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Legende: Video FOKUS: Geschlechtergetrennte Klassen – noch oder wieder zeitgemäss? abspielen. Laufzeit 04:25 Minuten.
Aus 10vor10 vom 12.08.2019.
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Damit Jungs erfolgreicher sind Braucht es reine Buben-Klassen?

Gestern war in vielen Kantonen der erste Schultag – für Tausende kleine Mädchen und Jungen wurde es ernst. Im Klassenzimmer dürften sich erstere deutlich wohler fühlen als letztere: Denn für viele Jungs ist der klassische Unterricht, mit Stillsitzen und Zuhören, nichts. Entsprechend sind Mädchen in der Schule tendenziell auch erfolgreicher unterwegs.

Doch das muss nicht sein, sagen Bildungsexperten jetzt. Geschlechtergetrennte Klassen würden den Jungs helfen. Quasi Schule wie zu Grossmutters Zeiten.

Praktiziert wird dieses Modell bereits an der Katholischen Kantonssekundarschule «Flade» in St. Gallen. Die dritte Oberstufe besteht hier aus elf reinen Buben-Klassen. Ihr Lehrer, Pascal Hanselmann, hat auch schon gemischte Klassen unterrichtet. Er ist jedoch der Meinung, dass reine Buben-Klassen den Bildungserfolg seiner Jungs fördern.

Legende: Video «Man kann sich selber sein und auf das konzentrieren, was gefragt ist.» abspielen. Laufzeit 00:16 Minuten.
Aus 10vor10 vom 12.08.2019.

So sei es für die Jungs viel einfacher, sich auf den Schulstoff zu konzentrieren, wenn nicht links und rechts das andere Geschlecht sitze. Denn das sei durchaus spannend, und man müsse sich nicht störend verhalten, um als «cool» zu gelten.

Fokus auf soziale und emotionale Kompetenzen

Die elf Buben-Klassen der Sekundarschule «Flade» in St. Gallen sind in der Schweiz ein pädagogischer Sonderfall. Sie sind ein Relikt der ehemaligen Klosterschule, gegründet vor 210 Jahren. Auch hier gilt heute der Lehrplan 21, er wird aber anders umgesetzt.

Statt auf Frontalunterricht fokussiert der heutige Lehrplan auf selbstorganisiertes Lernen, auf soziale und emotionale Kompetenzen. Anforderungen, die vor allem den Mädchen zugutekämen. Viele Buben würden abgehängt, sagt der Jugendpsychologe Allan Guggenbühl, und schlägt zum ersten Schultag Alarm.

Legende: Video «Knaben wollen wissen: Was muss ich wo machen?» abspielen. Laufzeit 00:19 Minuten.
Aus 10vor10 vom 12.08.2019.

Denn wenn eine Lehrerin versuche, eine Beziehung mit ihren Schülern aufzubauen, irritiere dies viele Knaben. Es interessiere sie nicht und sie wollten stattdessen lieber wissen, was sie wo machen müssten.

Mädchen an höheren Schulen besser vertreten

Fest steht: Mädchen sind heute in der Schule erfolgreicher. Buben werden häufig später eingeschult, die Maturitätsquote der jungen Männer liegt acht Prozent tiefer als jene der Mädchen. Und an den Universitäten ist das weibliche Geschlecht in Überzahl. Allan Guggenbühl spricht von einer Buben-Krise in der Volksschule.

Mögliche Auswege aus der Buben-Krise sieht er in geschlechtergetrennten Klassen oder separatem Fach-Unterricht. Elsbeth Stern, Leiterin des Instituts für Verhaltensforschung an der ETH, sieht es anders. Die Volksschule sei nicht bubenfeindlich, sagt sie.

Legende: Video «Wenn in der Schule etwas nicht gut läuft, dann werden Mädchen und Junge beide benachteiligt.» abspielen. Laufzeit 00:31 Minuten.
Aus 10vor10 vom 12.08.2019.

So gebe es keinerlei Beweise, dass eine getrenntgeschlechtliche Unterrichtsform für beide Geschlechter gut sei.

Wir leben in einer Welt, in der man zusammenarbeiten muss. Es wäre völlig unnatürlich, wenn man sagte, es gäbe eine Mathematik für Mädchen und Junge.
Autor: Elsbeth SternLeiterin Institut für Verhaltensforschung der ETH

An der Kantonssekundarschule «Flade» in St. Gallen gibt es zwar auch gemischte Klassen. Am geschlechtergetrennten Unterricht für Buben und Mädchen will man jedoch festhalten – und dies nicht nur wegen der Tradition.

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46 Kommentare

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  • Kommentar von Stephanie von Walterskirchen  (SVW)
    Ich finde den Gedanken interessant aber nicht absoult umzusetzen. Unsere Tochter erzählte im Kiga habe sie mal nach Geschlechtern getrennt den Mahlraum besucht was angenehm gewesen. Grundsätzlich ist Bildung ein kostbares Gut zudem Mädchen wie Jungen genaugleich das Recht haben das effektiv geniessen zu können um damit unabhängig und frei leben zu können. Resultat heute: mehr Väter die sich auch um Kinder kümmern wollen, Teilzeit fordern&Frauen die mehr arbeiten, solange es den Kindern gut geht.
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  • Kommentar von Theresia Weber  (Resi)
    Mario Atreb, Sie sind der Meinung, dass ein Kinder absolute Freiwilligkeit braucht und diese sogar im Menschenrecht zu verankern. Freiwilligkeit bedeutet, dass man Entscheide treffen muss. Habe ich Sie in dieser Hinsicht richtig verstanden? Ja? Das würde also bedeuten, dass ein Kind in noch jungen Jahren die FAEHIGKEIT hat für seine Entscheide auch Verantwortung zu übernehmen. Ich bin der Meinung, dass ein Kind diese Fähigkeit nicht hat.
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  • Kommentar von Tobias Vetter  (ToVe)
    Ein guter Input gestern in der Zeitung zum gleichen Thema gelesen:
    Wichtig für die Buben (& Mädchen) sind vorallem gute Vorbilder. Väter, Trainer, Stars etc. die klar Vermitteln, dass eine gute Bildung wichtig ist.
    Wenn z.B. das grosse Fussballidol mit 15 die Schule abgebrochen hat, um alles auf die Karte Fussball zu setzen, ist das natürlich ein schlechtes Signal für die Jungen...
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