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Drastische Massnahmen des Bundesrates
Aus Tagesschau vom 13.01.2021.
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Coronavirus Brauchen wir wegen der Mutante mehr Schutz durch FFP2-Masken?

Der Bundesrat hat verschärfte Massnahmen angeordnet, um der grassierenden Virusmutation aus Grossbritannien zuvorzukommen. Wirft man einen Blick auf die Fallzahlen der davon stark betroffenen Länder, wird einem rasch klar, wieso. «Diese neue ansteckendere Variante ist für uns eine Gefahr. Man sieht in Grossbritannien, in Irland, in Spanien und in Portugal, was sie auslösen kann. Die Zahlen explodieren», sagt auch Gesundheitsminister Berset im Interview mit SRF.

«Wir haben zum ersten Mal in dieser Pandemie einen Informationsvorsprung, der uns erlaubt, im richtigen Moment zu handeln», so Berset weiter. Sollte dieser Vorsprung auch genutzt werden, um bei den Masken aufzurüsten?

FFP2-Masken: Sinnvoll, oder nicht?

Bayern geht bereits den Schritt weiter und verhängt ab Montag ein FFP2-Masken-Obligatorium im öffentlichen Verkehr.

Je enger und voller ein Raum ist und je schlechter die Lüftung, desto wichtiger sind gute Masken.
Autor: Thomas HäuslerLeiter Wissenschaftsredaktion SRF

«Aus reiner Vorsorgesicht könnte das schon etwas bringen, wenn die Fallzahlen hoch sind wie jetzt», sagt Thomas Häusler, Leiter der Wissenschaftsredaktion bei SRF. Die Wahrscheinlichkeit, dass Corona-Infizierte in einem Zug sitzen würden, sei dann natürlich grösser. «Und je enger und voller ein Raum ist und je schlechter die Lüftung, desto wichtiger sind gute Masken».

Bei Besuchen im Altersheim sinnvoll

In gewissen Altersheimen in der Schweiz würden den Besuchern FFP2-Masken ausgehändigt, so Häusler. «Das halte ich für eine gute Idee. Gerade weil es Angehörigen oft nicht einfach fällt, Abstand zu wahren.» Auch bei Autofahrten oder in einer eng gedrängten Gondel könne es sinnvoll sein.

Aber er betont: «Ebenso wichtig ist, wie die Masken getragen werden.» Eine hochwertige FFP2-Maske bringe nichts, wenn sie unter der Nase hänge oder wenn der Metallbügel nicht ans Gesicht angepasst werde.

Mund-Nasen-Schutz unter Nase getragen
Legende: Bekanntes Bild aus dem Bus oder Lebensmittelladen: Die Masken werden zwar getragen, aber oft auch unter der Nase. imago images

Korrektes Tragen schützt

Dass die richtige Tragweise der Masken ausschlaggebend ist, sagt auch Alexandra Trkola, Virologin und Professorin für Medizinische Virologie an der Universität Zürich. In einem FFP2-Masken-Obligatorium sieht sie die Gefahr, dass die dichteren FFP2-Masken noch mehr Leute zu einer falschen Tragweise verleiten. «Wir sehen schon jetzt viele Maskenträger, wo die Nase oben rausschaut», sagt Trkola.

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Virologin Trkola: «Man muss sich ein Obligatorium genau überlegen»
Aus News-Clip vom 14.01.2021.
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Die FFP2-Masken hätten zwar eine höhere Schutzwirkung. «Aber sie sind auch dichter, und über längere Zeit unangenehmer zu tragen.» Dadurch würde die Tendenz steigen von Personen, die eine Maske falsch tragen. Ob ein solches Obligatorium zurzeit sinnvoll sei, müsse also sorgfältig abgewägt werden.

Keine Empfehlung vom BAG für FFP2-Obligatorium

Laut Virologin Trkola gäbe es bisher keinen Grund anzunehmen, dass die aktuellen Hygienemassnahmen nicht auch bei den neuen Virus-Mutationen helfen würden, Ansteckungen zu verringern, «wenn sie denn richtig angewendet werden», so Trkola. Aber: Einen vollkommenen Schutz böten diese nie.

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Virologin Trkola: «Gibt keine Evidenz, dass jetzige Massnahmen nicht gegen die neuen Varianten helfen»
Aus News-Clip vom 14.01.2021.
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Seitens des BAG gibt man noch keine Empfehlung für die FFP2-Masken. Aber: «Es gibt Überlegungen, die Masken zu wechseln», antwortete Patrick Mathys, Leiter Krisenbewältigung, auf eine Frage an der Medienkonferenz. Einige Länder hätten entsprechende Vorstösse gemacht, und man würde dies beobachten.

Aber auch Mathys spricht das etwas unangenehmere Tragegefühl an und eine eventuell daraus resultierende falsche Handhabung. Nicht zuletzt seien auch die Kosten ein Faktor, der in die Überlegungen einfliessen müsse. Es gebe schlussendlich aber zwei Dinge, die auf jeden Fall effektiv gegen Ansteckungen nützen, ergänzte Adrian Ackermann, Präsident Taskforce: «Kontakte und Mobilität vermeiden.»

SRF 4 News; 14.1.21; 15:30 Uhr

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