Bremgarten: Die Asylunterkunft ist kein Problem

Das Aargauer Städtchen Bremgarten und sein Badiverbot für Asylbewerber sorgten Anfang August europaweit für Schlagzeilen. Drei Monate später ziehen die Stadt und das Bundesamt für Migration eine erste Bilanz. Sie ist positiv.

Schwarze Abdeckungen verhindern eine Sicht von aussen in die Asylunterkunft, aber auch die Aussicht nach draussen. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Schwarze Abdeckungen verhindern eine Sicht von aussen in die Asylunterkunft, aber auch die Aussicht nach draussen. Keystone

Eigentlich wehrte sich Bremgarten nie gegen die Asylunterkunft, die der Bund für drei Jahre im Truppenlager der Armee einrichten wollte. Die Stadt stellte lediglich einige Spielregeln auf. Asylbewerber sollten die Schulanlagen nicht betreten und eben auch nicht das Schwimmbad.

Dies sorgte im heissen Sommer für grosse Empörung. Stadtammann Raymond Tellenbach würde deshalb nun, drei Monate später, aufgrund des Medienhypes auf ein solches Verbot verzichten.

Im Bremgarten ist nach der grossen Debatte Ruhe eingekehrt. Asylbewerber und die Bremgartner leben nun in einer Gemeinde und offenbar klappt dies ganz gut.

Keine Belästigungen der Bevölkerung

Die Asylunterkunft im aargauischen Bremgarten. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Die Asylunterkunft im aargauischen Bremgarten. Sie wurde im August 2013 bezogen. Keystone/Archiv

Auch Stadtammann Tellenbach hat bisher kaum negative Reaktionen erhalten. Er ist überrascht wie gut, es läuft und gibt zu, dass er mit grösseren Problemen gerechnet hat.

«Bisher sind die Erfahrungen durchwegs positiv, mit kleinen Ausnahmen. Das sind der Alkoholkonsum und ein leichter Anstieg der Ladendiebstähle. Aber sonst haben wir keine Probleme festgestellt. Es gab keine Belästigungen und es ist erstaunlich gut abgelaufen.»

Gute Betreuung verhindert Probleme

Mögliche Gründe dafür sind: Die Asylsuchenden werden von 17 Personen betreut, die sich 13,5 Stellen teilen. Dazu kommt Sicherheitspersonal für eine Bewachung rund um die Uhr. Zahlen dazu wollten die Verantwortlichen nicht bekannt geben. Die Asylbewerber werden zudem beschäftigt, teils mit Arbeitsprogrammen.

Kommt hinzu, dass die Unterkunft nicht voll belegt ist. Zurzeit sind es 113 Asylbewerber. Platz hätten 150, erklärt Michael Glauser vom Bundesamt für Migration. «Wir haben in den vergangenen Monaten tiefere Asylgesuchszahlen als auch schon. Wir haben mehr Platz. Das trägt auch zur Entspannung bei», sagt Glauser.

Sendungsbeiträge zu diesem Artikel

  • Positive Erfahrungen mit Asylsuchenden

    Aus Tagesschau vom 5.11.2013

    Darf man Asylsuchenden den Zugang zum lokalen Schwimmbad verbieten? Diese Debatte beschäftigte die Schweiz, als in Bremgarten ein Asylzentrum eröffnet wurde. Die Asylsuchenden sollten gewisse "sensible Zonen" nicht betreten. Drei Monate später ist von der Aufregung wenig geblieben, es läuft ruhig in Bremgarten.

  • Positive Bilanz für Asylzentrum Bremgarten

    Aus Rendez-vous vom 5.11.2013

    Das Aargauer Städtchen Bremgarten und sein Badiverbot für Asylbewerber sorgten im August 2013 europaweit für Schlagzeilen. Die Eröffnung des Asylzentrums stand unter keinem guten Stern. Nun ziehen die Stadt und das Bundesamt für Migration eine erste und sehr positive Bilanz.

    Alex Moser