Champ-Dollon: Gefängniswärter am Arbeitsplatz verhaftet

Die Genfer Justizbehörden haben einen Wärter der Strafanstalt Champ-Dollon am Arbeitsplatz verhaftet. Er steht im Verdacht, Mobiltelefone und Drogen ins Gefängnis geschmuggelt und an Häftlinge verkauft zu haben.

Gitter und Stacheldrahtzaun vor dem Gefängnis in Champ-Dollon Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Hinter den Gefängnismauern in Champ-Dollon wird ein Gefängniswärter wegen Verdachts auf Drogenhandel verhaftet. Keystone

Nach der Verhaftung des Gefängniswärters durchsuchte die Polizei die Zellen, zu denen der Wärter Zugang hatte, wie die Genfer Staatsanwaltschaft mitteilte. Die Gefängnisdirektion und das Personal hätten beim Einsatz vollumfänglich kooperiert.

Gegen den Gefängniswärter wird wegen Korruption und wegen Verstössen gegen das Betäubungsmittelgesetz ermittelt.

Überbelegung und Schlägereien

Das Gefängnis Champ-Dollon gerät immer wieder wegen der massiven Überbelegung in die Schlagzeilen.

Zweitweise befanden sich im Gefängnis mit 387 Haftplätzen bis zu 900 Häftlinge. Zudem kam es im Februar 2014 zu fünf Massenschlägereien mit rund 100 Beteiligten. Der Kanton Genf will die Platznot in den Strafanstalten mit dem Bau weiterer Strafanstalten verringern.

Urteil des Bundesgerichts

Gestern hat das Bundegericht hat die Beschwerde eines Drogenhändlers teilweise gutgeheissen, der während 136 Hafttagen in Champ-Dollon weniger als vier Quadratmeter für sich beanspruchen konnte. Das widerspreche der Menschenrechtskonvention. Sie verbietet Folter sowie unmenschliche und erniedrigende Behandlung.