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Schweiz Bundesrat Berset sagt ineffizienten Behandlungen den Kampf an

Bundesrat Berset will die Transparenz im Gesundheitswesen erhöhen und die Zahl der medizinischen Zwischenfälle senken. Dazu sollen unter anderem die Leistungen der obligatorischen Krankenversicherung unter die Lupe genommen werden – und ineffiziente Behandlungen und Eingriffe reduziert werden.

Legende: Video Bessere Qualität in der Gesundheitsversorgung abspielen. Laufzeit 01:32 Minuten.
Aus Tagesschau vom 13.05.2015.

Der Bundesrat will die systematische Überprüfung von Gesundheitstechnologien und von medizinischen Leistungen ausbauen. Dabei werden Leistungen unter die Lupe genommen, die von der obligatorischen Krankenpflegeversicherung bezahlt werden.

Alain Berset an einer Pressekonferenz
Legende: Qualität erhöhen, unnötige Behandlungen reduzieren: Alain Berset an der Pressekonferenz zu den Plänen des Bundesrats. Keystone

So will der Bundesrat nicht wirksame, nicht effiziente und unnötige Behandlungen und Eingriffe reduzieren. Zudem soll eine teure Fehl- oder Überversorgung vermieden und die Qualität der Behandlung erhöht werden. Für diese Aufgabe will das Bundesamt für Gesundheit (BAG) mit bisherigen Akteuren zusammenarbeiten. Eine Gesetzesanpassung ist nicht nötig.

Anders beim zweiten Vorschlag, den Gesundheitsminister Alain Berset gleichzeitig vorgestellt hat: Da seine Pläne für ein nationales Gesundheitszentrum während der Vernehmlassung auf heftige Kritik stiess, soll die Qualitätskontrolle nun in einem Netzwerk sichergestellt werden. Dieses soll die bestehenden Aktivitäten besser koordinieren und ausbauen.

Interessenvertreter in aussenparlamentarischer Kommission

Dafür soll im Bundesamt für Gesundheit (BAG) eine Fachstelle geschaffen werden. Diese soll Arbeiten koordinieren und Aufträge vergeben. Unter anderem sollen Qualitätsindikatoren entwickelt werden, um die Transparenz im Gesundheitswesen zu erhöhen. Die Fachstelle soll dem Bundesrat zudem Vorschläge machen, wo Qualitätsprogramme erarbeitet werden sollen.

Weiter plant der Bundesrat, eine ausserparlamentarische Qualitätskommission einzusetzen. Über diese sollen auch die verschiedenen Interessenvertreter einbezogen werden. Die Kommission soll die Fachstelle bei der Festlegung der Strategie und der Zuweisung von finanziellen Mitteln beraten.

Gesetzesänderung nötig

Für die Umsetzung des Netzwerkes muss das Krankenversicherungsgesetz (KVG) geändert werden. Der Bundesrat hat das Innendepartement beauftragt, bis Ende Jahr eine entsprechende Gesetzesrevision auszuarbeiten.

Die Finanzierung des Netzwerkes veranschlagt der Bundesrat mit Kosten von 22 Millionen Franken pro Jahr. Wie beim ursprünglich geplanten Gesundheitszentrum sollen die Versicherten mit rund 3.50 Franken jährlich dafür aufkommen. Die verstärkten systematischen Überprüfungen sollen über Bundesmittel finanziert werden. Der Bundesrat schätzt die Kosten auf 10 Millionen Franken pro Jahr.

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11 Kommentare

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  • Kommentar von J.B. Chardin, Basel
    Dieses ganze Qualitätssicherungsgelaber kann einem ganz schön auf den Keks gehen! Es hat hunderte von Behandlungsmethoden der klassischen Medizin, die nur den Ärzten Kohle einbringt, aber für den Patienten für die Fische sind - bestes Beispiel liefern die Orthopäden ab ... anstatt Physiotherapie und Möglichkeiten für funktionalen Muskelaufbau zu sorgen, verschreiben sie Einlagen, was nicht's anderes ist, als komplett unsinnige Krücken. Das grösste Schindluder wird mit künstl Gelenken betrieben!
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  • Kommentar von A.Käser, Zürich
    Am effizientesten wäre,wenn ENDLICH all jenen die es sich AUFRICHTIG(wiederholt)wünschen,auf legale menschenwürdige Art und Weise der Suizid ermöglicht würde.Viele Menschen die lieber WÜRDIG sterben möchten,werden gegen ihren Willen,mittels horrender Kosten,buchstäblich zu Tode gedocktert.Sie sollen unabhängig von einem ärztlichen Befund,ihr Leben beenden dürfen.Jene die bis zu ihrem letzten Atemzug KÄMPFEN wollen,können es tun.Eine Pflicht zu leben,gibt es nicht!Ein verlogenes religiöses Dogma!
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  • Kommentar von Franz NANNI, Nelspruit SA
    Gut, aber dann schafft endlich die KK-Bezahlung von Placebo in Pulverform und als geschuetteltes Wasser ab.. das ist Humbug und Scharlatanierie... Kosten fuer NICHTS! Ach so.. zum Verstehen, ich spreche von Homoepatie! Hingegen Pflanzenextrakte.. (Das nennt sich Phytotherapie und hat mit Homoeopathie nichts zu tun!) haben gute bis ausgezeichnete Wirkung, so die Inhaltstoffe mengenmaessig kontrollierbar sind!
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