Zum Inhalt springen

Schweiz Berset lobt die «fünfte Schweiz»

Bundesrat Alain Berset findet auf dem 92. Auslandschweizerkongress warme Worte für die Eidgenossen in der Fremde. «Die Welt wäre ärmer ohne die Schweizer im Ausland.» Deren politisches Engagement ist ihm besonders wichtig.

Grossel Ballon in Fussballform mit Schweizer Kreuz
Legende: 750'000 Schweizer leben im Ausland. Sie wären zusammengenommen der viertgrösste Kanton. Keystone

Bundesrat Alain Berset hat die Wichtigkeit der Auslandschweizerinnen und Auslandschweizer betont. «Sie prägen das Bild unseres Landes in aller Welt», sagte er in seiner Rede am 92. Auslandschweizerkongress in Baden (AG). «Die Welt wäre ärmer ohne die Schweizer im Ausland.»

Jodlergruppen aus Südafrika

«Die auf fünf Kontinente verteilte Schweiz ist dynamisch, ideenreich und unternehmungslustig.» Auch fernab ihrer Heimat pflegten Auslandschweizer häufig Brauchtum und Traditionen in ihren jeweiligen Ländern weiter. Nur so sei es möglich, dass es heute beispielsweise Jodlergruppen aus Südafrika, Brasilien, den USA und
Kanada gebe.

Berset unterstrich die Bedeutung der im Ausland lebenden Schweizer auch anhand von Zahlen: «Wenn sie einen Kanton bilden würden, wären sie mit bald 750'000 Menschen der viertgrösste der Schweiz – nach Zürich, Bern und Waadt.»

«Blick für das Wesentliche»

Der Bundesrat lobte zudem die Offenheit der Auslandschweizer: «Ihr seid Menschen, die Erfahrungen in aller Welt gemacht haben, die zusammen mehrere Dutzend Sprachen beherrschen, die wissen, wie verschiedene Länder ticken, und sich in jede nationale Perspektive hineindenken können.»

Niemand kenne die Schweiz so gut wie die Auslandschweizer, sagte Berset. «Weil die Entfernung bekanntlich den Blick für das Wesentliche schärft.» Deshalb sei es besonders wichtig, dass sich die «fünfte Schweiz» auch politisch engagiere.

Politisches Engagement von aussen

155'000 Schweizer, die ausserhalb der Landesgrenzen leben, sind in einem Stimmregister eingetragen, um ihre politischen Rechte auszuüben. Knapp 320 davon kamen in Baden zusammen und diskutierten während dreier Tage über ihre Rolle im politischen Alltag.

An der Plenarversammlung befassten sie sich mit den Herausforderungen, die elektronische Medien für die Auslandschweizer mit sich bringen. «Die Nationalstaaten und das System der nationalstaatlichen Demokratie kommen an ihre Grenzen», sagte Otfried Jarren, Professor für Publizistikwissenschaft an der Universität Zürich, in seinem Eröffnungsreferat.

Globalisierung sei eben nicht nur ein massives ökonomisches Phänomen, sondern durch die Digitalisierung auch ein kulturelles und somit kommunikatives. Mit dem Internet und den sozialen Medien erhalte die Demokratie ein neues Gesicht. Da die traditionellen Medien um die elektronischen und sozialen Medien erweitert würden, wachse auch der Raum für soziale und politische Interaktion.

Der Präsident der Auslandschweizer-Organisation (ASO) und ehemalige Genfer Nationalrat, Jacques-Simon Eggly forderte die Bundesbehörden auf, die politische Beteiligung der Auslandschweizer zu verstärken und zu fördern. Das E-Voting biete vielversprechende Perspektiven für die Entwicklung der Demokratie und die Wahrnehmung der Bürgerrechte.

Keine wichtigen News verpassen

Erhalten Sie die wichtigsten Nachrichten per Browser-Push-Mitteilungen.

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren.

13 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Marlene Zelger, 6370 Stans
    Logisch, lobt Berste das politische Engagement der Auslandschweizer. Denn diese ticken eben nicht wie ihre Landsleute daheim, erkennen nicht die Probleme in ihrem Herkunftsland, dessen Bevölkerung bis zum Geht nicht mehr wächst. Sie leben in Ländern, wo noch viel viel Platz vorhanden ist. Zwar jodeln sie und schwingen CH Fahnen, aber sie sprechen kaum mehr Schweizerdeutsch, jedefalls ihre Kinder nicht. Das ist ein Manko und ein Nachteil für Besuche oder gar Rückkehr in die Schweiz.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
    1. Antwort von Marlene Zelger, 6370 Stans
      Ich möchte noch korrigierend beifügen, dass es auch Auslandschweizer gibt, die sich um die Probleme in unserem Land sorgen und dies im SRF Forum auch kundtun.
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Juerg Schwendener, Phuket
    @Sandra Sutter: Es gibt Schweizer im Ausland, welche den Wert dieses Landes und seine Demokratie hoch schätzen - und u.a. Verwandte in der Schweiz haben. Deshalb ist vielen die CH Politik nicht egal. E-Voting ist eine sehr gute Sache! Vorher erhielt ich die Abstimmungsunterlagen jeweils 1 Woche nach der Abstimmung. Den Banken müsste der BR ihre feindselige Haltung gegenüber Auslandschweizern abstellen. Schliesslich haften diese ja mir ihrem Vermögen für die teilweise kriminellen Bänkster.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Marco Bozzolini, Zuerich
    750000 Schweizer leben im Ausland aber nur 155000 sind in einem Stimmregister eingetragen. Was ist eigentlich mit den restlichen 595000??? Alles Minderjaehrige und Entmuendigte oder warum sind die nicht eingetragen?
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
    1. Antwort von Matt Frepp, Toronto, Kanada
      Ich stimme absichtlich nicht ab und bin deshalb auch nicht in diesem Stimmregister. Ich finde es hochgradig unfair den "Inland-Schweizern" gegenüber wenn wir aus der Ferne über Dinge abstimmen können, deren Folgen sie betreffen aber uns am Allerwertesten vorbeigehen.
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
    2. Antwort von Juerg Schwendener, Phuket
      Die 155'000 haben noch Interesse an der Schweiz. z.B. Verwandte, Kinder oder Vermögen. Deshalb ist ihnen die Politik nicht egal. Der Eintrag ins Stimmregister ist freiwillig - und wer die Schweiz abgeschrieben hat, lässt sich halt nicht eintragen.
      Ablehnen den Kommentar ablehnen