Dem Bund gehen die Diplomaten aus

Keine geregelten Arbeitszeiten, Einsätze in Krisengebieten und ständiges Herumreisen: Das wollen heute nur noch wenige. Der Bund soll den Beruf des Diplomaten attraktiver machen, fordert das Parlament.

Diplomaten schütteln sich die Hände. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Reisen, händeschütteln, repräsentieren, vermitteln: Der Diplomatenberuf ist beschwerlich. Keystone

Der Bund hat zusehends Mühe, genügend Diplomatinnen und Diplomaten zu finden. Der Geschäftsprüfungskommission des Parlaments (GPK) macht das Sorgen. «Jetzt muss die Politik handeln», fordert GPK-Präsident Rudolf Joder.

Für den fehlenden Nachwuchs dürfte es verschiedene Gründe geben. Das viele Herumreisen ist zweifellos eine Belastung für Partnerschaft und Familienleben. Gleichzeitig ist der berufliche Druck grösser geworden. Doch die Schweiz ist auf gute Diplomaten angewiesen, die ihre Interessen und Anliegen gegenüber anderen Ländern und internationalen Organisationen vertreten können.

Unterstützung für Lebenspartner

Vor allem für Einsätze in Krisenländern melden sich zu wenige Diplomaten, hat auch das Aussendepartement kürzlich eingeräumt. Das Departement hat deshalb erste Massnahmen ergriffen. So sollen Diplomaten in Krisenländern weniger lange stationiert werden als üblich. Auch die Lebenspartner von Diplomaten sollen generell besser unterstützt werden, damit sie auch ausserhalb der Schweiz ihre berufliche Karriere fortsetzen können.

Quereinsteiger als Diplomaten

Die GPK wird nun abklären, ob diese Massnahmen genügen, oder ob es weitere Schritte braucht. Es soll auch geprüft werden, ob neben den ausgebildeten Diplomaten nicht auch Quereinsteiger mit spezifischen Fachkenntnissen rekrutiert werden könnten, sagt Rudolf Joder. Quereinsteiger als Diplomaten: Diese Idee ist im Aussendepartement sehr umstritten. Wenn sich aber der Personalmangel weiter verschärft, führt möglicherweise kein Weg daran vorbei.

(aebn;heis)