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Schweiz Der Katastrophenalarm der Zukunft

Die Menschen informieren sich heute über ganz verschiedene Kanäle, das Bundesamt für Bevölkerungsschutz will da mithalten – und rüstet sich für den Ernstfall 2.0. Eine Übersicht.

Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz (Babs) steht zwar oft nicht im Scheinwerferlicht, hat aber eine der wichtigsten Aufgaben im Staat: die Bevölkerung bei Natur- und anderen Katastrophen warnen und schützen. Sollte einmal etwas Schlimmes passieren, dann hätte das Amt sehr rasch eine Hauptrolle.

Diese wahrzunehmen – also die Bevölkerung zu warnen und zu schützen –, ist anspruchsvoll in einer Zeit, in der nicht mehr einfach alle Radio hören und Fernsehen. Wir zeigen, wie das Babs mit dem technologischen Wandel Schritt halten will.

  • Alertswiss.ch
    Legende: Alertswiss – per App und auf der zugehörigen Webseite informiert der Bund auch im Netz. Alertswissch

    Ab 2017: Ausbau des mobilen Warnsystems

    Heute schon bietet das Babs eine Warn-App an für Smartphones mit dem Namen Alertswiss. 2017 wird diese App in einer Testphase durch Push-Meldungen ergänzt. Das heisst, Benutzer, die die App auf ihrem Handy haben, erhalten dann Warnungen der kantonalen Einsatzzentralen der Polizei direkt auf ihren Bildschirm. 2018 soll das neue System dann in der ganzen Schweiz laufen.

  • Frau am Smartphone.
    Legende: Katastrophenwarnungen sollen künftig auf allen verfügbaren Kanälen stattfinden. Keystone

    Polyalert – Katastrophenwarnung auf allen Kanälen

    Das Warnsystem des Babs mit dem Namen Polyalert wird bis spätestens 2030 ziemlich anders aussehen als heute. So wird bis dahin das gewöhnliche UKW-Radio aller Voraussicht nach ausser Betrieb gehen und der Bund muss seine Systeme ans neue Digitalradio anpassen. Auch andere technische Updates werden bis dann nötig sein. Ganz grundsätzlich will das Babs die Bevölkerung auf möglichst vielen Kanälen erreichen, also Radio, Fernsehen, Internet, Handy, Warntafeln usw. Wie viel die erneuerten bzw. ausgebauten Systeme kosten werden, ist noch unklar.

  • Ethernet-Kabel an einem Server.
    Legende: Verschlüsselte Breitbandkommunikation kostet. Keystone

    Verschlüsselte Breitbandkommunikation

    Dabei geht es darum, dass die Behörden, die im Katastrophenfall im Einsatz stehen, verschlüsselt und einfach miteinander kommunizieren können. Und zwar nicht nur telefonieren, sondern auch Daten austauschen – Einsatzpläne zum Beispiel. Solche Systeme dürfte es mittelfristig auch in der Schweiz geben. Sie kosten schnell einmal über 100 Millionen Franken.

  • Polycom.
    Legende: Das Funksystem der Polizeikräfte muss für viel Geld runderneuert werden. Keystone

    Erneuertes Funknetz für Einsatzkräfte

    Das Funknetz Polycom, mit dem Einsatzkräfte heute kommunizieren, muss teilweise erneuert werden. Der Nationalrat hat dafür erst vor Kurzem zähneknirschend 160 Millionen Franken bewilligt. Das Peinliche an der Sache: Erst kürzlich hatten sich die letzten Kantone Polycom angeschlossen – 15 Jahre nachdem die ersten das System in Betrieb genommen hatten. In dieser Zeit ist Polycom schon wieder veraltet und die ersten Polycom-Kantone müssen jetzt bereits für viel Geld nachrüsten.

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1 Kommentar

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  • Kommentar von Chris Casty (chrcas82)
    Was soll an der Erneuerung des Polycoms peinlich sein? Die Polizei ist auf Stufe Kanton geregelt. Der Kanton entscheidet, wann ein System wie Polycom eingeführt wird. Wenn ein Kanton nun 15 Jahre wartet, sind die Systeme in den anderen, ersten Kantonen schon veraltet (Technik im 21. Jahrhundert). Es wird aber kaum ein "neuer" Kanton die alte Technik einführen, um diese dann direkt zu erneuern. Was aber erneuert werden muss, ist die 15 Jahre alte Technik der anderen Kantone.
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