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Schweiz Bundeszentren: So teilen die Kantone die Asylsuchenden auf

Die Kantone haben sich auf den Verteilschlüssel für die sechs Asylregionen geeinigt. Der Kompromiss beachtet die Bevölkerungszahl und entlastet Kantone mit Bundeszentren, Flughäfen und Zentren für renitente Asylsuchende. Von den 5000 Plätzen der Bundeszentren fällt gut ein Viertel auf die Romandie.

Im Asylwesen soll künftig alles schneller gehen, und die meisten Asylsuchenden sollen in Bundeszentren untergebracht werden. Nun ist bekannt, welche Region wie viele Asylsuchende aufnehmen wird und wie die Kantone für ein Bundeszentrum entschädigt werden.

Gemäss der SRF vorliegenden Einigung zwischen den Kantonen wird die Romandie am meisten Plätze für Asylsuchende schaffen müssen: In den künftigen Asyl-Bundeszentren der Westschweiz soll es Platz für rund 1300 Asylsuchende haben.

Bevölkerungszahlen als Kriterium

Massgebend sind jeweils die Bevölkerungszahlen in den Asylregionen. Die Regionen Zürich, Nordwestschweiz, Ostschweiz sowie die Region Zentral- und Südschweiz müssen je 700 bis 900 Plätze schaffen. Bern als kleinste Asylregion soll 620 Betten bereitstellen. Jede Region erhält ein Verfahrenszentrum und eines oder mehrere Ausreisezentren.

Asyl-Bundeszentren – die Verteilung auf die Regionen

Auflistung der Regionen und der geplanten Zahl von Plätzen in den künftigen Bundeszentren.
RegionPlätze in künftigen Bundeszentren
Westschweiz1280 Plätze
Zürich870 Plätze
Nordwestschweiz840 Plätze
Ostschweiz700 Plätze
Zentral- und Südschweiz690 Plätze
Bern620 Plätze
Es werden sechs Asylregionen gebildet, die je ein Verfahrens-
und mindestens ein Ausreisezentrum eröffnen müssen.
Insgesamt entstehen 5000 Plätze für Asylsuchende in
Bundeszentren.
Quelle: Informationen Radio SRF

Zwei Zentren für renitente Asylsuchende geplant

Insgesamt rechnet die zuständige Arbeitsgruppe von Bund und Kantonen mit 16 Bundeszentren.Sie hat diese Woche sämtliche Kantonsregierungen über den erzielten Kompromiss informiert.

In den Unterlagen ist auch die Rede von zwei speziellen Zentren für renitente Asylsuchende, also Menschen, die sich nicht an die Regeln halten oder die öffentliche Sicherheit gefährden. Für diese Standortkantone sind besonders grosszügige Entlastungen geplant. Wohin die Zentren kommen, steht noch nicht fest.

Asyl-Bundeszentren – die Kompensationsmechanismen



Kantone mit künftigen Bundeszentren (Verfahrens- und/oder
Ausreisezentren) werden entlastet: Sie müssen weniger Asylsuchende aufnehmen,
die ein so genannt erweitertes, also länger dauerndes Verfahren durchlaufen.

Die Entlastung erfolgt gemäss folgendem Schlüssel:

■  Pro 100 Plätze in einem Bundeszentrum
(Verfahrens- oder Ausreisezentrum) werden dem Standortkanton 20 Asylsuchende
weniger im erweiterten Asylverfahren zugeteilt.

■  Pro 100 einem Ausreisezentrum zugewiesene
Personen werden dem Standortkanton zusätzlich 15 Asylsuchende weniger im
erweiterten Asylverfahren zugeteilt.

■  Zusätzlich entlastet
werden die Flughafenkantone: Ihnen werden pro 100 Asylsuchende, die über
ihren Flughafen zurückgeschafft werden, 15 Asylsuchende weniger im erweiterten
Asylverfahren zugeteilt.
■ 

Kantone, in denen eines der zwei geplanten Zentren für renitente
Asylsuchende zu stehen kommen wird, profitieren ebenfalls von tieferen
Zuweisungen im erweiterten Asylverfahren: Pro 100 Plätze in einem
Renitenten-Zentrum werden dem jeweiligen Kanton 40 Asylsuchende weniger
zugewiesen.

Quelle: Informationen Radio SRF

3 Kommentare

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  • Kommentar von Marlene Zelger, 6370 Stans
    Der grosse Kanton Bern - Sitz des Bundeshauses - wird wieder einmal am meisten geschont.
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  • Kommentar von Hans Haller, Kölliken
    Asyl-Bundeszentren: Romandie muss am meisten Plätze schaffen ??? - Die Tabelle oben zeigt aber rein rechnerisch (Romandie - Deutschschweiz) aber ein ganz anderes Bild. Wie darf man wohl diese doch seltsam anmutende Interpretation werten ? (smile)
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    1. Antwort von Adrian Flükiger, Bern
      @Haller: Völlig einverstanden mit ihrer Interpretation. Das ist keine journalistische Meisterleistung. Trotzdem fehlt ein Aspekt. Erschwerend kommt dazu, dass die Asylunfreundlichen Regionen in der D-CH klar zu gut wegkommen mit diesem Schlüssel. Dadurch wird der Anpassungsprozess -:) weiter verschleppt und man fällt bei nächst passender Gelegenheit erneut auf die Populisten herein. Gerade der Aargau mit seinen "Perlen von Gemeinden" hat da noch mächtig Nachholbedarf -:)!
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