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Schweiz Burkhalter: «Sexuelle Orientierung spielt weiterhin keine Rolle»

Dass der Schweizer Botschafter in Nigeria mit einem Mann zusammenleben soll, gibt zu reden. Denn Homosexualität wird dort streng geahndet. Erstmals nimmt nun Aussenminister Didier Burkhalter Stellung. Er macht klar: Die Schweiz halte an ihren Grundwerten fest.

Legende: Video «Burkhalter: «Pflegen gute Beziehungen zu Nigeria»» abspielen. Laufzeit 1:42 Minuten.
Vom 13.04.2016.

Die sexuelle Ausrichtung von Diplomaten müsste grundsätzlich irrelevant sein. Dass der Schweizer Botschafter in Abuja offenbar eine Liebesbeziehung zu einem Mann hat, könnte ihm allerdings zum Verhängnis werden. Denn in Nigeria ist Homosexualität strengstens verboten, es drohen jahrelange bis lebenslange Haftstrafen. Ganz im Norden des Landes, wo die Scharia gilt, steht auf homosexuelle Akte gar die Todesstrafe.

Jetzt äussert sich erstmals Aussenminister Didier Burkhalter zum Fall, der von einer nigerianischen Zeitung publik gemacht wurde. Die sexuelle Orientierung werde auch künftig bei der Ernennung von Diplomaten keine Rolle spielen, betont er. «Was zählt, ist, dass der Botschafter die Interessen unseres Landes bestmöglich vertreten kann.» Sein Privatleben wie generell die Werte der Schweiz gelte es zu respektieren.

«Kein Grund zur Panik»

Zudem habe ihm die nigerianische Regierung eben noch versichert, wie sehr die Zusammenarbeit mit der Schweiz geschätzt werde. «Diese gute Beziehung wollen wir aufrecht erhalten.»

Doch bleibt der Botschafter in Abuja oder wird er abgezogen? Burkhalter antwortet ausweichend. Die Arbeit müsse erledigt werden. «Wie wir das tun, ist unsere Sache – wir werden sehen.» Jedenfalls bestehe «kein Grund zur Panik».

Nigerianische Medien hatten zuvor berichtet, die Regierung wolle eine Untersuchung gegen den Schweizer Diplomaten eröffnen.

32 Kommentare

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  • Kommentar von Hans Haller (panasawan)
    Für uns ist es schon so, dass die "sexuelle Orientierung" keine Rolle spielt. Wohlverstanden für uns ist das so. Aber eben nicht für dieses Land in welchem der Diplomat eingestetzt wurde. Damit sind natürlich Provokationen nicht mehr ausschliessbar. Gerade das sollte aber den eingesetzten Diplomaten auszeichnen können. - Es ist einfach nur eine Fehlleistung des EDA's ! Denn genau das hätte man wirklich wissen können.
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    1. Antwort von Ursula Schüpbach (Artio)
      Menschenrechte sind universell gültig, kulturrelativistische Ausreden helfen da nicht weiter. Und warum dann noch eine "Migrationspartnerschaft" mit Nigeria, wenn die Politik dort eh alles nur verschlimmbessert?
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  • Kommentar von tom rosen (tom rosen)
    Welch' ein Diplomat! Geht mit dem Wissen, an seinem Wirkungsort automatisch zum Straftäter zu werden dorthin. Beauftragt, sein Land und dessen Bürger vor Ort (die sich auf ihn verlassen) zu vertreten. Kann man noch naiver sein - oder noch fahrlässiger?
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  • Kommentar von Ursula Schüpbach (Artio)
    Nicolas Blancho braucht nur zu sagen: "Ich gebe öffentlich keiner Frau die Hand.' Wie Ueli Maurer einst meinte mit "Neger". Und danach gibt es sofort eine Arena-Sendung dazu...
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