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    8. Antwort von SRF News Online
      Liebe Forums-Teilnehmerinnen und -Teilnehmer, bitte bleiben Sie beim Thema. Hier geht's um die Geschichte der BDP, nicht um Grabenkämpfe zwischen anderen Parteien (und ihren Wählenden). ^tb
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    9. Antwort von Albert Planta, Chur
      Es gibt aber auch keinen Herrn Plante und Herrn Putsch hier, sowar es keine Frau Zeiger aus Schruns gibt, die eigentlich nicht so recht weiss, warum es die BDP gibt und wieso diese Partei trotz oder gerade wegen den Rechtsnationalen überleben wird.
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  • Kommentar von Marlene Zelger, 6370 Stans
    BDP - die neue "Kraft" von sagenhaften 5 (fünf) Prozentli Wähleranteil?? Wie heisst es doch so schön:; "Wer sich selbst erhöht, wird erniedrigt werden". Mal sehn, ob die BDP jemals den Stimmenanteil von nahezu 30 % erreichen wird. Höchstens im Zusammenschluss mit den andern BDP-konformen Mietparteien GLP und CVP. Die SVP schaffte es jedoch alleine, sogar nach der Abspaltung von abtrünnigen, linkslastigen SVPlerInnen.
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