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«Der Sack muss dicht sein»
Aus Regional Diagonal vom 12.12.2020.
abspielen. Laufzeit 03:10 Minuten.
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Das Geschäft mit der Übelkeit Die Pionierin der Kotztüten

Fast alle Fluggesellschaften Europas haben Kotzbeutel einer Berner Firma. Alles begann vor 50 Jahren mit einem Anruf.

Der Anruf, der alles ins Rollen brachte, kam im Mai 1974. Die Firma Elag im bernischen Kirchberg hatte sich auf die Produktion von dichten Säcken spezialisiert. Dann fragte ein Stationmanager einer griechischen Fluggesellschaft am Telefon nach Beuteln, die Erbrochenes auffangen. Die Spucktüten waren geboren: So nennt die Elag selbst ihr Erfolgsprodukt. Aus dem Probeauftrag entwickelte sich ein weltumspannendes Geschäft.

Hundert Millionen Beutel pro Jahr

«Zu Spitzenzeiten stellten wir jährlich über hundert Millionen dieser Kotztüten her», erzählt Robert Elsässer. Er ist bei der Elag seit Jahren für die Spuckbeutel verantwortlich. Mittlerweile beliefern asiatische Produzenten einen grossen Teil der asiatischen Gesellschaften. Der Hauptmarkt der Firma Elag ist nun Europa. «In Europa gibt es rund 70 Fluggesellschaften. Fast alle sind unsere Kunden», sagt Elsässer.

Die plastifizierte Kotztüte muss einiges aushalten. Beim Test muss der Sack gefüllt mit einem Liter Wasser während acht Stunden dicht halten. «Dabei muss der Sack von alleine stehen», sagt Robert Elsässer.

Er selber habe noch keine benützen müssen, sagt der Kotztüten-Entwickler: «Ich bin nicht anfällig. Ich durfte aber schon miterleben, dass ein paar Reihen vor mir Leute zum Beutel greifen mussten.» Dass die Spucktüten ihnen halfen, das habe ihn gefreut.

Die Helfer in der Not sind mittlerweile auch ein begehrtes Sammelobjekt. Die Spuckbeutel in unterschiedlichen Farben aus Kirchberg begeistern Sammlerinnen und Sammler auf der ganzen Welt.

Regional Diagonal 12.12.2020, 12:03 Uhr;

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