Zum Inhalt springen
Inhalt

Schweiz Den Gemeinden gehen die Politiker aus: Was also tun?

Mit einer Kampagne will der Schweizerische Gemeindeverband mehr junge Menschen für politische Ämter gewinnen. Denn viele Gemeinden haben Mühe, genügend Interessierte für die Arbeit in Exekutiven oder Kommissionen zu finden.

Legende: Video Gemeindeamt als Karrieresprungbrett? abspielen. Laufzeit 01:49 Minuten.
Aus Tagesschau vom 14.10.2016.

«Jungpolitiker sind glaubwürdige Botschafter, um Gleichaltrigen die Vorteile und Vorzüge des Amtes in der Gemeindeexekutive aufzuzeigen», sagte Hannes Germann, SVP-Ständerat und Präsident des Gemeindeverbandes (SGV) an einem Erfahrungsaustausch in Olten (SO). An dem Treffen nahmen neben SGV-Mitgliedern junge Gemeinderäte sowie Vertreter des Wirtschaftsverbands Economiesuisse teil.

Sie tauschten Erfahrungen und Ideen aus und entwickelten Strategien. Die positiven Erfahrungen junger Gemeindepolitiker sollen andere motivieren, wie es heisst. Doch auch gestandene Politiker lobten die Vorzüge der politischen Teilhabe.

Politik und Privatwirtschaft im Einklang

«Die Übernahme eines Gemeinderatsamts durch junge Berufsleute ist eine Win-Win-Situation», sagte etwa Albert Rösti, Nationalrat, SVP-Präsident und Gemeindepräsident von Uetendorf (BE). Die Gemeinde profitiere von neuen Ideen und Gedanken. Dafür könne das Ratsmitglied bei der Projekt- und Führungsarbeit sowie der Kommunikation viele Erfahrungen sammeln.

Hans Stöckli, SP-Ständerat und alt Stadtpräsident von Biel, meinte, es sei nie zu früh, Verantwortung zu übernehmen. «So hat man länger Zeit, immer besser zu werden», sagte Stöckli gemäss der SGV-Mitteilung.

Auf einer speziellen Internetplattform sollen die Erkenntnisse des Treffens in Olten gesammelt und ausgetauscht werden. Damit will die Kampagne auch Unternehmen ansprechen. Das Milizsystem könne nur bestehen, wenn es gelinge, die «gute Zusammenarbeit zwischen Gemeinden und Wirtschaft» zu bewahren, schreibt der Gemeindeverband weiter.

Keine wichtigen News verpassen

Erhalten Sie die wichtigsten Nachrichten per Browser-Push-Mitteilungen.

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren.

14 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Rolf Bolliger (robo)
    Die Gründe, warum es immer schwieriger wird, gute und breitfächerige Bürger(innen) für das Amt eines Gemeinderates zu finden, sind vielschichtig: Im Miliz-System sind berufliche- und familiäre Verpflichtungen eine grosse Angstschwelle vor zeitlicher Belastung. Das führt dazu, dass sich sehr oft nur Leute "aus der 2. Liga" zur Verfügung stellen! Kandidaten aus linken Kreisen stehen weniger unter Leistungsdruck und bürgerlichen Dorfbewohner(innen) fehlt oft die Zeit, neben dem Beruf zu amten!
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von M. Roe (M. Roe)
    Politiker raus +gute "Macher" rein. Die meisten Politiker die schon Jahre in ihren Ämtern sind, sind in einem "Filz" gefangen. Da hat einer hier ein Auge zugedrückt, dafür erhält der andere etwas verbotenes. Dieser Ablauf wird sich wahrscheinlich so weiterführen und ist auch menschlich und akzeptabel. Das Schlechte daran ist, dass all diese "Filzerei" hinter dem Rücken der Einwohner passiert. Somit handelt es sich immer um Betrug am Bürger. Es brauch mehr Transparenz, damit man die Gründe sieht!
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von M. Kaiser (Klarsicht)
    Bei uns wird erwartet, dass junge Leute für die paar Franken Entschädigung diese heute komplexen Aufgaben erledigen und dann noch für ihren Einsatz üble Nachrede einzustecken haben. Stellt endlich einige fähige Fachleute aus dem prvaten Bereich ein, bezahlt einen anständingen Lohn, den diese Leute mehrfach mit ihrem Können hereinholen und hört mit dem Parteien Gezanke Links und Rechts auf. Dann wissen die Bürger für wehn sie die Steuern bezahlen und Ordung herrscht. Wer denkt auch so ?
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
    1. Antwort von Nicolas Dudle (Nicolas Dudle)
      Meine Wenigkeit. - Anlehnend auch an M.Roes obigen Kommentar ist anzumerken, dass vielerorts der Filz schon so dicht ist, dass er zwar im Bewusstsein der Bevölkerung angekommen ist, aber je länger desto mehr jedem Angriff standhält. Die Professionalisierung der Gemeinde- und Bezirksverwaltungen durch parteiunabhängige ausserkantonale Ressortleiter kann ein Ansatz sein, sofern sich solche Leute nicht korrumpieren lassen und den Fokus auf die Sachen gerichtet halten. Finden sich davon genügend?
      Ablehnen den Kommentar ablehnen