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Maskenpflicht für Schülerschaft und Lehrpersonen an der Kanti Schaffhausen
Aus SRF 4 News aktuell vom 17.08.2020.
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Corona-Schutz im Klassenzimmer Rektor zu Masken: «Ein Übel, an das wir uns gewöhnen müssen»

Vor einer Woche hat in vielen Kantonen der Unterricht wieder begonnen, heute starten weitere Kantone. Für die Schülerinnen und Schüler an Gymnasien oder Berufsschulen in elf Kantonen herrscht ab dem neuen Schuljahr Maskenpflicht. Im Kanton Schaffhausen gilt die Maskenpflicht dann, wenn die Abstände nicht eingehalten werden können – auch für Lehrpersonen. Pasquale Comi ist Rektor der Kantonsschule Schaffhausen und unterrichtet dort selber Italienisch.

Pasquale Comi

Pasquale Comi

Rektor Kantonsschule Schaffhausen

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Der Zürcher leitet die Kantonsschule in Schaffhausen. Rund 700 Schülerinnen und Schülern besuchen dort das Gymnasium oder die Fachmittelschule.

SRF News: Unterrichten mit Maske – geht das überhaupt?

Pasquale Comi: Ja, das muss leider gehen. Es ist zwar nicht das Angenehmste, aber unter diesen Umständen geht es wohl nicht anders.

Im Kanton Schaffhausen gilt generell in den Gängen Maskenpflicht für Schüler wie Lehrer. Im Klassenzimmer nur dann, wenn die Abstände nicht eingehalten werden können. So muss jede Lehrperson für jede Klasse andere Regeln umsetzen – ist das im Alltag praktikabel?

Die erste Woche hat gezeigt, dass es geht. Natürlich tauchen Fragen auf. Wenn zum Beispiel die eine Klasse in einem Zimmer die Maske abziehen kann und der Lehrer eines anderen Klassenzimmers die Masken wegen fehlenden Abstands nicht abziehen lässt, ist das ein Grenzfall, der jetzt besprochen wird.

Wenn statischer Unterricht stattfindet (...), die Räume aber gut gelüftet sind, kann man zwischendurch kurz auf die Maske verzichten.

Die grosse Hitze war auch ein Problem. Da haben wir von der Kantonsärztin kurzfristig eine Sonderregelung bewilligen lassen. Wenn statischer Unterricht stattfindet und der Abstand nicht eingehalten werden kann, die Räume aber gut gelüftet sind, kann man zwischendurch kurz auf die Maske verzichten. Wenn die Maske nur kurz abgezogen wird, ist es wohl für die Übertragung nicht so problematisch.

Aber die Schüler sitzen ja stundenlang gemeinsam in einem Raum?

Ja, aber normalerweise mit Maske und nicht immer in gleicher Konstellation – mal mit dem Schwerpunktfach, mal mit dem Ergänzungsfach, mal mit den Freifächern. Natürlich: Sie sind oft mit der Stammklasse zusammen, sollten aber auch immer gleich sitzen, sodass eine Ansteckung nachverfolgbar wäre.

Und wie halten sich die 650 Schülerinnen und Schüler an der Kanti Schaffhausen an die Maskenpflicht?

Sie halten sich sehr gut daran. Bei einzelnen Punkten mussten wir nachkorrigieren, etwa beim Contact Tracing in der Mensa. Dort haben wir nicht 1.5 Meter Abstand. Jedoch sind nur die Hälfte der Plätze belegt und man muss sich über einen QR-Code am Platz anmelden, damit man getrackt werden könnte. Das hat zu Beginn nicht gut funktioniert. Da mussten wir sagen: Das Anmelden ist nicht einfach nice to have, sondern obligatorisch.

Seit einer Woche herrscht nun an Ihrer Schule Maskenpflicht. Wie fällt Ihre persönliche Zwischenbilanz aus?

Mühsam, aber wenn wir den Präsenzunterricht in Vollklassen so bewahren möchten, ist es die einzige Möglichkeit. Ich habe mit meiner kleinen Italienisch-Klasse vorgerechnet, was es hiesse, wenn man eine Woche auf Masken verzichten und ein Schüler positiv getestet würde. Mit den Verflechtungen, die das hat, würde das die halbe Schule für zwei Wochen lahmlegen – wegen einem Fall. Und wir hatten schon in der ersten Woche zwei Schüler, die getestet wurden. Die Maskenpflicht ist ein Übel, an das wir uns gewöhnen müssen.

Zwei Schüler wurden getestet. Was heisst das?

Sie hatten in der Bekanntschaft oder Familie einen Fall. Der eine wird heute getestet, der andere wurde am Freitag getestet und wir warten auf die Resultate. Vorläufig sind sie zu Hause. Aber stellen Sie sich vor, jemand von ihnen wäre positiv – was das für den Rest der Schule heissen würde.

Das Gespräch führte Claudia Weber.

SRF 4 News, 17.8.2020, 7.15 Uhr;

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40 Kommentare

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  • Kommentar von Jean-Pierre Schibich  (spectator)
    Masken sind lästig, da sind sich wahrscheinlich alle einig. Aber ich habe noch kein überzeugendes Gegenargument gehört. Die persönliche Freiheit sah man schon vor Jahrzehnten bei der Einführung des Tempolimits auf Autobahnen oder beim Gurtenobligatorium in Gefahr. Und zum Thema Sauerstoff und gesunde Luft: Auch in diesem Sommer - wie seit Jahren - werden die Ozonwerte mehrmals massiv überschritten, und das ist den Medien schon lange keine Zeile wert und den meisten Leuten egal.
    1. Antwort von Marc Schlatter  (Marc Rafael)
      Erst einmal fragt sich, ob die Auskunft, es herrsche - seit wann nochmal? - ein breiter wissenschaftlicher Konsens, dass die Maske - wo genau? - die Übertragung dieses Virus mit der wünschenswerten Wirksamkeit vermindert, überzeugt. Offenbar gab es die letzten Jahre und auch schon zu diesem Virus eine ganze Reihe von geprüften, zugelassenen Studien, die gegen einen solchen Nutzen sprechen. Ganz unerforscht hingegen sind die Auswirkungen auf das Lernen und die psychische und soziale Entwicklung.
  • Kommentar von Christa Wüstner  (Saleve2)
    Masken sind kein Übel, Herr Direktor, sondern eine Notwendigkeit die eingehalten werden muss, wenn in den Klassenzimmern der Abstand nicht eingehalten werden kann.
    1. Antwort von Marc Schlatter  (Marc Rafael)
      Offenbar hofft Herr Comi, dass man sich an die in verschiedenster Hinsicht irritierende Wirkung der Maske gewöhnen wird. Könnten Sie aufhören zu moralisieren, wäre viel gewonnen.
  • Kommentar von Helen Blum  (Helen b)
    Mein Sohn hatte letzte Woche einen Unfall... viele nähte im Gesicht..kein Lehrer hat es mitbekommen da ja Maskenpflicht..
    Übrigens verfingen sich die Nähte in der Maske...
    Ist ja alles nicht so schlimm.. ich frag mich blos wie ein/e Lehrer/in unterrichtet ohne irgend ein Gesicht zusehen?
    Mich würde die Meinung der Lehrer/innen intressieren.. Gesichtslose zu unterrichten..