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Schweiz Bieler Rentner Kneubühl wittert die grosse Verschwörung

Im Herbst 2010 hielt Peter Hans Kneubühl neun Tage lang die Polizei in Atem: Mit Waffengewalt wehrte sich der Bieler Rentner gegen die Zwangsräumung seines Elternhauses. Ein Polizist wurde schwer verletzt. Am Montag beginnt der Prozess gegen Kneubühl. «10vor10» traf ihn im Gefängnis Burgdorf.

Legende: Video Vor dem Kneubühl-Prozess abspielen. Laufzeit 05:48 Minuten.
Aus 10vor10 vom 04.01.2013.

Am kommenden Montag beginnt vor dem Regionalgericht Berner Jura-Seeland der Prozess gegen den renitenten Bieler Rentner Peter Hans Kneubühl. Er hatte sich im September 2010 mit Waffengewalt gegen die Räumung seines Hauses in Biel gewehrt. Ein Polizist wurde dabei schwer verletzt.

Für die Staatsanwaltschaft ist klar, dass der damals 67jährigen auf die Polizisten geschossen hat und damit gleich mehrfach den Tatbestand der versuchten vorsätzlichen Tötung erfüllt.

Keine Anklage

Dennoch verzichtet sie auf eine Anklage. Sie hält den Rentner für schuldunfähig und stützt sich dabei auf ein psychiatrisches Gutachten, das ihm unter anderem eine wahnhafte Störung schweren Ausmasses zur Tatzeit attestiert.

Eine Feststellung, die Kneubühl selbst zurückweist. Der Rentner hält sich für schuldfähig, wie er im Interview mit Schweizer Radio und Fernsehen sagt. «Das ist ein bestelltes psychiatrisches Gutachten», so Kneubühl gegenüber «10vor10». «Alle Begründungen sind gelogen».

Nach Auffassung seines Pflichtverteidigers will Kneubühl den Prozess nutzen, um seine Vorgeschichte – einen jahrelangen Erbschaftsstreit um das Elternhaus in Biel – aufzuarbeiten. «Ich habe den Eindruck, dass der Beschuldigte nicht den gleichen Prozess führen wird wie die übrigen Beteiligten», so Anwalt Philipp Kunz, der Kneubühl im Gerichtssaal zur Seite gestellt wird, obschon sich der Rentner selbst verteidigen will.

Grosse Verschwörung

Kneubühl bestätigt im Interview mit «10vor10» die Vermutungen des Juristen. Er wittert eine grosse Verschwörung durch den Staat und eigene Angehörigen – beweisen kann er sie allerdings nicht.

Bei seinem Opfer – dem verletzten Polizisten – hat sich Kneubühl bis heute nicht entschuldigt. Dem Mann geht es nach den Worten eines Berner Polizeisprechers heute wieder gut. Er habe nach zwei Monaten in einer Spezialklinik «bei Null angefangen und sei nach und nach ins Leben zurückgekehrt». 

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10 Kommentare

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  • Kommentar von A. Holenstein, Cross'n'Star
    Kneubühl's Eltern hätten besser zu Lebzeiten noch das Erbe verteilt. Heute kümmern sich die Angehörigen lieber um die Toten und deren Erbe... Siehe die erschreckende Zunahme an Vormundschaften im Alter...
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    1. Antwort von Margrit Holzhammer, 8903 Birmensdorf
      Aus Ihrem kurzen Bericht lässt sich etwas Lernen. Mann/Frau soll die "letzten Dinge" regeln, solange man selber noch voll zurechnungsfähig ist.
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  • Kommentar von Patrick Bieri, Oensingen
    Bisher habe ich nichts davon gehört, dass man eine Tatwaffe sichergestellt hat. Und gibt es ein Geständnis von Herrn Kneubühl? Oder einen direkten Augenzeugen für die Schussabgabe? Ich jedenfalls habe nie so etwas gehört oder gelesen. Im Bericht von Herrn Uster hingegen stehen auf Seite 57 und 58 zwei verschiedene Versionen des Ablaufes. Einmal kommt der Schuss aus der Dunkelheit, einmal nicht. Da wäre wohl eine Schuldunfähigkeit besser für die Justiz?
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  • Kommentar von U.Romer, Zürich
    Wer kennt die ganze Wahrheit? Einmal mehr versucht sich ein Krimineller zu rechtfertigen und das Fernsehen gibt ihm ein Podium zur besten Sendezeit. Uneinsichtig und ignorant schiebt er die Schuld von sich - Schuld sind immer die Anderen. Typen, dieser Art gibt es viele. Machen wir diesen Täter nicht zum Opfer. Von den wirklich Geschädigten spricht niemand.
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    1. Antwort von G.Fausch, Chur
      Ja wer kennt die ganze Wahrheit ? Sie mit Sicherheit nicht Herr Romer !! Aber dennoch pauschalisieren sie hier jeden der mit dem Gesetz in Konflikt gerät zum Verbrecher. Fakt ist, dass die in unserem Land übliche Polizeigewalt den Umfang der kriminellen Tat sicherlich erweitert hat. Mich widert dieses rechtsbürgerliche SVP-Pack an !!
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