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Schweiz Blutspendedienste reduzieren ihr Angebot

Das Schweizerische Rote Kreuz will rund zehn Prozent weniger Blut abzapfen. Denn dank medizinischer Fortschritte brauchen die Spitäler weniger Blut. Der Rückgang der Nachfrage war absehbar – allerdings nicht in diesem Tempo.

Die Fortschritte in der Medizin machen es möglich: Ärzte kommen immer häufiger ohne Blutkonserven aus. «Einer der Gründe ist, dass bei Operationen weniger Blut gebraucht wird, weil die Techniken verfeinert worden sind», sagt Rudolf Schwabe. Er ist Chef des Blutspendedienstes beim Schweizerischen Roten Kreuz. «Ein weiterer Grund ist, dass bei Patienten länger gewartet wird, bis eine Bluttransfusion abgegeben wird.»

Viele Spitäler haben in den letzten Monaten ihre Praxis geändert. Jetzt bestellen sie weniger Blut. «Der Trend ist seit längerem absehbar. Allerdings ist jetzt ein recht schneller Wechsel eingetreten. Innerhalb eines Jahres ist der Blutverbrauch um ungefähr zehn Prozent gesunken», erklärt Schwabe.

350‘000 Menschen in der Schweiz spenden regelmässig Blut. Nun will das Rote Kreuz gut zehn Prozent weniger Blut abzapfen, das heisst zehn Prozent weniger Spenden sammeln. Die regionalen Blutspendedienste reduzieren ihr Angebot. So sollen beispielsweise die Öffnungszeiten der Blutspendezentren eingeschränkt werden.

Gefüllte Blutspendebeutel liegen auf einem Tisch.
Legende: Es braucht weniger Blutbeutel bei Operationen. Keystone

Einzelne Stellen werden nicht mehr ersetzt

Ausserdem würden die regelmässigen Blutspender «anstelle von drei- bis viermal jährlich vielleicht nur noch zweimal angerufen», sagt Schwabe. Die mobilen Spendeaktionen in den Dörfern werden weiter durchgeführt, allerdings an einzelnen Orten nur noch zweimal statt dreimal jährlich.

Rund 650 Menschen arbeiten in den Dutzenden Spendezentren oder für die mobilen Spendeaktionen in den Dörfern. Einzelne Stellen könnten vielleicht künftig nicht mehr ersetzt werden, sagt Schwabe. Seine Spender will das Rote Kreuz aber möglichst alle behalten. Sie sollen einfach etwas weniger häufig die Ärmel hochkrempeln, sich hinlegen und stechen lassen.