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Unternehmen führen weitergehende Elternzeit ein
Aus Tagesschau vom 23.01.2020.
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Debatte um Vaterschaftsurlaub Elternzeit: Wirtschaft macht schneller voran als die Politik

Während rechte Politiker das Referendum gegen den zweiwöchigen Vaterschaftsurlaub eingereicht haben, setzen grosse Unternehmen bereits auf viel weitergehende Modelle.

Die Geburt eines Kindes ist ein Glücksmoment, doch für die Eltern beginnt dann auch eine der strengsten Lebensphasen. Väter dürfen laut Obligationenrecht gerade einmal einen freien Tag beanspruchen.

Das alte Parlament wollte dies ändern und hat sich im Herbst für zwei Wochen Vaterschaftsurlaub ausgesprochen.

«Staatlich verordneter Urlaub»

Doch nun wurde das Referendum gegen den Vaterschaftsurlaub eingereicht. Hinter dem Komitee stehen die SVP und einzelne Jungfreisinnige. Rund 55'000 Unterschriften sind zusammengekommen.

Diana Gutjahr, SVP-Nationalrätin aus dem Kanton Thurgau und eine der treibenden Kräfte hinter dem Referendum, wehrt sich gegen «einen staatlich verordneten Urlaub». Die Kosten seien zu hoch, insbesondere für die KMU.

Elternzeit bei vollem Lohn

Ganz anders tönt es bei der Zurich Versicherung: Juan Beer, Chef der Zurich Schweiz, rühmt sich damit, Neuland in der Schweizer Finanzbranche zu beschreiten: Die Versicherung hat auf den 1. Januar eine Elternzeit bei vollem Lohn eingeführt. Maximal 20 Wochen kann die Mutter beziehen, acht Wochen der Vater.

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Juan Beer: «Wir machen es aus Überzeugung»
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«Wir machen es aus der Überzeugung, dass es heute das Richtige ist», sagt Juan Beer, «Chancen- und Geschlechtergleichheit spielen heute eine dominante Rolle».

Zu teuer für kleine Unternehmen?

Grosse Betriebe könnten sich eine Elternzeit leisten, sagt SVP-Nationalrätin Diana Gutjahr, die im Kanton Thurgau ein Metallverarbeitungsunternehmen führt. Und diese Modelle seien nicht zu vergleichen mit dem zweiwöchigen Vaterschaftsurlaub.

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Diana Gutjahr: «Man wird die Kosten auf die Allgemeinheit abwälzen»
Aus News-Clip vom 23.01.2020.
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«Hier wird man diese Kosten auf die Allgemeinheit abwälzen». Der zweiwöchige Vaterschaftsurlaub kostet rund 230 Millionen Franken pro Jahr. Finanziert von Arbeitgebern und Arbeitnehmern mit 0.06 zusätzlichen Lohnprozenten.

Elternzeit motiviert Mitarbeitende

Mit ganz anderen Ausgaben ist der Personalchef von Novartis konfrontiert. Der Pharma-Riese hat eine Elternzeit von 18 Wochen eingeführt. Das kostet Novartis 0.6 Prozent der Lohnsumme.

Für Personalchef Thomas Bösch ist das eine lohnende Investition. «Wir glauben, dass engagierte Mitarbeiter auch höhere Leistungen bringen und länger bleiben, was dann auch wieder weniger Kosten verursacht.»

Abstimmung im Herbst

Eine Elternzeit fordern auch mehrere Volksinitiativen, die in Vorbereitung sind. Kämpfen die Gegner des zweiwöchigen Vaterschaftsurlaubs also gegen ein absolutes Minimum? Nein, findet Diana Gutjahr. «Es geht um die Einführung eines neuen Sozialwerks». Darüber müsse der Souverän abstimmen können. Die Volksabstimmung findet voraussichtlich im Herbst statt.

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39 Kommentare

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  • Kommentar von Walter Matzler  (wmatz)
    Vaterschaftsurlaub, KK-Prämienverbilligung usw - wenn es um Forderungen fürs Geld verteilen geht, sehe ich im Vordergrund immer wieder Leute die noch gar nie richtig gearbeitet haben.
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    1. Antwort von antigone kunz  (antigonekunz)
      Herr Metzler, Arbeiten tun Alle. Sehe ich zudem Kleinkindern zu, dann tun sie dies es mit Eifer und Hingabe den ganzen Tag. Also verwechseln wir nicht die Arbeit im Sinne von Anstellungen auf dem so heissgeliebeten 'freien Markt' angeblich Segen für die meisten und dem Anderen Arbeiten, das alle von uns tun. Eltern arbeiten, sie verwerten "ärgerlicherweise" kein Kapital. Stellen sie eine Nanny an, ja, dann arbeitet diese. Würde aber eine 'Staatsangestellte' die Arbeit machen, wären dies Kosten.
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    2. Antwort von Walter Matzler  (wmatz)
      Frau Kunz, das ist auch nicht das was i ch gemeint habe. Meine Frau ist Hausfrau gewesen, hat zwei Kinder betreut und Haus und Garten in Ordnung gehalten. Das ist sogar ziemlich viel Arbeit gewesen, auch wenn viele meinen, das Hausfrauen nichts tun. Aber wie erwähnt, ich habe etwas anderes gemeint.
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  • Kommentar von antigone kunz  (antigonekunz)
    Da in meinen Augen, Familien, also die Eltern Arbeit leisten, sollten wir von den caritativen und eigentlich höchst demütigenden Logik wegkommen, dass Familen unterstützt gehen sollten, Frau Fitzi. Sie müssten genau, wie alle die Wertschöpfende Arbeit für das Gemeinwohl leisten einen Familienlohn erhalten. Das würde den 'Arbeitsmarkt', die Gewichtungen unter ganz anderen Perspekten neu aufmischen und wesentlich entspannen.
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    1. Antwort von Manuela Fitzi  (Mano)
      Nein, Frau Kunz. Die Familienarbeit ist bereits entlöhnt: AHV-Betreuungsgutschrift für das LJ des Kindes (bei kann die Mammi nun wirklich wieder anfangen zu arbeiten). Dann noch Kinder- und Ausbildungszulage. Subventionierte Kinderkrippen, immer mehr. Volksschule&Skilager. Wo ich unterrichtete, durfte die Familie nicht mal einen Stift aus eigener Tasche zahlen. KK-Verbilligung, Teilzeitstellen, usw. Was für Aufwand privat die Erziehung bedeutet, muss nicht der Arbeitsmarkt abfangen.
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    2. Antwort von antigone kunz  (antigonekunz)
      Alle, die in einem Staat leben, arbeiten, ob mit, ob ohne Kinder, ob mit betreuungsbedürftigen Angehörigen oder nicht, alle, alle tragen zum sozio-ökonomischne Reichtum innerhalb der Gesellschaft bei. Ich komme wieder auf Friots Salaire à la Personne als politisches Recht, dass allen von 18.JL bis zur Bahre zustehen würde. Nicht zu verwechseln mit BGE! Wir könnten so viel Energie für fruchtlose Verteilkämpfe sparen und uns auf die wesentlichen Herausforderungen konzentrieren, Frau Fitzi.
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  • Kommentar von Christoph Heierli  (help)
    Der Souverän wird mit Sicherheit für diesen Vaterschaftsurlaub stimmen Frau Gutjahr. Die Familie ist nach wie vor das Fundament der Wirtschaft, insbesondere des Gewerbes. Leider hat die SVP noch nie viel Politik für Familien gemacht. Es ist keine Einführung eines neuen Sozialwerkes. Eher eine Ergänzung zur ungenügenden Situation heute. Keine Zeit für Kinder, jedoch ab dem Kindergarten den Nachwuchs mit Tabletten ruhig stellen.
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