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Schweiz Der Run auf den Schweizer Pass

Der rote Pass ist begehrt. Das zeigen die Zahlen des BFS für das Jahr 2015. In diesem Zeitraum ist die Zahl der Einbürgerungen stark gestiegen. Weniger signifikant verlief der Anstieg der Gesamtbevölkerung.

Legende: Video Wachstum der Schweizer Bevölkerung nimmt ab abspielen. Laufzeit 1:10 Minuten.
Aus Tagesschau am Mittag vom 26.08.2016.

Die Bevölkerung der Schweiz ist 2015 um insgesamt 1,1 Prozent gewachsen. Das ist weniger als in den beiden Vorjahren. Einen eigentlichen Run gab es indes auf den Schweizer Pass. Auch die Abwanderungen nahmen weiter zu.

Einbürgerungen stiegen stark

Die Zahl der Einbürgerungen stieg letztes Jahr um fast ein Viertel. Insgesamt erhielten 40'700 Ausländerinnen und Ausländer die schweizerische Staatsbürgerschaft. Das zeigen die definitiven Zahlen zur Bevölkerungsentwicklung 2015, die das Bundesamt für Statistik (BFS) veröffentlicht hat.

Zahl der Einbürgerungen in der Schweiz

2015
40'689
2014
32'836
2013
34'061
2012
33'500
2011
36'012

Ende 2015 wohnten 8,33 Millionen Menschen in der Schweiz, 89'500 mehr als ein Jahr zuvor. Gegenüber 2013 (1,3 Prozent) und 2014 (1,3 Prozent) schwächte sich die Zunahme minim ab. Die ausländische Bevölkerung überschritt erstmals die 2-Millionen-Grenze.

In neun Kantonen war die Bevölkerungszunahme stärker als oder gleich wie in der gesamten Schweiz. Zug, Waadt und Genf registrierten den grössten Anstieg. Das geringste Wachstum war in Neuenburg und Graubünden zu beobachten. Lediglich im Kanton Uri ging die Bevölkerungszahl zurück (minus 35 Bewohner).

Auswanderungen nahmen zu

Wichtigster Treiber für das Bevölkerungswachstum bleibt die Migration. 2015 wanderten 188'500 Personen ein, 0,6 Prozent mehr als im Vorjahr. Weil gleichzeitig die Auswanderungen stärker zunahmen als die Einwanderungen, ging der Wanderungssaldo um 5,7 Prozent zurück.

Insgesamt kehrten rund 116'600 Personen (+5 Prozent) der Schweiz der Rücken. Das ist der höchste Stand seit dem Krisenjahr 1992. Gemäss den Angaben des BFS stammen die Migranten, die in die Schweiz kommen zumeist aus Italien, Frankreich, Deutschland, Portugal und Spanien.

Eine Ausnahme in der EU

Zum Anstieg der ständigen Wohnbevölkerung trug auch der Geburtenüberschuss bei, also die Differenz zwischen Geburten und Todesfällen. 2015 belief sich diese auf 19'000 Personen. Damit unterschiedet sich die Schweiz von vielen Ländern der EU. Deutschland, Griechenland, Italien oder Portugal etwa verzeichnen mehr Todesfälle als Geburten.

Legende:
Bevölkerungswachstum in der Schweiz zwischen 2006 und 2015 Ständige Wohnbevölkerung der Ausländer und Schweizer in Millionen. Bundesamt für Statistik BFS

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45 Kommentare

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  • Kommentar von M. Roe (M. Roe)
    Eine verantwortungsvolle Regierung würde dafür sorgen, dass wir wieder auf ca. 6 Mio. Einwohner zurück gehen. Mehr kann die Schweiz nicht vertragen. Man spürt die Überbevölkerung vor allem bei Menschenaufläufen wie Feiern, Uferwege, Badeanstalten, Konzerte usw. Es ist nicht mehr schön in der Schweiz, wir werden zerdrückt. Wenn dann die besten Schweizer ins Ausland ziehen, so wie die Italiener früher, dann werden nur noch die "schlechten" Schweizer zurück bleiben, so wie die Mafia in Italien.
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    1. Antwort von Nicolas Dudle (Nicolas Dudle)
      Hoch angesetzte Ziele zu publizieren ist legitim. Nur: Wie wollen Sie die Reduktion auf 6 Mio. hinkriegen? Ein Vorschlag, der zwar höchstens einen Shitstorm auslösen wird, sei hier trotzdem nachgereicht: Schliessen wir 50+ von allen medizinischen Leistungen aus. Wer sich privat keine Auslandbehandlung leisten kann, stirbt früher, belastet dadurch AHV und Arbeitsmarkt weniger und entschärft die demografischen und ökologischen Herausforderungen. (P.S.: Ich bin nicht gesund und 50+.)
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    2. Antwort von Beppie Hermann (Eine rechte Grüne)
      N.Dudle, bin 70, es könnte mir eigentlich egal sein. Aber alle 10J 1Mio Zuwachs vernichtet 60J aktiven Artenschutz. Mit Ecopop hätten wir ein Zeichen setzen können, mit 1Teil Entwicklungsgelder den dringenden Wunsch unzähliger Frauen nach Hilfe bei Geb'kontrollle zu erfüllen. Kinderkriegen ist keine Privatsache mehr, erst recht nicht, wenn andere dafür aufkommen müssen. Die CH wächst dank Migration, und deren Geburtenüberschuss. Darum 1.selekt.Zuwanderung, 2. Stopp der Kinderzulage nach 2.Kind.
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  • Kommentar von Kurt Meier (Kurt3)
    @ Rolf Bolliger , Sie schreiben : " unsere erschaffenen Sozialleistungen " Haben Sie auch schon überlegt wer die AHV " erschaffen " hat ? Sicher nicht Ihre wählerstärkste Partei . Es waren die geschmähten Linken !
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    1. Antwort von Rolf Bolliger (robo)
      Es waren nicht die "geschmähten Linken", Herr Meier! Vor 60 Jahren stand Bundesrat Tschudi diesem zuständigen Departement vor und an der Urne stimmten unsere Väter und Grossväter über die Installierung der AHV ab. Dies war (noch) eine richtige sozialdemokratische Aufgleisung! Was aber heute die intellektuellen oder vermummten, extremen "Linken" alles anstellen, verlangen und am Volk vorbeipolitisieren, macht diese linken Parteien immer unglaubwürdiger und schweizerfeindlicher!
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    2. Antwort von Franz NANNI (Aetti)
      Ausserdem.. es waren gerade Arbeiter, die fuerchteten, noch weniger in der Tasche zu haben, respektive im Lohnbeutelchen... Da hat es erhebliche Aengste im Volk gehabt, aber heute ruehmen sich gerade die Linken.. der AHV wegen, faelschlicherweise!
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  • Kommentar von Franz NANNI (Aetti)
    Auswanderungen nahmen zu... logisch...auch mir wurde es zu ENG... Jetzt habe ich Ellenbogenfreiheit wie nie zuvor.. ich nenne mein Grundstueck Paradies, Nanni's Paradise.. und es ist tatsaechlich so!!! In der CH... unmoeglich, muesste ich Christof heissen;-)
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