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Schweiz Das Geschäft mit der Betreuung von Asylsuchenden

Asylsuchende betreuen ist ein Millionengeschäft. Bisher hatte die Privatfirma ORS das Monopol. Für die Bundeszentren hat der Bund die Aufgabe neu ausgeschrieben. Nun ist klar: Der Grossteil der Aufgaben geht wieder an die ORS. Die Konkurrenz will nicht aufgeben.

Der Bund hat die Betreuung von Asylsuchenden in den fünf Bundeszentren neu vergeben. Drei der Asylzentren des Bundes bleiben in den Händen der Privatfirma ORS, die jahrelang das Monopol hatte. Die beiden weiteren Zentren gehen an die Asylorganisation Zürich AOZ. Beide Firmen arbeiten bereits heute eng mit dem Bund zusammen.

Der Entscheid hat weitreichende Konsequenzen, denn die beiden Sieger erhalten auch den Zuschlag für alle Asylzentren des Bundes, die in den nächsten fünf Jahren entstehen werden. Der Bund möchte in Zukunft dreimal so viele Asylsuchende in Bundeszentren unterbringen. Dies dürfte bedeuten, dass weitere Zentren entstehen werden. Und das ist lukrativ: Bereits heute geht es um Aufträge im Wert von 30 Millionen Franken. Diese könnten auf 100 Millionen Franken ansteigen.

Konkurrenz ist enttäuscht

Mitgeboten hatten auch die Firma ABS sowie die Heilsarmee-Flüchtlingshilfe. Die beiden Organisationen gingen leer aus. Jürg Scheidegger, Direktor der Firma ABS ist sehr enttäuscht, weil er sich aufgrund der vorangehenden Rückmeldungen gute Chancen ausgerechnet hatte. Die Ausschreibungen seien zu stark auf die beiden Sieger zugeschnitten gewesen, kritisiert Paul Mori, Leiter der Heilsarmee-Flüchtlingshilfe. Die beiden Firmen hätten durch ihre jetzige Zusammenarbeit mit dem Bund einen deutlichen Vorsprung gehabt.

Den Vorwurf einer Alibi-Ausschreibung durch den Bund weist Michael Glauser vom Bundesamt für Migration entschieden zurück. Es sei auch im Interesse der Behörden, dass hier sachlich entschieden worden sei. ABS-Direktor Jürg Scheidegger will sich dennoch nicht geschlagen geben. Er schliesst auch eine Beschwerde noch nicht aus. Einfach dürfte es für Scheidegger jedoch nicht werden. Laut Bundesamt für Migration ist in diesem Wettbewerb der Rechtsweg ausgeschlossen.

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21 Kommentare

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  • Kommentar von Marlene Zelger, 6370 Stans
    Es ist unbegreiflich, dass wir zu den Asylzentren und deren "Nebenwirkungen" nichts mehr zu sagen haben. So kann die Exekutive nach ihrem Gutdünken wursteln und wir Steuerzahlende müssen mit der Faust im Sack den Dingen entgegen sehen, did uns zugemutet werden und wie unser Steuergeld immer mehr schwindet.,.
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    1. Antwort von Daniel Lehmann, Aarau
      Frau Zelger, bitte. Sie können jederzeit politische Initiativen selber ergreifen, oder Ihren Lieblingspolitiker beauftragen, damit das Asylgesetz in Ihrem Sinn abgeändert wird. Go for it, babe; do it. Viel Glück denn na, gell.
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  • Kommentar von Ernst Jacob, Moeriken
    Laut Bundesamt ist der Rechtsweg ausgeschlossen. Das ist gemein, einen Wettbewerb ausschreiben und fast niemandem etwas darüber sagen, ich finde so etwas eine bodenlose Frechheit. Aber es handelt sich dabei eben um eine 'ganz komplizierte Sitalation', wie Marti Werni aus Othmarsingen jeweils zu solchen Dingen zu sagen pflegte. Freitag Abend, cool down, Man, ich werde ihn geniessen und mir die Zeit nicht von Polit-Schlafwandlern versauen lassen, die eigentlich dafür gewählt wurde, UNS zu dienen.
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  • Kommentar von S. Herrman, Stuttgart
    Es geht fast nur noch ums Geld. Wie wäre es einmal, wenn wieder der Verstand regiert? Viele jammern über die Situation in ganz Europa (Suppenküche etc.) und trotzdem werden noch mehr reingeholt. Wollt ihr Gutmenschen die ganze Welt in Europa aufnehmen bzw. die ganze Schweiz mit Menschen zu pflastern? Ich frage mich sowieso wie ihr die alle bei euch unterbringen wollt (u. a. Gebirge, instabile Hänge). Da wird es in ganz Europa bald richtig knallen. (Begründung bei nur 500 Zeichen unmöglich)
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    1. Antwort von Ernst Jacob, Moeriken
      @S. Herrman: Alles nur eine Frage der Organion und Ziplin, man gewöhnt sich irgendwann auch daran, mit 500 Zeichen auszukommen. Stellen Sie sich mal vor, Politiker|innen dürften auch nur mit 500 z. Anträge stellen oder beantworten, dann müssten sich alle auf Probleme konzentrieren und nicht so viel geballhortnen Schwachsinn von sich geben, ohne mögliche Problem- Lösungen dabei auch nur am Rande zu erwähnen. Probleme verwalten, nicht lösen, ist, was, über längere Zeit, die grosse Kohle einbringt.
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    2. Antwort von Ernst Jacob, Moeriken
      @S. Herrman. Wir Schweizer waren schon immer etwas dümmer als die Ihr, deshalb vergleichen wir uns lieber mit den Austerlizern als mit Euch, die sind (politisch) noch etwas dümmer als wir. Glauben wir jedenfalls. Dazu noch die Schweizergarde und die Jungfrau...! Die Andermatt-Festung wurde leider schon Sawiri als Notfall-Reduit für seine Kunden versprochen, sonst wäre das Immigrantenproblem zahlenmässig von geringerer Bedeutung, da wir in und um Andermatt noch einige zehntausend Plätze hätten...
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    3. Antwort von Marlene Zelger, 6370 Stands
      Keine Sorge, S. Hammer, Sie können eine Fortsetzung zu Ihrem Kommentar schreiben. Das wurde schon mehrmals gemacht. Leider wird der Tsunami aus Afrika und den muslimischen Ländern nicht aufhören, denn nichts wird dagegen unternommen, im Gegenteil. Noch mehr Geld soll für noch mehr Asylzentren verschleudert werden. Ich erinnere immer wieder an das Wahljahr 2015, wo das Stimmvolk das Parlament entrümpeln und neu mit vernünftig denkenden Köpfen besetzen kann.
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