Bern zeigt, wie man genügend Gesundheitspersonal findet

Immer mehr Spitäler und Heime in der Schweiz müssen ihre Fachkräfte im Ausland suchen – nicht so im Kanton Bern. Sein Modell macht jetzt Schule in anderen Kantonen.

Das Berner Modell verpflichtet Spitäler, Spitex und Pflegeheime so viele Gesundheitsfachleute auszubilden, wie sie benötigen. Das erklärt Daniel Heilbronn von der kantonalen Gesundheits- und Fürsorgedirektion (GEF) gegenüber Radio SRF. «Jede Institution weiss nun, was sie leisten muss, um für die Versorgungssicherheit genügend Personal auszubilden.»

Damit mache der Kanton Bern gute Erfahrungen. Heute gibt es laut Heilbronn 40 Prozent mehr Ausbildungsplätze als noch vor vier Jahren. Die Fachfrau oder der Fachmann Gesundheit (FaGe) gehöre inzwischen zu den beliebtesten Berufen mit jährlich 800 Lehrstellen.

Das Berner Modell sei auch für andere Kantone interessant, so Heilbronn weiter. Zürich und Aargau hätten das Modell für die Spitäler übernommen. Es gebe Anfragen aus weiteren Kantonen, aktuell etwa aus Genf.

Die Lösung: Pauschalkosten

Das Spezielle am Berner Modell ist, dass es die Kosten für die Aus- und Weiterbildung pauschal ausweist. Daher können sie Kanton und Versicherern pauschal in Rechnung gestellt werden – so wie seit einem Jahr Spitalaufenthalte mit Fallpauschalen verrechnet werden.

«Das war eine ziemliche Knacknuss, weil die Ausbildung und die medizinischen Fälle keinen direkten Zusammenhang haben», erklärt Heilbronn. Doch der Kanton Bern hat die Knacknuss gelöst, darum ist das Berner Modell auch für die kantonalen Gesundheitsdirektoren nachahmenswert.