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Raser von Täuffelen Berner Obergericht reduziert Strafen beider Beteiligter

Das Gericht beurteilt den tödlichen Raserunfall von 2011 in Täuffelen (BE) anders als 2015 das Regionalgericht in Biel.

Legende: Video Überraschendes Urteil bei Raserprozess abspielen. Laufzeit 04:04 Minuten.
Aus Schweiz aktuell vom 09.03.2017.

Das Berner Obergericht hat den zweiten am Unfall beteiligten Junglenker vom Vorwurf der vorsätzlichen Tötung freigesprochen und gegen ihn eine bedingte Geldstrafe wegen grober Verkehrsregelverletzungen verhängt.

Weniger Erfolg mit seiner Beschwerde ans Obergericht hatte der andere am Unfall Beteiligte, auch er ein 24-jähriger: Die zweite Instanz verurteilte ihn wegen eventualvorsätzlicher Tötung und anderer Delikte zu einer Freiheitsstrafe von fünfeinhalb Jahren. Die erste Instanz hatte noch siebeneinhalb Jahre verhängt.

Das Berner Obergericht hatte sich seit Montag mit dem tödlichen Raserunfall im Jahr 2011 in Täuffelen befasst.

Das Regionalgericht als erste Instanz hatte den Unfallverursacher wegen vorsätzlicher Tötung zu einer Freiheitsstrafe von siebeneinhalb Jahren verurteilt. Sein Kollege wurde zu sieben Jahre verurteilt. Das Regionalgericht sah in ihm einen Mittäter: Als ihn sein Kollege überholen wollte, habe er ebenfalls beschleunigt. Andernfalls wäre es nicht zum Unfall gekommen.

Legende: Video Obergericht überprüft Raser-Urteil (Archiv) abspielen. Laufzeit 02:50 Minuten.
Aus Schweiz aktuell vom 06.03.2017.

Familienvater starb

Die zwei jungen Männer waren zum Zeitpunkt des Unfalls 18 Jahre alt. Nach Überzeugung des Regionalgerichts in Biel hatten die Junglenker an jenem Samstag kurz vor Weihnachten 2011 beschlossen, sich ein Rennen mit ihren Autos zu liefern.

Der eine Lenker verlor im Ortsinnern von Täuffelen mit fast 100 km/h die Kontrolle über sein Fahrzeug und erfasste eine Familie auf dem Trottoir. Der 34-jährige Familienvater starb noch auf der Unfallstelle. Seine Frau, sein kleiner Sohn und ein korrekt entgegenkommender Autofahrer wurden zum Teil schwer verletzt.

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25 Kommentare

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  • Kommentar von Hans Haller (panasawan)
    Es erinnert an Schoenenwerd SO !
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  • Kommentar von Rolf Bolliger (rolf.bolliger@quickline.ch)
    Die Raser seien halt mit 18 Jahren noch gar jung und nicht selbstverantwortlich genug gewesen, um ihr Verhalten richtig einzuschätzen! (Eine der vielen "Ausreden" (Begründungen) für die reduzierten Strafen!). Hat nicht letzte Woche der Bundesrat in Aussicht gestellt, er wolle das Alter zum Autofahren von 18 auf 17 Jahren senken? Regierung, Politik, Gerichte und deren gut bezahlten Verteidiger und Richter, sind einfach immer unglaubwürdiger und korrupter!
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  • Kommentar von Heinz Hugentobler (hevrins)
    "Ein echtes Autorennen war es nicht", schreibt die heutige Presse. Dafür war es ein Spiel mit dem Feuer, mit verheerenden Folgen, wie bekannt. Wieviel ist ein Menschenleben noch wert? Diese Frage stellt sich mir, wenn ich das milde vom Obergericht korrigierte Urteil betrachte. Ein Familienleben (Opfer) ist zerstört, die Jugendlichen werden ebenfalls ein Leben lang daran denken (Gewissen), so hoffe ich es zumindest.
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